GfS Flügelwächter — den Standflügel sichern, ohne ihn zu verriegeln
- Sichert den Treibriegel des Standflügels an zweiflügeligen Türen — nicht am Fenster, dafür gibt es den Fensterwächter
- Freigabe in einer einzigen Bewegung: Schwenken des Treibriegels öffnet den Standflügel und löst gleichzeitig Alarm aus (ca. 95 dB/M)
- Drei Ausstattungslinien derselben Grundfunktion: PUR, PRAXIS und PLUS — der Unterschied liegt allein in der Elektronik
- Ein Gerät für links und rechts — der Anschlagwinkel wird bei der Montage seitengerecht gesetzt, ein Seitenmodell entfällt
- RAL 6029 Signalgrün, Profilhalbzylinder, 9-V-Blockbatterie, Gerätegewicht 1,6 kg
- Ausschlusskriterium: kein Verschluss. Der Flügelwächter meldet die Benutzung, er verriegelt nicht — und er ersetzt keine Einbruchmeldeanlage
Das Problem des stillstehenden Flügels
An einer zweiflügeligen Tür arbeitet im Alltag nur der Gangflügel. Der Standflügel steht fest, gehalten von einem Treibriegel, und wird über Monate nicht bewegt. Im Ernstfall ändert sich das schlagartig: Dann wird die volle Durchgangsbreite gebraucht, und der Standflügel muss ohne Schlüssel, ohne Werkzeug und ohne Nachdenken aufgehen.
Zwischen diesen beiden Zuständen liegt das eigentliche Problem. Wird der Standflügel fest verriegelt, ist die Durchgangsbreite im Notfall nicht da. Bleibt er frei, wird er zur zweiten Tür — für Warenausgänge, für Abkürzungen, für alles, was unbemerkt bleiben soll. Der Flügelwächter löst das nicht durch Verhindern, sondern durch Melden: Der Riegel bleibt jederzeit zu betätigen, aber wer ihn betätigt, löst einen Daueralarm aus, der nur mit dem Geräteschlüssel endet.
PUR, PRAXIS oder PLUS
Alle drei Ausführungen sind dasselbe Gerät: gleiches Gehäuse, gleicher Alarm, gleicher Profilhalbzylinder, gleiche Montage, gleiche Daueroffenfunktion über die 180°-Drehung mit dem Geräteschlüssel. Sie unterscheiden sich ausschließlich in der Elektronik.
- PUR — die Basislinie. Passend, wo der Standflügel ohnehin regelmäßig kontrolliert wird.
- PRAXIS — zusätzlich Batterieüberwachung, Deckelabhebekontakt und ein externer Sabotage-Meldekontakt. Passend, wenn die Auslösung weitergemeldet oder das Gerät selten begangen wird.
- PLUS — zusätzlich eine Fremdeinspeisungsklemme für 9–12 V DC. Passend, wenn eine Gleichspannungsversorgung vorhanden ist und die Batterie entfallen soll.
Was der Flügelwächter nicht ist
Er ist keine Verriegelung. Eine echte Verriegelung im Rettungsweg wäre nur mit einem System nach DIN EN 13637 und mit Zustimmung der Genehmigungsbehörde zulässig. Er ist auch kein Fensterbeschlag — für Fenster und Terrassentüren, die als zweiter Rettungsweg dienen, führt GfS den Fensterwächter in derselben Bauart. Ob der Standflügel für die geforderte Durchgangsbreite gebraucht wird und wie er gesichert werden darf, entscheidet das Brandschutzkonzept des Objekts zusammen mit der zuständigen Behörde.
