GfS Fensterwächter — Fluchtfenster und Terrassentüren sichern, ohne sie zu verschließen
- Sichert Fenster und Terrassentüren, die als Notausgang oder zweiter Rettungsweg dienen — das Fenster bleibt in einem einzigen Öffnungsvorgang begehbar, das Öffnen löst Alarm aus (ca. 95 dB/1 m)
- Ein Gerät für links und rechts — der Anschlagwinkel wird erst bei der Montage seitengerecht befestigt; es gibt kein Seitenmodell und damit keine Fehlbestellung wegen der Anschlagrichtung
- Drei Ausstattungslinien derselben Grundfunktion: PUR, PRAXIS und PLUS — sie unterscheiden sich darin, was das Gerät überwacht und weitermeldet, nicht in der Sicherung selbst
- Zink-Druckguss in RAL 6029, Profilhalbzylinder PHZ 30/10 mm mit 2 Schlüsseln, 9-V-Blockbatterie, ca. 1,6 kg — Piktogramme und Schrauben liegen bei
- Ausschlusskriterium: Der Fensterwächter verriegelt nicht. Er meldet. Er ersetzt weder eine Einbruchmeldeanlage noch eine elektrische Verriegelung nach DIN EN 13637
Warum auch Fenster gesichert werden
Der zweite Rettungsweg führt nicht immer durch eine Tür. Wo er über ein Fenster oder eine Terrassentür ins Freie führt, gilt für diese Öffnung dieselbe Doppelanforderung wie für jeden Notausgang: Sie muss im Ernstfall ohne Hilfsmittel begehbar bleiben — und darf trotzdem nicht unbemerkt als bequemer Durchgang benutzt werden. Abschließen scheidet damit aus. Die Lösung ist ein Gerät, das das Öffnen hörbar macht, statt es zu verhindern.
Der GfS Fensterwächter sitzt senkrecht unterhalb der Fensterolive und sichert in Verschlussstellung den Fenstergriff. Wird der Griff gedreht, schwenkt das Gerät um 45° zur Seite, gibt den Betätigungsweg des Griffes vollständig frei und löst gleichzeitig den Daueralarm aus. Abschalten und Zurückstellen kann ihn nur, wer den Geräteschlüssel hat. Zum Lüften lässt sich der Fensterwächter mit demselben Schlüssel um 180° auf Daueroffen stellen — dann bleibt das Fenster alarmfrei benutzbar.
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GfS Fensterwächter® PRAXIS, mit Profilhalbzylinder flexibel rechts/links, Batterieüberwachung, RAL 6029
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GfS Fensterwächter® PLUS, mit Profilhalbzylinder flexibel rechts/links, Fremdeinspeisungsklemme, RAL 6029
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GfS Fensterwächter® PUR, mit Profilhalbzylinder flexibel rechts/links einsetzbar, RAL 6029
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PUR, PRAXIS oder PLUS — was die Linien unterscheiden
Alle drei Ausführungen sichern das Fenster gleich: gleiches Gehäuse, gleicher Alarm, gleicher Profilhalbzylinder, gleiche Montage. Sie unterscheiden sich darin, wie viel das Gerät über seinen eigenen Zustand meldet — die Entscheidung fällt also nicht über die Sicherung, sondern über den Betrieb:
| Linie | Art.-Nr. | Was zusätzlich dazukommt | Sinnvoll, wenn |
|---|---|---|---|
| PUR | 915000 | Basisausstattung: Alarm, Profilhalbzylinder, 9-V-Batterie | regelmäßig jemand am Fenster vorbeikommt und einen Ausfall bemerken würde |
| PRAXIS | 915100 | Batterieüberwachung, Deckelabhebekontakt als Sabotageschutz, externer Sabotage-Meldekontakt | das Fenster abseits liegt — das Gerät meldet dann selbst, wenn es nicht mehr einsatzbereit ist oder geöffnet wurde |
| PLUS | 915110 | alles aus PRAXIS, zusätzlich Fremdeinspeisungsklemme (9–12 V DC) und potentialfreier Wechsler NO/C/NC | das Gerät extern versorgt oder der Alarm auf eine vorhandene Melde- oder Leittechnik geführt werden soll |
Der eigentliche Sprung liegt zwischen PUR und PRAXIS: Erst ab PRAXIS meldet das Gerät seinen eigenen Zustand. Von PRAXIS zu PLUS kommt die Anschlussebene hinzu — Fremdeinspeisung und Kontaktweitergabe. Bei Fremdeinspeisung darf keine Batterie angeschlossen sein.
