Türpuffer — den Schwung der Tür abfangen, bevor die Wand ihn abbekommt
- Der Türpuffer fängt den Schwung der Tür ab und schützt Wand, Türblatt und Beschlag — festhalten kann er die Tür nicht
- Drei Bauformen im Sortiment: Bodenpuffer, Wandpuffer und gefederte Puffer
- Türgewichte von 25 kg bis 200 kg, je nach Modell aus Aluminium, Messing, Stahl oder Edelstahl
- Montageort ist Boden, Wand oder — bei den schwersten Ausführungen — der eingelassene Steinanker
- Wer die Tür in geöffneter Stellung halten will, braucht keinen Puffer, sondern einen Türfeststeller
Was ein Türpuffer leistet
Türpuffer — im Sprachgebrauch auch Türstopper genannt — fangen den Schwung von leichten bis schweren Türen und Toren ab. Sie begrenzen den Öffnungsweg an der Stelle, an der die Tür sonst gegen Wand, Heizkörper oder Möbel schlagen würde, und nehmen dem Aufprall die Härte. Geschützt werden dabei drei Dinge zugleich: die Wand, das Türblatt mit seinem Beschlag und die Einrichtung dahinter.
Der Unterschied zum Türfeststeller ist grundsätzlich: Ein Puffer bremst, ein Feststeller hält. Sobald die Tür losgelassen wird, fällt sie beim Puffer wieder zu. Wer die Tür offen halten möchte, ist eine Kategorie weiter richtig — und an Feuer- und Rauchschutztüren ist mechanisches Offenhalten ohnehin unzulässig, dort ist ausschließlich eine zugelassene Feststellanlage erlaubt.
Verwandte Kategorien
- Türfeststeller — wenn die Tür in geöffneter Stellung stehen bleiben soll
- Türöffnungsbegrenzer — begrenzt den Öffnungswinkel und dämpft kurz vor dem Endanschlag
- Endlagendämpfer — Öldämpfer für Tore, Maschinen und schwere Anlagenteile
- Torfeststeller — robuste Fanghaken für schwere Tore im Außenbereich
- Türdämpfer — bremst die Tür beim Schließen statt beim Öffnen
- KWS — der Hersteller hinter dem Puffersortiment
Boden-, Wand- oder gefederter Puffer?
Die Bauform folgt aus zwei Fragen: Wo darf gebohrt werden — Boden oder Wand? Und wie viel Masse kommt an? Die Gewichtsangaben stammen aus den Herstellerdaten der jeweiligen Baureihe; das komplette Programm steht unter KWS Türpuffer.
| Bauform | Montageort | Türgewicht im Sortiment | Typischer Fall |
|---|---|---|---|
| Bodenpuffer flach / kompakt | Boden, aufgeschraubt | 25 bis 50 kg | der Standardfall an Innentüren — flache Bauformen ab 3 mm Ansatzhöhe |
| Bodenpuffer mit Stockschraube oder Einlasszapfen | Boden, verankert | 40 bis 80 kg | wenn eine einzelne Schraube nicht genügt oder sich der Puffer mitdrehen würde |
| Wandpuffer | Wand, teils im Winkel Boden/Wand | 25 bis 80 kg | wenn der Boden frei bleiben muss — kein Hindernis im Laufweg |
| Gefederte Puffer | Boden oder Wand, schwerste Ausführung im Steinanker | 75 bis 200 kg | schwere Türen und Tore, die mit Schwung kommen |
Bei den gefederten Ausführungen entscheidet zusätzlich die Befestigungsart: aufschrauben, rückseitig verschrauben oder anschweißen, vorderseitig befestigen oder als Steinanker einmauern. Ob der Befestigungsbolzen hinten austreten darf, ist an einer freistehenden Wand eine andere Frage als an einer Vorsatzschale.
Türpuffer, Türfeststeller, Türöffnungsbegrenzer oder Türdämpfer?
Vier Bauteile, die regelmäßig verwechselt werden — sie greifen an verschiedenen Punkten der Türbewegung ein:
| Bauteil | Aufgabe | Wirkbereich |
|---|---|---|
| Türpuffer | fängt den Schwung ab und begrenzt den Weg am Anschlagpunkt | dort, wo die Tür sonst gegen Wand oder Möbel schlägt |
| Türöffnungsbegrenzer | begrenzt den Öffnungswinkel und dämpft kurz vor dem Endanschlag | die letzten Grad beim Öffnen |
| Türdämpfer | bremst die Tür kurz vor dem Schließen ab | die letzten Grad beim Schließen |
| Türfeststeller | hält die Tür mechanisch in geöffneter Stellung | im Halt |
Der Puffer sitzt am Boden oder an der Wand, der Türöffnungsbegrenzer verbindet Türblatt und Zarge. Wer nur verhindern will, dass die Klinke die Wand trifft, ist beim Puffer richtig. Wer den Öffnungswinkel selbst begrenzen muss — etwa weil daneben ein Schaltschrank steht —, braucht einen Türöffnungsbegrenzer.
