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Schlüsseldepots — hinterlegter Zugang für den Ernstfall
- Ein Schlüsselrohrdepot hinterlegt einen Gebäudeschlüssel an einer festgelegten Stelle, damit im Alarmfall niemand die Tür aufbrechen muss
- Bauform: Rohrkorpus für die Montage in der Wand, mechanisch verriegelt, mit Anbohrschutz — beim Rohrdepot 600100 misst der Korpus 51 × 135 mm
- Geöffnet wird über einen Profilhalbzylinder, der bauseits gestellt wird; das Depot ist dafür vorgerichtet, der Zylinder gehört nicht zum Gerät
- Zubehör schließt die Wandöffnung sauber ab: Putzblenden mit Ø 80 mm, wahlweise mit Staubschutzscheibe
- Ausschlusskriterium: Ein Depot regelt keinen Zutritt im Alltag. Es ist für den einen Fall gedacht, in dem jemand ohne eigenen Schlüssel hineinmuss — die tägliche Freigabe läuft über Zutrittskontrolle
Wozu ein Schlüsseldepot gebraucht wird
Wenn eine Brandmeldeanlage auslöst, steht die Einsatzkraft vor einer verschlossenen Tür. Entweder sie öffnet sie gewaltsam — mit Schaden am Gebäude und Zeitverlust — oder es liegt ein Schlüssel bereit. Genau dafür gibt es das Schlüsseldepot: ein in die Wand eingelassenes Rohr, das den Gebäudeschlüssel aufnimmt und ihn hinter einer mechanisch verriegelten, gegen Anbohren geschützten Abdeckung verwahrt. Die Anforderungen daran stehen im Umfeld der DIN 14675, der Norm für Brandmeldeanlagen, die auch das Feuerwehr-Schlüsseldepot behandelt.
GfS führt diese Depots als Rohrdepots in der Bauform „SchlüsselSafe" — vorgerichtet für einen fünfstiftigen Profilhalbzylinder mit 30 mm Länge und einem achtfach verstellbaren Schließhebel, sodass sich die Öffnungsrichtung an die Einbausituation anpassen lässt. Optional gibt es eine Zylinderüberwachung, mit der sich das Öffnen des Depots weitermelden lässt. Welche Ausführung an einem konkreten Gebäude verlangt wird, ergibt sich nicht aus dem Katalog, sondern aus dem Brandmeldekonzept und der Abstimmung mit der zuständigen Stelle.
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Worauf es bei der Auswahl ankommt
Ein Rohrdepot wird nicht nach Ausstattung ausgesucht, sondern nach vier Maßen und einer Vorgabe. Die Vorgabe kommt von außen — was am Objekt verlangt wird, steht im Brandmeldekonzept, nicht im Prospekt. Alles Übrige ist Passung:
| Kriterium | Warum es zählt | Wert am Rohrdepot 600100 |
|---|---|---|
| Einbauart | Ein Rohrdepot wird in die Wand gesetzt, nicht davorgeschraubt — die Wandöffnung muss geplant werden | für die Montage in Wänden, Rohrkorpus 51 × 135 mm |
| Zylinder | Das Depot kommt ohne Zylinder; die Schließung muss zur Schließanlage des Objekts passen | vorgerichtet für 5-stiftigen Profilhalbzylinder, 30 mm, mit 8-fach verstellbarem Schließhebel |
| Schlüssellänge | Der hinterlegte Schlüssel muss ins Rohr passen — ein zu langer Schlüssel schließt die Klappe nicht | max. 65 mm |
| Aufbruchschutz | Ein Depot an der Außenwand ist frei zugänglich und wird entsprechend angegriffen | mechanische Verriegelung, zusätzlicher Anbohrschutz |
| Überwachung | Ob das Öffnen des Depots gemeldet werden soll, entscheidet das Sicherheitskonzept | optional mit Zylinderüberwachung |
Was am Ende sichtbar bleibt: die Blende. Sie deckt die Putzkante der Wandöffnung ab und gibt dem Depot den sauberen Abschluss. Es gibt sie mit Ø 80 mm in zwei Ausführungen — als einfache Putzblende und als Putzblende mit Staubschutzscheibe, die zusätzlich verhindert, dass Staub und Schmutz in den Zylinder gelangen. Beide passen zu den Rohrdepots 600060, 600100, 600290 und 600295.
Depot, Zutrittskontrolle oder Türwächter?
Drei Kategorien beschäftigen sich damit, wer durch eine Tür kommt — sie beantworten aber drei verschiedene Fragen. Wer sie verwechselt, kauft ein Gerät, das die eigentliche Aufgabe nicht löst:
| Schlüsseldepot | Zutrittskontrolle | Türwächter | |
|---|---|---|---|
| Beantwortet | Wie kommt jemand ohne eigenen Schlüssel hinein — im Ernstfall? | Wer darf im Alltag hinein? | Wer hat die Tür benutzt, der sie nicht benutzen sollte? |
| Wirkt | einmalig, im Alarm- oder Notfall | dauerhaft, bei jeder Benutzung | dauerhaft, meldend |
| Ort | in der Außenwand, außerhalb der Tür | neben der Tür | auf dem Türblatt oder am Beschlag |
| Vorgabe kommt von | Brandmeldekonzept, abgestimmt mit der zuständigen Stelle | Betreiber und Nutzungskonzept | Betreiber, Fluchtwegkonzept |
An einer Tür können alle drei zusammentreffen: ein Notausgang, der durch einen Türwächter überwacht wird, ein Haupteingang mit Schlüsselschalter — und daneben an der Fassade das Depot, das im Alarmfall den Zugang eröffnet.