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GfS Flügelwächter®, mit Profilhalbzylinder flexibel rechts/links einsetzbar, RAL 6029
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PUR, PRAXIS oder PLUS — was die Linien unterscheidet
Alle drei Linien sichern den Standflügel gleich gut. Sie unterscheiden sich darin, wie viel das Gerät zusätzlich überwacht und weitermeldet — die Entscheidung fällt also nicht über die Sicherung, sondern über den Betrieb:
| Linie | Art.-Nr. | Was zusätzlich dazukommt | Sinnvoll, wenn |
|---|---|---|---|
| PUR | 916000 | Basisausstattung: Alarm, Profilhalbzylinder, Schlüssel | jemand regelmäßig am Gerät vorbeikommt und einen Ausfall bemerken würde |
| PRAXIS | 916100 | Batterieüberwachungseinheit, Deckelabhebekontakt, externer Sabotage-Meldekontakt | der Flügel abseits liegt — das Gerät meldet dann selbst, wenn es nicht mehr einsatzbereit ist oder geöffnet wurde |
| PLUS | 916110 | alles aus PRAXIS, zusätzlich Fremdeinspeisungsklemme | das Gerät extern versorgt werden soll, statt allein auf der Batterie zu laufen |
Der eigentliche Sprung liegt zwischen PUR und PRAXIS: Erst ab PRAXIS meldet das Gerät seinen eigenen Zustand. Von PRAXIS zu PLUS kommt beim Flügelwächter die Fremdeinspeisungsklemme hinzu.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gesichert wird | der Treibriegel des Standflügels an zweiflügeligen Türen |
| Alarm | ca. 95 dB/M, Daueralarm — Rücksetzung nur mit dem Geräteschlüssel |
| Daueroffen | Drehung um 180° mit dem Geräteschlüssel, danach alarmfreie Benutzung |
| Abmessungen | 169 × 45 × 72 mm (H × B × T), Gesamthöhe 175 mm |
| Farbe | RAL 6029, Signalgrün |
| Stromversorgung | 9-V-Batterie |
| Schließung | Profilhalbzylinder, flexibel rechts/links einsetzbar |
| Gewicht | 1,6 kg |
| Lieferumfang | Flügelwächter, 9-V-Batterie, 2 Schlüssel, 1 großes Piktogramm, 1 Kerbstift, 4 Schrauben zur Befestigung |
Welches Gerät gehört an welche Öffnung?
Die Türwächter-Familie deckt alle Öffnungen ab, die als Flucht- oder Rettungsweg dienen. Welches Gerät passt, entscheidet nicht der Raum, sondern was geöffnet wird und womit:
| Die Öffnung ist | Passendes Gerät |
|---|---|
| der Standflügel einer zweiflügeligen Tür, über einen Treibriegel gehalten | Flügelwächter — diese Kategorie |
| ein Fenster oder eine Terrassentür als zweiter Rettungsweg | Fensterwächter |
| eine Tür mit gewöhnlichem Drücker | EH-Türwächter |
| eine Tür mit Druckstange oder Stangengriff | DEXCON |
| ein Beschlag, der selbst geschützt werden soll | Fluchttürhaube |
Fenster- und Flügelwächter sind baugleich aufgebaut und teilen sich sogar die Ersatzteile — Ersatzhaube und Ersatzanschlag führt GfS ausdrücklich als Teil „für Fenster-/Flügelwächter". Was sie trennt, ist trotzdem eindeutig: Der Fensterwächter sichert den Fenstergriff, der Flügelwächter den Treibriegel des Standflügels. Elektronik, Gehäuse und Ausstattungslinien sind bei beiden dieselben.
Häufige Fragen
Warum wird der Standflügel überhaupt gesichert?
Weil er zwei gegensätzliche Anforderungen erfüllen muss. Im Ernstfall wird die volle Durchgangsbreite gebraucht — der Standflügel muss dann ohne Hilfsmittel und ohne Schlüssel aufgehen. Im Alltag soll er dagegen nicht unbemerkt als zweiter Ein- und Ausgang benutzt werden. Fest verriegelt erfüllt er die erste Anforderung nicht, frei beweglich die zweite nicht. Der Flügelwächter löst das wie jeder Türwächter: Er lässt den Treibriegel jederzeit betätigen und macht die Betätigung hörbar — mit einem Daueralarm von ca. 95 dB/M, der nur mit dem Geräteschlüssel endet.
Was heißt Profilhalbzylinder flexibel rechts/links einsetzbar?
Dass es kein linkes und kein rechtes Modell gibt. Bei vielen Beschlägen muss die Anschlagrichtung beim Bestellen angegeben werden, weil sonst das falsche Teil kommt. Der Flügelwächter ist so aufgebaut, dass derselbe Profilhalbzylinder an rechts wie an links anschlagenden Flügeln funktioniert — eine Fehlbestellung wegen der Seite ist damit ausgeschlossen, und das Gerät lässt sich später auch an einem anders anschlagenden Flügel weiterverwenden.
