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Hekatron Feststellanlagen-Zentralen — Stromversorgung und Auslösung
- Die Zentrale ist das Herz der Anlage: Sie versorgt Melder und Haftmagnet mit 24 V DC, wertet den Melder aus und löst die Feststellung im Alarmfall
- Drei Baugrößen — FSZ Kompakt (kleinste Bauform, eine Tür), FSZ Basis (die meistverwendete, Handauslösetaster integriert), FSZ Pro (900 mA, zwei Relais, Hupe, Alarmeingang)
- Dazu das ESM Pro — ein Energiespeichermodul, das ausschließlich auf die Platine der FSZ Pro passt
- Ausgangsstrom als Auswahlgröße: 460 mA (Kompakt), 400 mA (Basis), 900 mA (Pro) — davon zehren Melder und Haftmagnete gemeinsam
- Keine der Zentralen enthält einen Rauchmelder — er wird immer separat angeschlossen. Wer beides in einem Gehäuse sucht, braucht eine Rauchschaltzentrale
Was eine Zentrale in der Feststellanlage leistet
Eine Feststellanlage besteht aus fünf Bausteinen: Energieversorgung, Brandmelder, Feststellvorrichtung, Auslösevorrichtung und Handauslösung. Die Zentrale übernimmt davon gleich zwei — sie ist Netzteil und Auslösevorrichtung in einem Gerät. Sie hängt an 230 V AC, stellt daraus 24 V DC bereit, hält damit den Haftmagneten angezogen und versorgt zugleich die angeschlossenen Rauch- und Thermoschalter.
Meldet einer dieser Schalter Rauch, unterbricht die Zentrale die Spannung am Magnetausgang: Der Haftmagnet lässt los, die Tür schließt. Dasselbe geschieht bei einem Netzausfall — die Anlage arbeitet nach dem Fail-Safe-Prinzip, ein Akku ist nicht vorgesehen. Über die Relaisausgänge lassen sich zusätzlich Signalgeber oder übergeordnete Technik ansteuern. Welche Zentrale die richtige ist, entscheidet sich an drei Zahlen: wie viele Melder angeschlossen werden, wie viel Strom alle Verbraucher zusammen ziehen und ob die Anlage Zusatzfunktionen wie Notstrompufferung oder eine Anbindung an die Brandmeldeanlage braucht.
Verwandte Kategorien
- Rauchmelder Hekatron — die Melder, die an jede dieser Zentralen zwingend dazugehören
- Hekatron Haftmagnete — die Feststellvorrichtung am Magnetausgang
- Rauchschaltzentralen — Zentrale und Melder in einem Gehäuse, wenn kein separater Melder gesetzt werden soll
- Signalgeber für Feststellanlagen — akustische und optische Meldung über den Relaisausgang
- Prüfgeräte für Feststellanlagen — Werkzeug und Prüfbuch für Abnahme und Jahresprüfung
- GEZE Feststellanlagen — das Zentralenprogramm eines anderen Herstellers; die Komponenten sind untereinander nicht austauschbar
Welche Zentrale für welche Anlage
Die Auswahl läuft über vier Fragen, in dieser Reihenfolge:
| Frage | Antwort führt zu |
|---|---|
| 1. Wie viele Melder braucht die Tür? | Bis 6 externe Melder genügt die FSZ Kompakt. Bis 12 die FSZ Basis. Darüber — bis 20 ohne beziehungsweise 24 mit Leitungsüberwachung im 2-Stich-Betrieb — die FSZ Pro |
| 2. Wie viel Strom ziehen alle Verbraucher? | Melder und Haftmagnete teilen sich das Budget: 460 mA bei der Kompakt, 400 mA bei der Basis, 900 mA bei der Pro. Zur Größenordnung: drei ORS 142 und zwei THM 425 kommen zusammen auf rund 192 mA |
| 3. Wo soll die Zentrale sitzen? | Die Kompakt ist mit 128 × 36 × 46 mm und 102 g die kleinste und lässt sich am Sturz, am Türrahmen, unter der Decke oder in der Zwischendecke montieren — auch außerhalb des Sichtbereichs. Basis und Pro sind Aufputzgeräte im 146-mm-Quadrat mit integriertem Handauslösetaster, Unterkante auf 1,4 m |
| 4. Braucht die Anlage Zusatzfunktionen? | Nur die Pro bietet Notstrompufferung über das ESM Pro, eine integrierte Hupe mit 65 dB(A), einen zweiten Relaisausgang, den externen Alarmeingang für Brandmelde- oder Gebäudeleittechnik und die stille Schließung |
Ein Punkt, der die Auswahl vorentscheidet: Alle drei Zentralen steuern einen Haftmagneten — bei der Pro begrenzt statt einer festen Zahl das Strombudget von 900 mA. Eine zweite Tür bedeutet also in aller Regel eine zweite Zentrale, nicht ein größeres Modell. Was die Pro von der Basis unterscheidet, ist nicht die Zahl der Türen, sondern die Zahl der Melder, der verfügbare Strom und die Zusatzfunktionen.