Ein wichtiger Unterschied an Brand- und Rauchschutztüren: Ein mechanischer Türfeststeller darf dort nicht eingesetzt werden, weil diese Türen selbstschließend bleiben müssen. Offen gehalten werden dürfen sie ausschließlich über eine zugelassene Feststellanlage. Für den Puffer gilt das nicht — er hält nicht fest.
Häufige Fragen zu Türpuffern
Kann ein Türpuffer die Tür offen halten?
Nein. Ein Puffer bremst, ein Feststeller hält. Sobald die Tür losgelassen wird, bewegt sie sich beim Puffer wieder zurück — er begrenzt nur den Weg und nimmt dem Anschlag die Härte. Soll die Tür in geöffneter Stellung stehen bleiben, führt der Weg zu den Türfeststellern.
Wo am Türblatt soll der Türpuffer auftreffen?
KWS gibt als Montageregel vor: möglichst weit außen und im rechten Winkel auf das Türblatt. Bei mehreren Bodenpuffern steht in der Montageanweisung ausdrücklich „bei größtmöglichem Abstand zum Türband". Der Grund ist der Hebel — je weiter außen der Puffer sitzt, desto weniger Kraft muss er und seine Befestigung aufnehmen.
Wofür ist die Feder im Türpuffer da?
Ein gefederter Puffer nimmt den Aufprall über einen Federweg auf, statt die Tür hart zu stoppen. Deshalb sitzen die hohen Türgewichte im Sortiment bei den gefederten Ausführungen: 75 kg, 100 kg, 120 kg und bis zu 200 kg. Die ungefederten Boden- und Wandpuffer decken den Bereich von 25 bis 80 kg ab.
Warum verdreht sich ein Bodenpuffer nach einiger Zeit?
Weil er nur an einem Punkt verschraubt ist und die Tür ihn seitlich mitnimmt. KWS setzt dagegen einen Zapfen ein, der in den Untergrund greift und das Verdrehen verhindert — er gehört bei den Baureihen 2001, 2003, 2022, 2028, 2029, 2080 und 2090 zur Montage. Beim KWS 2015 übernimmt das eine zusätzliche Schraube durch die Pufferkappe.
Wie vermeide ich, dass der Bodenpuffer zur Stolperfalle wird?
Zwei Stellschrauben: die Lage und die Bauhöhe. KWS empfiehlt, den Bodenpuffer möglichst nah an der Wand zu setzen. Und es gibt flache Bauformen — die kompakte Baureihe beginnt bei 3 mm Ansatzhöhe. Wo der Boden ganz frei bleiben soll, ist ein Wandpuffer die bessere Wahl.
Fragen zur Kaufentscheidung
Welches Türgewicht muss ein Türpuffer aushalten?
KWS gibt für jede Baureihe ein maximales Türgewicht an, und die Spanne ist groß: 25 kg bei den kleinen Bodenpuffern Ø 30 und Ø 40 mm und beim zylindrischen Wandpuffer, 40 bis 50 kg bei den flachen Bodenpuffern, 80 kg bei den Wandpuffern zum Anschrauben und beim Bodenpuffer mit Einlasszapfen, 100 bis 120 kg bei den gefederten Ausführungen und 200 kg bei den vier schwersten Modellen. Maßgeblich ist das Gewicht des Türblatts, nicht die Türgröße.
Was passt, wenn der Boden nicht angebohrt werden darf?
Dann bleibt der Wandpuffer. Zum Anschrauben gibt es ihn bis 80 kg Türgewicht, zylindrisch mit drei Schrauben an der Wand bis 25 kg, als eckiges Aluminiumprofil bis 40 kg. In gefederter Ausführung deckt der Wandpuffer 100 kg ab, mit rückseitiger oder vorderseitiger Befestigung bis 200 kg. Eine Zwischenlösung ist der Puffer, der im Winkel zwischen Boden und Wand montiert wird.
Braucht ein Türpuffer an einer Brandschutztür eine Zulassung?
Die Türpuffer dieser Kategorie werden am Boden oder an der Wand befestigt, nicht am Türblatt — sie greifen also nicht in den Aufbau der Tür ein. Und sie halten die Tür nicht offen, was an Feuer- und Rauchschutztüren der entscheidende Punkt ist: Diese Türen müssen selbstschließend bleiben, mechanische Feststeller sind dort unzulässig. Für Bauteile, die auf das Türblatt selbst geschraubt werden, gilt dagegen immer die Zulassung der konkreten Tür.
Welche KWS-Ausführung passt zu meinen vorhandenen Beschlägen?
Die Endziffer der KWS-Artikelnummer bezeichnet Werkstoff und Oberfläche. Die häufigsten: .31 Aluminium silberfarbig eloxiert, .32 neusilberfarbig, .33 messingfarbig, .02 Aluminium silberfarbig einbrennlackiert, .62 Messing matt, .66 Messing poliert, .82 Edelstahl matt und .83 Edelstahl poliert. Ein KWS 2001.31 ist damit derselbe Bodenpuffer wie ein KWS 2001.82, nur in eloxiertem Aluminium statt in mattem Edelstahl. Nicht jede Ausführung gibt es zu jeder Baureihe — welche lieferbar sind, steht auf der Produktseite.