Was meldet ein Deckelabhebekontakt?
Den Angriff auf das Gerät selbst. Er löst aus, sobald jemand den Gehäusedeckel abnimmt — etwa um an die Batterie oder die Elektronik zu kommen. Ohne diesen Kontakt ließe sich ein Alarmgerät im Vorfeld lautlos unbrauchbar machen, und der eigentliche Missbrauch fiele dann nicht mehr auf. Beim Flügelwächter gehört der Deckelabhebekontakt zu den Linien PRAXIS und PLUS, zusammen mit einem externen Sabotage-Meldekontakt.
Wozu dient die Fremdeinspeisungsklemme?
Sie erlaubt die Versorgung des Geräts von außen, statt es allein auf der 9-V-Batterie laufen zu lassen. Das ist die Ausstattung für Flügel, an denen ohnehin eine Leitung liegt oder an denen ein Batteriewechsel aufwendig wäre. Beim Flügelwächter ist die Fremdeinspeisungsklemme das Merkmal, das die Linie PLUS von PRAXIS trennt.
Was unterscheidet Fensterwächter und Flügelwächter?
Das gesicherte Bauteil — und nur das. Der Fensterwächter wird unterhalb der Fensterolive montiert und sichert den Fenstergriff; er sitzt an Fenstern und Terrassentüren, die als zweiter Rettungsweg dienen. Der Flügelwächter wird senkrecht über dem Treibriegel montiert und sichert den Treibriegel des Standflügels einer zweiflügeligen Tür. Alles andere ist gleich: Gehäuse, RAL 6029, Alarm, beidseitig einsetzbarer Profilhalbzylinder, die Linien PUR/PRAXIS/PLUS und sogar die Ersatzteile, die GfS als Teile „für Fenster-/Flügelwächter" führt.
Fragen zur Kaufentscheidung
Welche Ausstattungslinie brauche ich — PUR, PRAXIS oder PLUS?
Die Frage dahinter lautet: Wer merkt, wenn das Gerät nicht mehr einsatzbereit ist? Kommt täglich jemand daran vorbei, reicht PUR. Liegt der Flügel abseits — im Treppenhaus, im Lager, im selten betretenen Geschoss —, gehört mindestens PRAXIS dorthin: Erst ab dieser Linie meldet das Gerät seinen eigenen Zustand, überwacht die Batterie und schlägt an, wenn der Deckel abgenommen wird. PLUS ergänzt die Fremdeinspeisungsklemme und ist dort richtig, wo eine externe Versorgung vorgesehen ist.
Muss ich beim Bestellen rechts oder links angeben?
Nein. Der Profilhalbzylinder des Flügelwächters ist flexibel rechts und links einsetzbar — es gibt kein Seitenmodell und damit auch keine Fehlbestellung wegen der Anschlagrichtung. Anzugeben ist stattdessen die Ausstattungslinie: PUR, PRAXIS oder PLUS.
Wozu dient der Anschlagwinkel am Flügelwächter?
Über ihn greift die Sicherung am Treibriegel an — er ist damit das mechanisch beanspruchte Bauteil und zugleich das, was die Seite festlegt. Bei der Vorbereitung wird er links oder rechts am Deckel verschraubt (Schraube M4) und der mitgelieferte Kerbstift als Drehrichtungsbegrenzer entsprechend gesteckt. Weil er im Betrieb belastet wird, führt GfS ihn als eigenständiges Ersatzteil: den Ersatzanschlag für Fenster-/Flügelwächter in RAL 6029.
Was ist zu tun, wenn Haube oder Anschlag beschädigt sind?
Beides ist einzeln ersetzbar, das ganze Gerät muss nicht getauscht werden. GfS führt die Ersatzhaube für Fenster-/Flügelwächter — für den Profilhalbzylinder vorgerichtet, mit Anschlag, in RAL 6029 und mit Rüstsatz und Rosette — sowie den Ersatzanschlag als eigenständiges Teil. Beide sind für Fenster- und Flügelwächter dieselben, die Zuordnung zur Linie PUR, PRAXIS oder PLUS spielt dabei keine Rolle.
Verwandte Kategorien
- GfS Fensterwächter — das Schwestergerät für Fenster und Terrassentüren im Rettungsweg
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- GfS — der Hersteller und das komplette Programm