Häufige Fragen
Was ist ein Feuerwehr-Schlüsseldepot?
Ein fest im Gebäude verbauter Behälter, in dem ein Gebäudeschlüssel hinterlegt wird, damit im Alarmfall ohne gewaltsames Öffnen ins Objekt gelangt werden kann. Die Bauform, die GfS dafür führt, ist das Rohrdepot: ein Rohrkorpus, der in die Wand eingesetzt und mit einer Blende abgeschlossen wird. Die normative Einordnung erfolgt über DIN 14675, die Norm für Brandmeldeanlagen, die auch das Feuerwehr-Schlüsseldepot behandelt.
Warum sitzt ein Schlüsseldepot in der Wand und nicht auf der Wand?
Weil die Bauform Teil des Schutzes ist. Das Rohrdepot wird in die Wand eingesetzt — der Korpus von 51 × 135 mm sitzt im Mauerwerk, von außen bleiben nur Blende und Zylinder sichtbar. Die mechanische Verriegelung und der zusätzliche Anbohrschutz setzen an derselben Überlegung an: Das Depot steht an einer öffentlich zugänglichen Stelle und wird auch von dort angegriffen. Aus demselben Grund gehört zur Montage die Abstimmung mit der zuständigen Stelle — wo das Depot sitzt, ist keine reine Gestaltungsfrage.
Was sagt die Angabe FSD Klasse 1 nach DIN 14675 aus?
Sie beschreibt, für welche Anforderungsstufe das Depot ausgelegt ist — beim Rohrdepot 600100 nennt der Hersteller die Anwendbarkeit gemäß DIN 14675 als FSD Klasse 1. Diese Angabe ist kein Freibrief. Welche Klasse an einem konkreten Objekt gefordert wird, ergibt sich aus dem Brandmeldekonzept und der Abstimmung mit der zuständigen Stelle; die Klassenangabe des Geräts muss dagegen geprüft werden, nicht umgekehrt.
Welcher Zylinder gehört in ein Schlüsselrohrdepot?
Ein Profilhalbzylinder, und zwar bauseits — das Depot wird ohne Zylinder geliefert, damit die Schließung zur Anlage des Objekts passt. Das Rohrdepot 600100 ist für einen fünfstiftigen Profilhalbzylinder mit 30 mm vorgerichtet. Der Schließhebel lässt sich achtfach verstellen; damit wird die Drehrichtung an die Einbaulage angepasst, ohne dass ein anderer Zylinder nötig wäre.
Wozu dient die Putzblende am Schlüsseldepot?
Sie deckt die Putzkante der Wandöffnung ab, in die das Rohr eingesetzt wurde — ohne sie bleibt eine offene Fuge zwischen Rohr und Wandaufbau sichtbar. Die Blende hat Ø 80 mm und ist in zwei Ausführungen verfügbar: einfach oder mit Staubschutzscheibe, die zusätzlich verhindert, dass Staub und Schmutz in den Zylinder gelangen — an einer Außenwand kein Nebenaspekt, weil der Zylinder dort dauerhaft der Witterung ausgesetzt ist.
Fragen zur Kaufentscheidung
Wer entscheidet, ob ein Schlüsseldepot eingebaut werden muss?
Nicht der Lieferant und nicht der Errichter allein. Ein Feuerwehr-Schlüsseldepot gehört zum Brandmeldekonzept eines Objekts und wird mit der zuständigen Stelle abgestimmt — dort wird auch festgelegt, welche Ausführung zulässig ist und wo sie sitzt. Wer ohne diese Vorgabe bestellt, riskiert ein Gerät, das später nicht abgenommen wird. Der richtige Weg ist umgekehrt: erst die Vorgabe einholen, dann das passende Depot dazu suchen.
Wie lang darf der hinterlegte Schlüssel sein?
Beim Rohrdepot 600100 sind es maximal 65 mm. Das ist die Angabe, die vor der Bestellung am tatsächlich zu hinterlegenden Schlüssel nachgemessen gehört, denn ein Schlüssel, der nicht vollständig ins Rohr passt, verhindert das Schließen der Abdeckung. Gemessen wird die Gesamtlänge über alles — Kopf und Schaft zusammen, nicht nur der Bart.
Was bringt die Zylinderüberwachung an einem Schlüsseldepot?
Sie macht das Öffnen des Depots zu einem Ereignis, das weitergemeldet werden kann, statt es unbemerkt geschehen zu lassen. Ob das gebraucht wird, hängt am Sicherheitskonzept: Steht das Depot an einer einsehbaren Stelle und wird ohnehin nur im Alarmfall benutzt, ist die mechanische Sicherung das Wesentliche. Soll dagegen jeder Zugriff nachvollziehbar sein, gehört die Überwachung dazu — sie ist beim Rohrdepot als Option vorgesehen und muss mitbestellt werden.
Ersetzt ein Schlüsseldepot eine Zutrittskontrolle?
Nein — die beiden lösen entgegengesetzte Aufgaben. Ein Depot ist für den Ausnahmefall gedacht: einmal öffnen, wenn es darauf ankommt. Eine Zutrittskontrolle regelt den Regelfall, also die tägliche Benutzung durch berechtigte Personen. Wer den Alltagszugang über ein Depot organisiert, hebelt seinen eigenen Schutz aus, weil der Schlüssel dann ständig herausgenommen und zurückgelegt wird. Für den Alltag stehen Schlüsselschalter und Codetastaturen zur Verfügung.