| Gilt für alle drei Ausführungen | Wert |
|---|---|
| Alarm | ca. 95 dB / 1 m, ausgelöst durch Schwenkung um 45° |
| Daueroffen | Schwenkung um 180° mit dem Geräteschlüssel — alarmfreies Lüften |
| Verschluss | Profilhalbzylinder PHZ 30/10 mm, 2 Schlüssel |
| Stromversorgung | 9-V-Blockbatterie (im Lieferumfang) |
| Material und Farbe | Zink-Druckguss, lackiert in RAL 6029 (Minzgrün) |
| Abmessungen und Gewicht | ca. 175 × 52/45 × 72 mm (H × B × T), ca. 1,6 kg |
| Lieferumfang | Gerät, Profilhalbzylinder mit 2 Schlüsseln, 9-V-Blockbatterie, Piktogramme, Befestigungsschrauben |
| Einordnung | Fluchtwegsicherungssystem in Übereinstimmung mit DIN EN 179, Typ Fensterwächter (Herstellerangabe) |
Welches Gerät gehört an welche Öffnung?
Die GfS Türwächter-Familie deckt alle Öffnungen ab, die als Flucht- oder Rettungsweg dienen. Welches Gerät passt, entscheidet nicht der Raum, sondern was geöffnet wird und womit:
| Die Öffnung ist | Passendes Gerät |
|---|---|
| ein Fenster oder eine Terrassentür mit Olive | Fensterwächter — diese Kategorie |
| ein Fenster ohne passenden Griff, überwacht werden soll nur das Öffnen | DEXCON für Türen und Fenster — Magnetfolie und Reed-Kontakt statt Griffsicherung |
| eine Tür mit gewöhnlichem Drücker | EH-Türwächter |
| eine Tür mit Druckstange oder Stangengriff | DEXCON in der passenden Bauform |
| ein Beschlag, der selbst vor Zugriff geschützt werden soll | Fluchttürhaube |
Der Unterschied zwischen Fensterwächter und DEXCON ist grundsätzlich: Der Fensterwächter sichert den Griff mechanisch und wird beim Öffnen mitgeschwenkt; der DEXCON greift nicht in den Beschlag ein, sondern überwacht den Flügel über einen Magnetkontakt. Wo der Griff selbst gegen unbefugtes Betätigen gesichert werden soll, führt am Fensterwächter kein Weg vorbei.
Was die Montage verlangt
Das Gerät wird senkrecht unterhalb der Fensterolive angezeichnet und mit den beiliegenden Schrauben am Rahmen befestigt; für eine bohrlochfreie Befestigung führt der Hersteller eine Klebeplatte, die nicht zum Lieferumfang gehört. Vor der Montage wird entschieden, ob der Anschlagwinkel links oder rechts am Deckel sitzt — er wird mit einer M4-Schraube am Deckel verschraubt und legt damit die Anschlagrichtung fest.
Der eine Punkt, an dem eine Montage scheitern kann, ist der Platz für den Griff: Der mechanische Auslöseweg des Fenstergriffes bis zu seinem Endanschlag muss gewährleistet sein. Fensterwächter und Montagehilfen müssen den Betätigungsweg nach der Auslösung vollständig freigeben — sonst öffnet das Fenster im Ernstfall nicht in einem Zug. Für die Platzprüfung: Das Gerät baut ca. 175 mm hoch, 52/45 mm breit und 72 mm tief, der Anschlagwinkel ragt ca. 80 mm darüber hinaus.
Rechtlicher Rahmen
Die Pflicht, Rettungswege freizuhalten und zugleich gegen Missbrauch zu sichern, ergibt sich nicht aus einer einzelnen Norm, sondern aus dem Zusammenspiel von Verkehrssicherungspflicht (§ 823 Abs. 1 BGB), Arbeitsstättenverordnung (§ 4 ArbStättV) und den Muster-Verordnungen für Versammlungs- und Verkaufsstätten (§ 9 Abs. 3 MVStättVO, § 15 Abs. 3 MVKVO). Daraus folgt der Zielkonflikt, den ein Türwächter löst: begehbar halten und trotzdem melden.
Ein Fensterwächter verriegelt nicht und braucht deshalb keine Zustimmung der Genehmigungsbehörde. Sobald eine Öffnung im Rettungsweg tatsächlich verriegelt werden soll, ist das eine andere Aufgabe — zulässig nur mit einem System nach DIN EN 13637 (im Bestand nach den EltVTR) und mit behördlicher Zustimmung. Ob eine Fensteröffnung überhaupt als Rettungsweg gilt und wie sie gesichert werden darf, entscheidet das Brandschutzkonzept des Objekts.
Häufige Fragen
Wozu wird ein Fenster im Rettungsweg gesichert?
