dormakaba Freilauftürschließer — die TS-99-Reihe
- Im Normalbetrieb ist die Tür frei beweglich; bei Rauchalarm oder Stromausfall schließt der Schließer sie selbsttätig
- Der TS 99 deckt EN 2–5 ab, im Contur Design, für ein- und zweiflügelige Türen
- Drei Ausführungen: FL (Freilauf, 24 V DC, externe Rauchmeldezentrale nötig), FLR (Sturzmontage, 230 V AC) und FLR-K (Türblattmontage, 230 V AC)
- FLR und FLR-K sind eigenständige Feststellanlagen — Rauchmelder und Netzteil sind integriert, eine externe Rauchmeldezentrale entfällt
- Bis 1250 mm Flügelbreite — darüber ist die Reihe nicht ausgelegt. Der Handauslösetaster ist nach DIBt-Richtlinien erforderlich und darf beim Freilauf nicht entfallen
Wofür dormakaba in dieser Gattung steht
dormakaba fasst den Freilauf in der eigenständigen Baureihe TS 99 zusammen. Sie gehört gestalterisch zum Contur Design, deckt mit EN 2–5 Flügelbreiten bis 1250 mm ab und ist nach EN 1154, EN 1155 und EN 14637 geprüft; für FLR und FLR-K liegt die bauaufsichtliche Zulassung des DIBt vor. Die Feststellung sitzt im Schließerkörper — eine separate EMF-Einheit gibt es bei dieser Reihe nicht.
Der Aufbau ist gestuft, aber anders als die Buchstaben vermuten lassen: Der TS 99 FL ist der reine Freilauftürschließer mit 24 V DC, der eine externe Rauchmeldezentrale für Detektion und Spannungsversorgung braucht. FLR und FLR-K haben Rauchmelder und Netzteil an Bord und arbeiten mit 230 V AC — sie sind eigenständige Feststellanlagen. Der Unterschied zwischen beiden liegt nicht in der Ausstattung, sondern in der Montage: der FLR wird am Sturz montiert, beim FLR-K sitzt der Schließer auf dem Türblatt und Melder samt Netzteil in der Gleitschiene.
Verwandte Kategorien
- dormakaba Feststellanlagen, 1-flügelig — die vollständige Anlage für die einflügelige Tür
- dormakaba Rauchmelder — Melder und Rauchmeldezentralen für den TS 99 FL
- Gleitschienen für dormakaba Feststellanlagen — die Schienen mit Feststellung und Rauchschalter
- Handauslösetaster — warum er beim Freilauf nicht entfallen darf
FL, FLR oder FLR-K — und was ist mit EMF und EMR?
| Bezeichnung | Rauchmelder | Netzteil | externe Zentrale nötig | Spannung | Montage |
|---|---|---|---|---|---|
| TS 99 FL | nein | nein | ja — RMZ für Detektion und Spannung | 24 V DC ±15 % | Türblattmontage Bandseite, Kopfmontage auf der Bandgegenseite möglich |
| TS 99 FLR | integriert | integriert | nein — eigenständige Feststellanlage | 230 V AC | Sturzmontage: Schließer, Melder und Netzteil in einer Einheit |
| TS 99 FLR-K | integriert | integriert | nein — eigenständige Feststellanlage | 230 V AC | Türblattmontage: Schließer auf dem Flügel, Melder und Netzteil in der Gleitschiene |
Der häufigste Irrtum bei dieser Reihe: FLR und FLR-K unterscheiden sich nicht im Innenleben, sondern im Montageort. Beide bringen Rauchmelder und Netzteil mit und kommen ohne externe Rauchmeldezentrale aus. Nur der TS 99 FL ohne R braucht eine — er hat weder Melder noch Netzteil.
Die zweite Buchstabengruppe stammt aus einer anderen Baureihe und sollte nicht damit vermischt werden: EMF und EMR stehen für elektromechanische Feststellung — die Tür wird dabei in einer festen Offenstellung gehalten, statt frei beweglich zu sein. EMF arbeitet mit 24 V DC und braucht eine externe Zentrale, EMR mit 230 V AC und integriertem Melder. Das angehängte R bedeutet in beiden Systemen dasselbe: integrierter Rauchmelder. FL dagegen heißt Freilauf. Merksatz: Wo kein R steht, ist kein Melder im Gerät.
Was der Betrieb verlangt
Eine Feststellanlage besteht mindestens aus Energieversorgung, Brandmelder, Feststellvorrichtung, Auslösevorrichtung und Handauslösetaster. Bei TS 99 FLR und FLR-K sind Melder und Netzteil im Gerät; beim TS 99 FL kommen beide extern dazu.
