Elektrische Türöffner — Türen fernentriegeln, ohne das Schloss zu tauschen
- Der Türöffner sitzt in der Zarge und gibt die Schlossfalle frei — Schloss und Drücker der Tür bleiben unverändert
- Im Shop die Baureihe effeff 118 in Arbeitsstromausführung, wahlweise 6–12 V oder 10–24 V AC/DC, universelle DIN-Richtung
- Aufbruchfestigkeit 3.750 N, Baumaß 66 × 16 × 26 mm, mit Geräuschdämpfung
- Verstellbare Falle FaFix® mit 3 mm Verstellbereich — sie gleicht aus, wenn Schlossfalle und Türöffner nicht genau fluchten
- Nicht für Flucht- und Rettungswege: Ein Arbeitsstrom-Türöffner bleibt bei Stromausfall verriegelt. Dort gilt das Ruhestromprinzip und eine Steuerung nach EltVTR
Wie ein elektrischer Türöffner arbeitet
Ein elektrischer Türöffner ersetzt nicht das Schloss, sondern das Schließblech. An seiner Stelle sitzt in der Zarge ein Gehäuse mit einer beweglichen Falle. Solange sie gesperrt ist, hält sie die Schlossfalle fest wie ein normales Schließblech — die Tür ist zu. Wird der Türöffner angesteuert, gibt die Falle nach, und die Tür lässt sich aufdrücken, ohne dass jemand den Drücker betätigt oder aufsperrt. Das ist der Vorgang hinter dem Summen an der Haustür.
Die Baureihe im Shop arbeitet in Arbeitsstromausführung: Sie entriegelt, solange Strom fließt, und bleibt ohne Strom verriegelt. Diese Richtung ist überall dort gewollt, wo die Tür im Zweifel zu bleiben soll — Zutrittskontrolle, Gegensprechanlage, Nebeneingang. Wo umgekehrt sichergestellt sein muss, dass die Tür bei Stromausfall frei wird, arbeitet die Technik nach dem Ruhestromprinzip; das ist ein anderer Bauteiltyp mit eigenem Regelwerk und keine Variante des Türöffners.
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Arbeitsstrom oder Ruhestrom?
Die erste Frage vor jedem Türöffner ist nicht die nach der Spannung, sondern die nach der Wirkrichtung: Was soll passieren, wenn der Strom ausfällt?
| Arbeitsstrom | Ruhestrom | |
|---|---|---|
| Entriegelt | wenn Strom fließt | wenn der Strom unterbrochen wird |
| Bei Stromausfall | Tür bleibt verriegelt | Tür wird frei |
| Gedacht für | Zutrittskontrolle, Gegensprechanlage, Nebeneingänge | elektrische Verriegelung in Flucht- und Rettungswegen |
| Regelwerk | keines im engeren Sinn | EltVTR, EN 13637 — nur mit zugelassener Steuerung |
| Im Shop | effeff Baureihe 118 | Steuerterminal für Fluchttüren, siehe Rettungswegtechnik |
Der Unterschied ist keine Feinheit, sondern der Kern der Auswahl. Ein Arbeitsstrom-Türöffner an einer Fluchttür würde die Tür bei Stromausfall verriegelt lassen — genau in dem Moment, in dem sie freigeben muss. Elektrische Verriegelungen in Flucht- und Rettungswegen arbeiten deshalb nach dem Ruhestromprinzip und dürfen nur zusammen mit einer zugelassenen Fluchttürsteuerung eingesetzt werden. Das Fluchttür-Steuerterminal 1340N ist ein solches Gerät: EltVTR-zugelassen und zusätzlich nach DIN EN 13637 geprüft, für 12 V DC oder 24 V DC, mit beleuchteter Nottaste und Schlüsseltaster für den Daueröffnungsbetrieb.
Welche Ausführung der Baureihe 118?
Alle drei Ausführungen haben dasselbe Baumaß, dieselbe Aufbruchfestigkeit und dieselbe verstellbare Falle. Sie unterscheiden sich in der Betriebsspannung und darin, ob eine mechanische Entriegelung dabei ist.
| Ausführung | Nennspannung | Nennwiderstand | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 118 D11 | 6–12 V AC/DC | 7,7 Ω | die Niederspannungs-Ausführung |
| 118 A71 | 10–24 V AC/DC | 43 Ω | dauerstromfest bei 11–13 V DC |
| 118E A71 | 10–24 V AC/DC | — | zusätzlich mit mechanischer Entriegelung |
Gemeinsam sind allen drei: Arbeitsstromausführung, universelle DIN-Richtung — der Türöffner passt also an DIN links wie DIN rechts —, Aufbruchfestigkeit 3.750 N, Baumaß 66 × 16 × 26 mm, FaFix®-Falle mit 3 mm Verstellbereich und integrierte Geräuschdämpfung. Bei 12 V nehmen die A71-Ausführungen 280 mA (DC) beziehungsweise 250 mA (AC) auf; das ist die Zahl, die in die Auslegung des Netzteils gehört.
Häufige Fragen zu elektrischen Türöffnern
Was macht ein elektrischer Türöffner genau?
Er ersetzt das Schließblech in der Zarge. Statt einer festen Aussparung sitzt dort ein Gehäuse mit beweglicher Falle: Im Ruhezustand hält sie die Schlossfalle wie ein normales Schließblech, angesteuert gibt sie nach. Die Tür lässt sich dann aufdrücken, ohne den Drücker zu betätigen oder aufzuschließen — das Schloss selbst bleibt dabei unverändert.