Weil ein zweiter Rettungsweg dieselben zwei Anforderungen erfüllen muss wie eine Notausgangstür: jederzeit ohne Hilfsmittel begehbar — und trotzdem nicht unbemerkt benutzbar. Ein verschlossenes Fenster erfüllt die erste Anforderung nicht, ein frei zugängliches die zweite nicht. Der Fensterwächter löst das wie jeder Türwächter: Er lässt die Öffnung begehbar und macht ihre Benutzung hörbar. Das schützt zugleich davor, dass jemand über diese Öffnung unbefugt hereinkommt oder Kinder sie unbeaufsichtigt benutzen.
Wie öffnet sich das Fenster im Ernstfall?
Wie gewohnt über den Fenstergriff. Beim Drehen des Griffes wird der Fensterwächter um 45° zur Seite geschwenkt und gibt den Griff frei — das Fenster öffnet in einem einzigen Öffnungsvorgang, ohne Schlüssel und ohne zusätzlichen Handgriff. Gleichzeitig beginnt der Daueralarm mit ca. 95 dB/1 m, der nur mit dem Geräteschlüssel abgestellt werden kann.
Was bedeutet „Anschlagwinkel flexibel rechts/links"?
Dass es kein linkes und kein rechtes Modell gibt. Der Anschlagwinkel wird bei der Montage an der benötigten Seite am Gehäusedeckel verschraubt — dasselbe Gerät passt damit an links- wie an rechtsöffnende Fenster und Terrassentüren. Für den Bestand heißt das: ein Ersatzgerät im Regal deckt beide Richtungen ab.
Lässt sich das Fenster zum Lüften öffnen, ohne Alarm auszulösen?
Ja. Mit dem Geräteschlüssel wird der Fensterwächter um 180° gedreht und damit auf Daueroffen gestellt; in dieser Stellung bleibt das Fenster alarmfrei benutzbar. Zurückgestellt wird ebenfalls mit dem Schlüssel — ohne ihn ist am Gerät keine Bedienung möglich.
Was meldet ein Deckelabhebekontakt?
Den Angriff auf das Gerät selbst. Er löst aus, sobald jemand den Gehäusedeckel abnimmt — etwa um an Batterie oder Elektronik zu kommen. Ohne diesen Kontakt ließe sich ein Alarmgerät im Vorfeld lautlos unbrauchbar machen, und der eigentliche Missbrauch fiele später nicht mehr auf. Beim Fensterwächter gehört er zu den Linien PRAXIS und PLUS, zusammen mit einem externen Sabotage-Meldekontakt.
Braucht der Fensterwächter einen Stromanschluss?
Nein. Alle drei Ausführungen laufen netzunabhängig über eine 9-V-Blockbatterie, die beiliegt. Nur die Linie PLUS lässt sich wahlweise extern mit 9–12 V DC versorgen; in diesem Fall darf keine Batterie angeschlossen werden.
Fragen zur Kaufentscheidung
Welche Ausstattungslinie brauche ich — PUR, PRAXIS oder PLUS?
Die Frage dahinter lautet: Wer merkt, wenn das Gerät nicht mehr einsatzbereit ist? Kommt regelmäßig jemand daran vorbei, reicht PUR. Liegt das Fenster abseits — im Treppenhaus, im Lager, im selten betretenen Geschoss —, gehört mindestens PRAXIS dorthin: Erst ab dieser Linie überwacht das Gerät seine Batterie und meldet das Öffnen des Gehäuses. PLUS ergänzt Fremdeinspeisung und potentialfreien Kontakt und ist dort richtig, wo extern versorgt oder aufgeschaltet wird.
Muss ich beim Bestellen rechts oder links angeben?
Nein. Der Anschlagwinkel wird erst bei der Montage seitengerecht befestigt, der Profilhalbzylinder ist ebenfalls beidseitig einsetzbar. Anzugeben ist stattdessen die Ausstattungslinie — PUR, PRAXIS oder PLUS.
Passt der Fensterwächter an jedes Fenster?
Entscheidend ist nicht der Rahmen, sondern der Griff: Das Gerät sitzt unterhalb der Fensterolive und muss deren Betätigungsweg nach der Auslösung vollständig freigeben. Vor der Bestellung deshalb prüfen, ob unter dem Griff ca. 175 mm Platz auf dem Rahmen frei sind und der Griff bis zum Endanschlag durchdrehen kann. Wo das nicht gegeben ist, überwacht ein DEXCON den Flügel über einen Magnetkontakt, ohne in den Beschlag einzugreifen.
Kann der Alarm auf eine Melde- oder Leittechnik aufgeschaltet werden?
Ab der Linie PRAXIS führt ein externer Sabotage-Meldekontakt aus dem Gehäuse. Die Linie PLUS hat zusätzlich einen potentialfreien Wechsler mit den Klemmen NO/C/NC für den externen Ruhestromalarm sowie die Fremdeinspeisungsklemme. Die Basisausführung PUR hat keinen Kontakt nach außen — sie alarmiert ausschließlich vor Ort.
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