Der Handauslösetaster ist beim Freilauf Pflicht. dormakaba nennt ihn für die TS-99-Reihe nach DIBt-Richtlinien als erforderlich; zusätzlich ist DIP-Schalter 1 auf ON zu stellen, damit der Reset manuell erfolgt — bei Freilauftürschließern ist das vorgeschrieben. Die verbreitete Formulierung, die Handauslösung dürfe „ggf. entfallen", gilt für Türschließer mit elektrisch betriebener Feststellung — nicht für den Freilauf, weil dort keine Haltekraft existiert, die man durch Zuziehen überwinden könnte. Der Taster muss rot sein, „Tür schließen" tragen, frei zugänglich hängen und darf von der offenen Tür nicht verdeckt werden.
Nach der Errichtung folgt die Abnahmeprüfung, danach die monatliche Funktionsprüfung durch den Betreiber und die jährliche Prüfung und Wartung nach DIN 14677-1. Die Rauchmeldeeinheit ist nach acht Jahren auszutauschen. Das Prüfbuch gehört zur Anlage und wird je Tür geführt.
Häufige Fragen zu dormakaba Freilauftürschließern
Worin unterscheiden sich TS 99 FLR und TS 99 FLR-K?
Im Montageort, nicht in der Ausstattung. Beide sind eigenständige Feststellanlagen mit integriertem Rauchmelder und Netzteil und laufen mit 230 V AC. Der FLR wird als eine Einheit am Sturz montiert, beim FLR-K sitzt der Schließer auf dem Türblatt und Melder samt Netzteil in der Gleitschiene.
Was heißt „eigenständige Feststellanlage"?
Dass Rauchmelder und Energieversorgung im Gerät sitzen und keine externe Rauchmeldezentrale gebraucht wird. Das gilt für TS 99 FLR und TS 99 FLR-K. Nur der TS 99 FL ohne R braucht eine Zentrale — sowohl für die Detektion als auch für die 24-V-Spannungsversorgung.
Welche Flügelbreiten deckt die TS-99-Reihe ab?
EN 2–5, also Flügelbreiten bis 1250 mm. Für breitere Türen ist die Reihe nicht ausgelegt.
Was ist der Unterschied zwischen Freilauf und Rastfeststellung?
Die Rastfeststellung hält den Flügel mechanisch in Offenlage — an Feuer- und Rauchschutztüren ist sie nicht zulässig. Der Freilauf hält gar nichts fest: Er koppelt die Schließerfeder aus, sodass sich die Tür ab 0° Öffnungswinkel frei bewegt, und koppelt sie im Alarmfall wieder ein.
Schließt der TS 99 bei Stromausfall selbsttätig?
Ja — der Schließer koppelt ein und bringt die Tür ins Schloss, dieselbe Reaktion wie bei Rauchalarm. Der Freilauf ist der Zustand, der Energie braucht; die stromlose Stellung ist die geschlossene.
Warum steht dieselbe Tür einmal unter Türschließer und einmal unter Feststellanlagen?
Weil ein Freilauftürschließer beides ist: mechanisch ein Türschließer, bauaufsichtlich eine Feststellvorrichtung. Für Kauf und Betrieb ist die zweite Einordnung maßgeblich — sie bringt Bauartgenehmigung, Abnahme und Wartungspflicht mit sich.
Fragen zur Kaufentscheidung
Welche Ausführung nehme ich für eine einzelne Tür?
Eine der beiden eigenständigen: den TS 99 FLR für die Sturzmontage oder den TS 99 FLR K für die Türblattmontage. Beide bringen Melder und Netzteil mit, eine externe Zentrale entfällt. Sind mehrere Türen zu versorgen oder steht bereits eine Rauchmeldezentrale im Objekt, ist der TS 99 FL der passende Baustein.
Warum gibt es den TS 99 FL zweimal — als Kopfmontage und als Türblattmontage?
Weil die Montageart bei dieser Ausführung am Artikel hängt und sich vor Ort nicht umstellen lässt. Die Türblattmontage gehört auf den Flügel der Bandseite, die Kopfmontage auf die Bandgegenseite. Welcher der beiden passt, gibt die Bandlage der Tür vor — was Bandseite und Bandgegenseite unterscheidet, erklärt Bandseite und Bandgegenseite. Bei den eigenständigen Geräten entfällt die Wahl: Dort ist der Montageort in der Bauform festgelegt.
Freilauf oder elektrische Feststellung?
Zählen Sie den Durchgangsverkehr. Wird die Tür oft begangen und soll leicht zu öffnen sein, ist der Freilauf richtig. Soll sie dagegen dauerhaft und definiert offen stehen, ist eine Ausführung mit elektromechanischer Feststellung die einfachere Lösung — die stehen als eigene Baureihen unter dormakaba Feststellanlagen.
Lässt sich ein vorhandener Türschließer auf die TS-99-Freilaufmechanik umrüsten?
Nein. Die Feststellung sitzt bei der TS-99-Reihe im Schließerkörper — es gibt keine EMF-Einheit, die man an ein anderes Gerät anbauen könnte. Praktisch bedeutet der Wechsel den Aufbau einer kompletten Anlage; der Weg dahin steht unter Feststellanlage nachrüsten.