Muss das Türschloss für einen elektrischen Türöffner getauscht werden?
Nein. Der Türöffner arbeitet an der Zarge, nicht am Türblatt — getauscht wird das Schließblech. Was stimmen muss, ist die Geometrie: Die Schlossfalle muss die Öffnerfalle sauber treffen. Genau dafür gibt es bei der Baureihe 118 die verstellbare FaFix®-Falle mit 3 mm Verstellbereich.
Wozu ist die Türöffnerfalle verstellbar?
Damit Schlossfalle und Öffnerfalle zueinander passen. In der Praxis fluchten sie selten auf Anhieb — Zarge, Türblatt und Schloss stammen aus verschiedenen Serien und haben Toleranzen. Bei der Baureihe 118 lässt sich die Falle um 3 mm verstellen und anschließend fixieren, sodass die Tür weder klappert noch klemmt.
Was bedeutet Arbeitsstrom beim Türöffner?
Dass er entriegelt, solange Strom fließt. Ohne Strom bleibt er gesperrt und die Tür geschlossen — das ist die übliche Richtung für Zutrittskontrolle und Gegensprechanlagen, weil ein Stromausfall die Tür nicht öffnet. Die Gegenrichtung heißt Ruhestrom: Dort führt erst die Unterbrechung des Stroms zur Freigabe.
Was sagt die Aufbruchfestigkeit in Newton aus?
Sie ist die statische Kraft, der die verriegelte Öffnerfalle standhält, bevor sie nachgibt — bei der Baureihe 118 sind das 3.750 N. Die Zahl beschreibt allein das Bauteil: Wie sicher die Tür am Ende ist, entscheidet die schwächste Stelle aus Zarge, Befestigung, Schloss und Türblatt. Ein hochwertiger Türöffner in einer weichen Zarge bringt wenig.
Was ist die DIN-Richtung beim Türöffner?
Sie beschreibt, zu welcher Seite die Tür aufgeht — von der Bandseite aus gesehen nach links (DIN links) oder nach rechts (DIN rechts). Bei vielen Beschlagteilen muss sie beim Bestellen angegeben werden. Die Baureihe 118 ist universell ausgeführt und passt in beide Richtungen; die Frage entfällt hier also.
Fragen zur Kaufentscheidung
6 bis 12 V oder 10 bis 24 V — welche Ausführung brauche ich?
Das gibt die vorhandene Anlage vor, nicht die Tür. Maßgeblich ist, welche Spannung das Netzteil, die Gegensprechanlage oder die Türsteuerung tatsächlich liefert. Liegt sie unter 10 V, führt kein Weg am D11 vorbei (6–12 V, 7,7 Ω); ab 12 V aufwärts ist der A71 die Wahl (10–24 V, 43 Ω), der zusätzlich im Bereich 11 bis 13 V DC dauerstromfest ist. Wer die Spannung nicht kennt, misst sie an den Klemmen des bisherigen Türöffners, bevor er bestellt — ein Türöffner an zu hoher Spannung überhitzt, an zu niedriger zieht er nicht durch.
Was heißt dauerstromfest und wann ist das wichtig?
Ein normaler Türöffner ist für kurze Impulse ausgelegt — er summt, die Tür geht auf, der Strom ist wieder weg. Dauerstromfest heißt, dass er dauerhaft unter Spannung stehen darf, ohne zu überhitzen. Gebraucht wird das überall dort, wo eine Tür längere Zeit freigeschaltet bleiben soll, etwa während der Öffnungszeiten. Der A71 ist dafür im Bereich 11 bis 13 V DC ausgelegt; außerhalb dieses Fensters gilt die Freigabe nicht.
Wann brauche ich einen Türöffner mit mechanischer Entriegelung?
Wenn die Tür auch ohne Strom von der gesicherten Seite aus geöffnet werden muss. Beim 118E lässt sich die Falle über einen Hebel von Hand freigeben — das hilft bei Stromausfall und bei Störungen an der Ansteuerung. Für Flucht- und Rettungswege ist das allerdings kein Ersatz: Dort ist eine zugelassene Fluchttürsteuerung nach EltVTR vorgeschrieben, keine Handentriegelung am Bauteil.
Reicht der Türöffner allein, oder braucht es eine Steuerung?
Allein nicht. Der Türöffner ist ein Verbraucher: Er braucht eine Spannungsquelle im passenden Bereich und etwas, das den Kontakt schließt — einen Taster, eine Gegensprechanlage, einen Leser der Zutrittskontrolle. Bei Türen in Flucht- und Rettungswegen kommt zwingend eine zugelassene Steuerung dazu; im Shop ist das das Fluchttür-Steuerterminal 1340N mit EltVTR-Zulassung.
Darf ein elektrischer Türöffner an eine Fluchttür?
Nicht in Arbeitsstromausführung. Eine Tür im Verlauf eines Flucht- oder Rettungsweges muss im Notfall freigeben — auch und gerade bei Stromausfall. Elektrische Verriegelungen arbeiten dort nach dem Ruhestromprinzip und ausschließlich zusammen mit einer nach EltVTR zugelassenen Steuerung. Der zweite Punkt, der oft übersehen wird: Auch die Tür selbst und ihr Beschlag müssen für diesen Einsatz geeignet sein — ein Türöffner macht aus einer gewöhnlichen Tür keine Fluchttür.
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