Die drei Zentralen im Vergleich
| FSZ Kompakt | FSZ Basis | FSZ Pro | |
|---|---|---|---|
| Ausgangsstrom | 460 mA | 400 mA | 900 mA |
| Leistungsabgabe | 11 W | 9,6 W | 21,6 W |
| Melder max. | 6 extern | 12 | 20 ohne, 24 mit Leitungsüberwachung (2 × 12) |
| Stichbetrieb | nur 1-Stich | 1- oder 2-Stich | 1- oder 2-Stich |
| Haftmagnete | 1 | 1 | nach Strombudget |
| Handauslösetaster | nicht integriert — externer Taster erforderlich | integriert, 50 × 50 mm | integriert, 50 × 50 mm, 180° drehbar |
| Relais | 1 Wechsler, 30 V DC / 1 A | 1 Wechsler, 250 V AC / 5 A | 2 Wechsler, 250 V AC / 5 A |
| Notstrom | nein | nein | optional über ESM Pro |
| Besonderheiten | Zwischendeckenmontage, 180° gedreht montierbar | Konfiguration über 3 DIP-Schalter, 3 LEDs | Hupe 65 dB(A), Alarmeingang für BMZ/GLT, stille Schließung, 6 DIP-Schalter |
| Maße / Gewicht | 36 × 128 × 46 mm, 102 g | 146 × 146 × 60,5 mm, 420 g | 146 × 146 × 60,5 mm, 477 g |
| Schutzart | IP40 | IP30 rückseitig, IP65 mit Kabelverschraubung | IP30 rückseitig, IP65 mit Kabelverschraubung |
| Temperaturbereich | −20 bis +45 °C | −10 bis +50 °C | −10 bis +50 °C |
| Bauartgenehmigung | Z-6.500-2394 | Z-6.500-2427 | Z-6.500-2359 |
Alle drei laufen an 230 V AC und geben 24 V DC aus, alle drei sind nach DIN EN 14637 klassifiziert und bauaufsichtlich zugelassen. Die Leitungslängen unterscheiden sich: Mit Leitungsüberwachung sind es bis 35 m zum Haftmagneten und je nach Aderquerschnitt 45 bis 75 m zu den Meldern, ohne Leitungsüberwachung bis 200 m. Bei der Kompakt liegt die Grenze zu den Meldern bei 30 m und zum Resettaster bei 3 m.
Häufige Fragen zu Feststellanlagen-Zentralen
Was macht eine Feststellanlagen-Zentrale genau?
Drei Dinge zugleich. Sie wandelt 230 V AC in die 24 V DC, mit denen Melder und Haftmagnet arbeiten. Sie wertet die angeschlossenen Rauch- und Thermoschalter aus. Und sie schaltet im Alarmfall den Magnetausgang ab, worauf die Feststellung freigibt und die Tür schließt. Netzteil, Auswertung und Auslösung stecken also in einem Gerät.
Ist in den Zentralen ein Rauchmelder enthalten?
Nein, bei keiner der drei. Der Melder wird immer separat angeschlossen — das ist gerade der Sinn dieser Bauform, weil der Melder dorthin gehört, wo der Rauch zuerst ankommt, und das ist selten der Ort der Zentrale. Wer beides in einem Gehäuse braucht, greift zu einer Rauchschaltzentrale mit integriertem Sturzrauchschalter.
Was bedeutet 1-Stich- und 2-Stich-Betrieb?
Ein „Stich" ist eine Melderleitung. Im 1-Stich-Betrieb hängen alle Melder an einer Leitung, im 2-Stich-Betrieb verteilen sie sich auf zwei — das erhöht die zulässige Melderzahl und erlaubt es, zwei getrennte Bereiche zu überwachen. Umgestellt wird per DIP-Schalter, und zwar nur zusammen mit eingeschalteter Leitungsüberwachung. Die FSZ Kompakt kennt nur den 1-Stich-Betrieb.
Wozu dient die Leitungsüberwachung?
Sie meldet einen Draht- oder Kurzschlussfehler in der Melderleitung, statt ihn unbemerkt zu lassen — gefordert von DIN EN 14637. Der Preis dafür sind kürzere zulässige Leitungslängen: mit Überwachung 35 m zum Haftmagneten und 45 bis 75 m zu den Meldern, ohne bis zu 200 m. Aktiviert wird sie per DIP-Schalter beziehungsweise Steckbrücke, und sie setzt ein Abschlussmodul am Leitungsende voraus.
Was passiert bei Netzausfall an einer Feststellanlagen-Zentrale?
