Türschließer für Brandschutz-, Flucht- und Objekttüren
- Ein Türschließer bringt die Tür aus jeder Öffnungsstellung selbsttätig ins Schloss — er bremst sie nicht nur ab
- Schließkraftgrößen EN 1 bis EN 7 nach DIN EN 1154: von der 750 mm breiten Wohnungstür bis zum 1600 mm breiten Objektflügel
- Vier Bauarten im Programm — oben auf Türblatt oder Zarge, verdeckt im Boden, integriert im Türblatt, im Rahmen oder Rohrprofil
- Sechs Hersteller: GEZE, dormakaba, ECO Schulte, ASSA ABLOY, LOCINOX und DICTATOR
- An Feuer- und Rauchschutztüren ist eine mechanische Feststellung nicht zulässig — offen halten darf man solche Türen nur mit einer zugelassenen Feststellanlage
Was ein Türschließer macht
Beim Öffnen der Tür spannt der Nutzer eine Feder im Schließerkörper. Lässt er los, entspannt sie sich wieder und schließt die Tür — wie schnell und mit welchem Endschlag, steuert ein Hydrauliksystem über einstellbare Ventile. Genau das meint der amtliche Titel der Norm: DIN EN 1154 „Schlösser und Baubeschläge — Türschließmittel mit kontrolliertem Schließablauf".
Die Größe des Schließers richtet sich nach der Türflügelbreite: Größe 1 bis 750 mm, Größe 4 über 950 bis 1100 mm, Größe 7 über 1400 bis 1600 mm. Erschwerende Bedingungen verlangen eine Nummer mehr — hohes Türblattgewicht, Winddruck und Zugluft, Dichtungen mit hohem Anpressdruck oder ein Gestänge auf der Bandgegenseite. Zu klein gewählt fällt die Tür nicht sicher ins Schloss, zu groß gewählt lässt sie sich nur mit spürbarem Kraftaufwand öffnen.
Verwandte Kategorien
- Feststellanlagen — der einzige zulässige Weg, eine Brandschutztür offen zu halten
- Türdämpfer — wenn die Tür nur zu hart zufällt und nicht selbsttätig schließen muss
- Türfeststeller — Türen im geöffneten Zustand arretieren
- Drehtürantriebe — motorisch statt federgetrieben
- Technische Erklärungen — Normen, Einstellung, Montage und Wartung im Detail
GEZE TS 5000 L-IS - Türschließer mit integrierter Schließfolgeregelung
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Wonach Türschließer ausgewählt werden
Zwei Achsen schneiden dieses Sortiment: die Bauart — sie folgt aus der Einbausituation — und der Hersteller, der meist schon durch den Bestand am Objekt vorgegeben ist.
| Bauart | Wo sie sitzt | Typische Situation |
|---|---|---|
| Obentürschließer | oben auf dem Türblatt oder auf der Zarge | der Regelfall — größte Auswahl, nachrüstbar, alle EN-Größen |
| Bodentürschließer | verdeckt im Fußboden | wenn oben nichts sichtbar sein darf; Einbau verlangt eine Bodenöffnung |
| Integrierter Türschließer | im Türblatt eingelassen | geschlossene Tür bleibt beschlagfrei; Türblatt muss die Bautiefe hergeben |
| Rahmentürschließer | im Türrahmen | schmale Rahmenprofile, wenig Platz auf dem Blatt |
| Rohrtürschließer | im Rohr- oder Profilquerschnitt | Rohrrahmentüren und Pforten, auch im Freien |
| Freilauftürschließer | oben, mit elektrischer Freigabe | Brandschutztür, die sich im Alltag widerstandsfrei bewegen soll |
Zwei Einbausituationen haben eine eigene Seite, weil sie die Bauart mitbestimmen: Türschließer für Glastüren und Türschließer für Gartentüren, dazu die Lift- und Aufzugtürschließer.
