Türdämpfer für Brandschutztüren — zugelassen und freigegeben
- ein Türdämpfer braucht an einer Feuer- oder Rauchschutztür eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung — die allein genügt aber nicht
- zusätzlich muss die konkrete Tür ihn zulassen: aufgeführt im Verwendbarkeitsnachweis oder abgedeckt durch eine Herstellererklärung des Türenherstellers
- viele Türmodelle schreiben Montageplatten vor — 205212 unter dem Dämpfer, 205231XL unter dem Haken
- begrenzt ist auch der Abstand zur Schließkante: je nach Türmodell 400, 300 oder 46 mm
- Ausschluss: nur trockene Innenräume mit nicht korrosiver Umgebungsluft — für Außentüren gilt keine der Zulassungen
Warum an dieser Tür zwei Nachweise nötig sind
Eine Feuer- oder Rauchschutztür wird als Gesamtkonstruktion geprüft, nicht Bauteil für Bauteil. Deshalb reicht es nicht, dass ein Türdämpfer für sich zugelassen ist: Er darf nur verwendet werden, wenn er in Verbindung mit dem jeweiligen Abschluss nachgewiesen und in dessen Verwendbarkeitsnachweis aufgeführt oder in den zugehörigen Unterlagen hinterlegt ist. Ersatzweise genügt eine Herstellererklärung des Türenherstellers, die die Anbringung an dieser Tür ausdrücklich erlaubt. Aus demselben Grund gibt es kein pauschales Bohrverbot an Brandschutztüren und ebenso wenig eine pauschale Erlaubnis — es kommt auf den Nachweis zur konkreten Tür an.
Der Grund für den Türdämpfer an dieser Stelle ist meist bauphysikalisch. In Brandschutzschleusen wirkt die Luft zwischen zwei kurz hintereinander liegenden Türen als Polster: Ist die zweite Tür geschlossen, geht die erste trotz Türschließer oft nicht ganz zu — und der Brandschutz ist dahin. Steht die zweite Tür dagegen offen, knallt die erste ins Schloss, im ganzen Gebäude hörbar. Ein Türdämpfer nimmt dem Schließvorgang die Härte und zieht die Tür zugleich sicher in den Fallenriegel. Zwei Bedingungen bleiben dabei unverrückbar: Er darf die Selbstschließung nicht behindern und die Tür nicht offen halten.
Produkte filtern
DICTATOR Montageplatte für Türdämpfer V 1600 an Brandschutztüren
25,47 €*
inkl. MwSt
21,40 €
zzgl. MwSt
Der Anwendungsfall: die Freigabe zur eigenen Tür finden
Aus dem DICTATOR-Programm erfüllt die Zulassungsvoraussetzung der V 1600 F mit der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-6.100-2502. Sie deckt zwei Varianten ab: den V 1600 F mit 80 N und fest eingestellter Schließgeschwindigkeit sowie den V 1600 mit 50 N und regulierbarer Schließgeschwindigkeit. Welche der beiden an einer bestimmten Tür erlaubt ist, entscheidet nicht der Käufer, sondern die Freigabe zu dieser Tür.
Dafür führt DICTATOR eine Montage-Freigabeliste (Stand 13.06.2023). Darin stehen unter anderem Hörmann, Novoferm Riexinger, Domoferm, Teckentrup, System Schröders, DMW Schwarze, Schüco und Reinaerdt — je Türentyp mit der Angabe, worauf sich die Freigabe stützt: entweder auf die Zulassungsnummer der Tür oder auf eine Herstellererklärung. Jede Zeile beantwortet vier Fragen:
| Angabe in der Liste | Was sie festlegt |
|---|---|
| Schließmittel | ob die Freigabe für Türen mit Federband, mit Obentürschließer oder für beides gilt |
| Abstand Schließkante | wie weit der Türdämpfer höchstens von der Schließkante entfernt sitzen darf — je Türtyp verschieden |
| Montageplatten | ob 205231XL unter dem Haken und 205212 unter dem Türdämpfer verlangt werden |
| Ausführung V 1600 | welche Variante gemeint ist — meist der V 1600 F, teils mit vorgegebenem Haken 1009 oder 1013, in Einzelfällen der regulierbare V 1600 mit 50 N |
Zwei Randbedingungen gelten quer über die Liste: Für einen Teil der Türtypen ist das Baurichtmaß auf 1250 × 2500 mm und das Türflügelgewicht auf 200 kg begrenzt. Und für zweiflügelige Anlagen sowie für jede nicht aufgeführte Brandschutztür verweist DICTATOR ausdrücklich auf die Rücksprache mit der technischen Kundenberatung. Für Brandschutztüren ohne Falz gibt es statt 205212 die Montageplatte 205237.