Nach Hersteller: Türschließer GEZE · Türschließer dormakaba · Türschließer ECO · Türschließer ASSA ABLOY · Türschließer LOCINOX. Gleitschienen und Gestänge sind herstellerspezifisch und untereinander nicht austauschbar — ein GEZE-Schließer braucht eine GEZE-Schiene.
Türschließer, Türdämpfer oder Feststellanlage?
Die drei Begriffe werden häufig verwechselt, obwohl sie verschiedene Aufgaben lösen:
| Türschließer | Türdämpfer | Feststellanlage | |
|---|---|---|---|
| Aufgabe | schließt die Tür aus jeder Stellung selbsttätig | bremst die zufallende Tür und zieht sie ins Schloss | hält die Tür offen und gibt sie im Brandfall frei |
| Wirkbereich | der gesamte Schließweg | nur die letzten Zentimeter | Offenlage bis zur Auslösung |
| Anlass | Tür muss selbstschließend sein | Tür schlägt zu laut oder zu hart auf | Brandschutztür stört im Alltag den Durchgang |
| Norm | DIN EN 1154 | keine bauaufsichtliche Anforderung | Bauartgenehmigung des DIBt erforderlich |
An Brandschutztüren treten sie oft gemeinsam auf: Der Schließer bringt die Tür zu, die Feststellanlage darf sie bis zum Alarm offen halten, und ein Türdämpfer nimmt dem Anschlag die Härte. Wer die Tür nur im geöffneten Zustand arretieren will und keine Brandschutzanforderung hat, ist bei den Türfeststellern richtig.
Häufige Fragen zu Türschließern
Was bedeutet die EN-Größe auf einem Türschließer?
Sie ist die Schließkraftgröße nach DIN EN 1154 und richtet sich nach der Türflügelbreite: Größe 1 bis 750 mm, Größe 2 bis 850 mm, Größe 3 bis 950 mm, Größe 4 bis 1100 mm, Größe 5 bis 1250 mm, Größe 6 bis 1400 mm, Größe 7 bis 1600 mm. Eine Angabe wie „EN 2–5" heißt: Der Schließer lässt sich innerhalb dieses Bereichs einstellen. Mehr dazu unter DIN EN 1154 und die EN-Größe.
Was ist der Unterschied zwischen Gleitschiene und Gestänge?
Die Gleitschiene führt den Schließerarm verdeckt in einer flachen Schiene über dem Türblatt: flacher, optisch ruhiger und mit geringerem Öffnungsmoment — deshalb die bessere Wahl an barrierefreien Türen. Das Gestänge arbeitet mit sichtbarem Scherenarm, hat mehr Kraftreserve und ist unempfindlicher gegen schwere Türen, Windlast und Verschmutzung. Eine elektromechanische Feststellung oder ein Rauchschalter in der Schiene setzen die Gleitschiene voraus.
Wie schnell muss eine Tür schließen?
Richtwert für die Einstellung nach EN 1154 sind rund 5 Sekunden aus 90° Offenstellung. An Feuer- und Rauchschutztüren gilt zusätzlich eine harte Obergrenze: Die eingestellte Gesamtschließzeit darf 30 Sekunden nicht überschreiten. Gemessen wird die ganze Strecke, nicht nur der verzögerte Abschnitt. Praktische Anleitung unter Türschließer einstellen.
Was ist bei zweiflügeligen Türen zusätzlich nötig?
Eine Schließfolgeregelung. Der Standflügel muss vor dem Gangflügel schließen, sonst liegt der Falz nicht auf und die Tür schließt nicht dicht. Gefordert wird das von DIN EN 1158; die Umsetzung erklärt der Artikel Schließfolgeregelung.
Was heißt „selbstschließend" an einer Brandschutztür genau?
Die Tür muss aus jeder Öffnungsstellung sicher und vollständig ins Schloss gehen. Deshalb ist dort eine mechanische Feststellung — Feststellarm, Rastfeststellung, Kugelfeststeller oder Keil — nicht zulässig. dormakaba kennzeichnet Rastfeststellarme ausdrücklich als an Feuer- und Rauchschutztüren nicht zugelassen.
Reicht die CE-Kennzeichnung als Nachweis für meine Brandschutztür?
Nein. DIN EN 1154 beschreibt das Bauteil; die Feuer- oder Rauchschutztür wird als Gesamtkonstruktion geprüft. Maßgeblich ist zusätzlich der Verwendbarkeitsnachweis der Tür und die vom Türhersteller vorgegebenen Befestigungspunkte. Steht in einer Freigabeliste unter „Türentyp" schlicht „Alle", ist damit ein geprüfter Ausschnitt gemeint, nicht das gesamte Sortiment.
Fragen zur Kaufentscheidung
Die Tür steht im Freien — worauf muss ich beim Türschließer zusätzlich achten?
Auf drei Dinge, die im Innenbereich keine Rolle spielen. Korrosion: Die Beständigkeit steht in der letzten der sechs Kennziffern der CE-Klassifizierung, nicht in der Größenangabe an dritter Stelle — eine 0 an dieser Stelle bedeutet, dass dafür keine Anforderung geprüft wurde. Windlast: Winddruck, Zugluft und Druckdifferenzen gehören zu den erschwerenden Bedingungen, bei denen eine Nummer größer gewählt wird. Bauart: Für Tore und Pforten gibt es Türschließer für Gartentüren, für Rohrrahmenprofile die Rohrtürschließer.
Mein Schließer sitzt an einer Brandschutztür — darf ich ihn kleiner einstellen, weil die Tür zu schwer geht?
Nur bis Größe 3. An Feuerschutztüren muss mindestens die Türschließergröße EN 3 eingestellt sein. Entscheidend ist der eingestellte Wert, nicht der Einstellbereich des Geräts: Ein Schließer mit Bereich EN 1–4 ist zulässig, muss dort aber auf 3 oder 4 stehen. Wird er bei der Montage auf EN 2 heruntergedreht, ist die Anforderung verletzt, ohne dass am Gerät etwas anders aussieht.
Die Tür soll barrierefrei sein und trotzdem eine Brandschutztür bleiben — geht das?
Über die Einstellung nicht: Nach unten begrenzt der Brandschutz auf EN 3, nach oben begrenzt die Barrierefreiheit das Öffnungsmoment. Der Spielraum entfällt damit. Lösbar ist das nur konstruktiv — Gleitschiene statt Gestänge, ein Modell mit stark abfallendem Öffnungsmoment oder eine Ausführung mit Öffnungsunterstützung — oder über einen Drehtürantrieb nach DIN 18263-4.
Kann ich einen Türschließer auf jeden Untergrund schrauben?
Nein — und an Feuer- und Rauchschutztüren entscheidet das nicht der Schließer, sondern die Tür: Maßgeblich sind die vom Türenhersteller vorgegebenen Befestigungspunkte. Trägt der Untergrund die Verschraubung nicht oder hat ein ausgebauter Altschließer ein anderes Bohrbild hinterlassen, schafft eine Montageplatte eine durchgehende Befestigungsfläche und deckt die alten Löcher ab. Ganzglastüren nehmen im Blatt gar keine Verschraubung auf — dort wird der Schließer über einen Klemmschuh gefasst, siehe Türschließer für Glastüren.
Kann ich einen vorhandenen Türschließer gegen ein anderes Modell tauschen?
In aller Regel ja, solange EN-Größe, Montageart und Bandseite passen und die Tür ihren Verwendbarkeitsnachweis behält. Übernehmen lässt sich der Bestand aber nur innerhalb einer Marke: Schiene und Gestänge bleiben nur liegen, wenn der neue Körper vom selben Hersteller und aus derselben Baureihe stammt.
Woran erkenne ich, ob ein Schließer für barrierefreie Türen taugt?
An der gesondert angegebenen barrierefrei nutzbaren Flügelbreite oder an einer Technik, die das Öffnungsmoment senkt. Die maximale Flügelbreite allein sagt darüber nichts aus — beim GEZE TS 5000 etwa stehen 1400 mm Maximalbreite gegen 1100 mm für barrierefreie Nutzung.