Abgrenzung: was hier erlaubt ist und was nicht
An einer Feuer- oder Rauchschutztür treffen vier Bauteile aufeinander, die alle etwas mit der Türbewegung tun. Nur zwei davon dürfen dort überhaupt sein:
| Bauteil | Aufgabe | An der Brandschutztür |
|---|---|---|
| Türschließer | schließt die Tür aus jeder Stellung selbsttätig | Pflicht — Eignung ist am Modell dokumentiert, nicht am Bauprinzip |
| Türdämpfer | bremst die zufallende Tür und zieht sie ins Schloss | zulässig, wenn zugelassen und für diese Tür freigegeben; er darf die Selbstschließung nicht behindern und die Tür nicht offen halten |
| Feststellanlage | hält die Tür offen und gibt bei Alarm selbsttätig frei | der einzige zulässige Weg, eine solche Tür offen zu halten — mit Bauartgenehmigung |
| mechanische Feststellung | Feststellarm, Kugelfeststeller, Rastfeststellung, Türkeil | ausnahmslos unzulässig — eine zugelassene Ausführung davon gibt es nicht |
Die zweite Verwechslung betrifft die Richtung. Ein Türdämpfer wirkt beim Schließen, auf den letzten Zentimetern des Wegs. Ein Türöffnungsbegrenzer wirkt beim Öffnen und schützt Wand, Zarge und Beschlag. Beide sind an Brandschutztüren einsetzbar, lösen aber verschiedene Probleme — und beide dürfen die Selbstschließung nicht behindern.
Häufige Fragen zu Türdämpfern an Brandschutztüren
Warum reicht die Zulassung des Türdämpfers nicht aus?
Weil der Brandschutz am Gesamtabschluss nachgewiesen wird, nicht am Einzelteil. Der Türdämpfer darf nur verwendet werden, wenn er im Verwendbarkeitsnachweis der jeweiligen Tür aufgeführt oder in deren Unterlagen hinterlegt ist. Die Zulassung sagt: Dieses Bauteil ist grundsätzlich geeignet. Die Freigabe der Tür sagt: An dieser Tür auch tatsächlich.
Was steht in der DICTATOR-Montage-Freigabeliste?
Je Türenhersteller und Türentyp, welche Ausführung des V 1600 montiert werden darf, mit welchem Schließmittel — Federband oder Obentürschließer —, welchen Höchstabstand zur Schließkante die Freigabe zulässt, welche Montageplatten vorgeschrieben sind und worauf sich die Freigabe stützt: auf die Zulassungsnummer der Tür oder auf eine Herstellererklärung. Türen, die nicht in der Liste stehen, sind damit nicht automatisch ausgeschlossen — sie sind ungeklärt.
Welchen Abstand zur Schließkante lässt die Freigabe zu?
Das steht je Türmodell in der Liste und reicht von 400 mm über 300 mm bis hinunter zu 46 mm bei bestimmten Rauchschutztüren. Der Wert ist keine Formalie: Je näher der Türdämpfer an der Schließkante sitzt, desto größer wird sein Hebelarm zum Band — und desto höher werden Schließ- und Öffnungskraft. Bei Montagen nahe der Schließkante rät der Hersteller ausdrücklich zur Rücksprache.
Was gilt an zweiflügeligen Brandschutztüren?
Die Zulassung erlaubt den Türdämpfer am Gangflügel, und nur wenn die zeitliche Abfolge von Öffnen und Schließen sichergestellt ist — etwa durch Standflügelverschlüsse. Unabhängig davon verlangt eine zweiflügelige Feuer- oder Rauchschutztür ohnehin eine Schließfolgeregelung nach DIN EN 1158, damit der Standflügel vor dem Gangflügel schließt. Für zweiflügelige Anlagen verweist die Freigabeliste auf die technische Beratung.
Woran erkenne ich den zugelassenen Türdämpfer?
Am Ü-Zeichen mit Herstellername, Zulassungsnummer, Bildzeichen der Zertifizierungsstelle, Herstellwerk und Herstellungsjahr — auf dem Türdämpfer selbst, dem Lieferschein, der Verpackung oder dem Beipackzettel. Zusätzlich muss die Zulassungsnummer dauerhaft lesbar am Dämpfer angebracht sein, als Aufkleber oder Gravur. Mitzuliefern sind außerdem eine schriftliche Einbau- und eine Wartungsanleitung; sie dürfen über einen QR-Code bereitgestellt werden.
Fragen zur Kaufentscheidung
Welchen Türdämpfer darf ich an meine Brandschutztür montieren?
Aus diesem Sortiment kommt nur der V 1600 F in Frage — und auch er nur, wenn die Freigabe zu Ihrem Türmodell vorliegt. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: erst den Türentyp und dessen Verwendbarkeitsnachweis feststellen, dann die Freigabe prüfen, dann Ausführung, Haken und Montageplatten danach auswählen. Andere Baureihen des Sortiments — R 1400, Z 1000, H 1300, VS 2000, Junior — tragen keine Brandschutzzulassung.
Brauche ich die Montageplatten 205212 und 205231XL?
Das gibt der Verwendbarkeitsnachweis Ihrer Tür vor. Ein großer Teil der freigegebenen Türmodelle verlangt beide, viele nur 205212 unter dem Türdämpfer, einzelne gar keine. Für Türen ohne Falz tritt 205237 an die Stelle von 205212. Im Zweifel die Ausführung mit Platten wählen: Fehlt eine vorgeschriebene Platte, ist die Montage nicht von der Freigabe gedeckt — und damit die ganze Tür nicht mehr nachweisbar.
Mein Türmodell steht nicht in der Freigabeliste — was nun?
Dann ist die Montage nicht freigegeben, aber auch nicht ausgeschlossen: Die Liste ist ein Auszug, kein abschließendes Verzeichnis. Der nächste Schritt ist die Klärung mit dem Türenhersteller, ob eine Herstellererklärung für Ihre Tür ausgestellt werden kann. DICTATOR steht dafür mit den Türenherstellern in Kontakt und übernimmt die Klärung auf Wunsch. Ohne einen der beiden Nachweise wird nicht montiert.
Was gilt für Brandschutztüren im Außenbereich?
Für sie gibt es aus diesem Sortiment keine Lösung. Die Zulassung Z-6.100-2502 erlaubt die Verwendung ausdrücklich nur im Innenbereich und nur in trockenen Räumen mit nicht korrosiver Umgebungsluft. Daran ändert auch Edelstahl nichts: Die Zulassung schließt Ausführungen aus Edelstahl ausdrücklich ein, beschränkt aber auch sie auf trockene Innenräume.
Verwandte Kategorien
- Dictator V 1600 F — das zugelassene Modell mit seinen Ausführungen
- V 1600 F an Brandschutztüren — Zulassung und freigegebene Türmodelle im Detail
- Rauch- und Feuerschutztürbeschläge — was an dieser Tür beschlagseitig sonst gilt
- Mechanische Feststellung — warum Keil und Feststeller hier ausscheiden
- Feststellanlagen — der einzige zulässige Weg, eine Brandschutztür offen zu halten
- Türschließer — das Bauteil, das die Tür überhaupt erst selbsttätig schließt
- Alle Türdämpfer — Modellübersicht und Auswahlhilfe