Die Tür schließt. Ohne Spannung fällt der Haftmagnet ab — das ist gewollt und heißt Fail-Safe. Eine Batterie oder ein Akku ist in keiner der Zentralen vorgesehen. Nur die FSZ Pro lässt sich mit dem ESM Pro so ergänzen, dass die Versorgung kurzzeitig gepuffert wird.
Wofür steht ESM Pro?
Für Energiespeichermodul — nicht für ein Steuermodul. Es wird direkt auf die Leiterplatte der FSZ Pro geclipst, wiegt 45 g und puffert die Versorgung bei Netzausfall. Zwei Betriebsarten sind per DIP-Schalter wählbar: entweder werden alle Ausgänge für maximal drei Sekunden gehalten, sodass ein kurzer Spannungseinbruch die Tür nicht schließen lässt, oder der Magnetausgang wird sofort abgeschaltet und nur die 24-V-Versorgung von Meldern, Handauslöse- und Resettaster bleibt bis zur Entleerung bestehen. Die Pufferzeit hängt an der Zahl der Verbraucher — sechs Melder und ein Signalgeber ergeben typisch rund 25 Sekunden. Nach dem Einbau lädt das Modul bis zu 15 Minuten; solange blinkt die grüne LED.
Wie viele Melder darf ich an eine Zentrale hängen?
Das hängt von der Zentrale und von der Betriebsart ab. Die FSZ Kompakt trägt bis zu sechs externe Melder, die FSZ Basis zwölf, die FSZ Pro zwanzig ohne Leitungsüberwachung und im 2-Stich-Betrieb mit Überwachung bis zu 24 (zwölf je Stich). Zu beachten ist, dass die Klassifizierung nach DIN EN 14637 teils niedrigere Werte vorsieht als die Bauartgenehmigung — maßgeblich ist die Auslegung der konkreten Anlage.
Wie viele Haftmagnete kann eine Zentrale halten?
FSZ Kompakt und FSZ Basis jeweils einen. Bei der FSZ Pro gibt es keine feste Zahl; hier begrenzt das Strombudget von 900 mA, was insgesamt angeschlossen werden kann. Praktisch heißt das: Eine zweite Tür braucht meist eine zweite Zentrale.
Fragen zur Kaufentscheidung
Basis, Kompakt oder Pro — welche Zentrale brauche ich?
Die FSZ Basis ist die meistverwendete und deckt den Normalfall ab: eine Tür, bis zwölf Melder, Handauslösetaster im Gerät. Zur FSZ Kompakt greift man, wenn die Zentrale nicht sichtbar sein soll oder schlicht kein Platz für ein Aufputzgerät ist — dafür ist ein externer Handauslösetaster Pflicht. Die FSZ Pro lohnt bei vielen Meldern, hohem Strombedarf oder wenn Notstrompufferung, Hupe, ein zweiter Relaisausgang oder die Anbindung an eine Brandmeldeanlage gefordert sind.
Reicht der Ausgangsstrom für meine Anlage?
Das lässt sich vorher rechnen: Die Stromaufnahme aller Melder plus die der Haftmagnete muss unter dem Ausgangsstrom bleiben. Zur Orientierung — drei ORS 142 und zwei THM 425 ergeben zusammen rund 192 mA und passen damit in jedes der drei Budgets. Wird der Ausgangsstrom im Betrieb doch überschritten, zeigen Basis und Pro das über einen eigenen Blinkcode an; die Verbraucher sind dann neu zu rechnen. Die Bedeutung der Blinkcodes steht unter Blinkcodes und LED-Anzeigen.
Brauche ich einen separaten Handauslösetaster zur Zentrale?
Bei der FSZ Kompakt ja — sie hat keinen eingebauten. FSZ Basis und FSZ Pro bringen einen 50 × 50 mm großen Taster mit, ein externer lässt sich zusätzlich anschließen. Sinnvoll ist das immer dann, wenn die Zentrale nicht dort sitzt, wo der Taster nach Vorschrift hingehört: gut sichtbar, frei zugänglich, nicht von der festgestellten Tür verdeckt. Die Anforderungen erklärt der Artikel Handauslösetaster.
Kann ich eine vorhandene Zentrale gegen ein anderes Modell tauschen?
Nur mit Blick auf die Bauartgenehmigung. Jede Zentrale ist mit einer eigenen Zulassungsnummer für bestimmte Gerätekombinationen zugelassen; wird ein Gerät durch eines ersetzt, das in der bisherigen Zulassung nicht aufgeführt ist, wird eine Neuabnahme nach der aktuell gültigen Zulassung fällig. Beim gleichzeitigen Meldertausch kommt hinzu, welcher Nummernkreis für die Anlage gilt — dazu Meldertausch nach 8 Jahren.
Was gehört außer der Zentrale zur vollständigen Anlage?
Mindestens ein Brandmelder mit Sockel, die Feststellvorrichtung aus Haftmagnet und Ankerplatte, die Handauslösung sowie Prüfbuch und Abnahmeschild für die Dokumentation. Bei der FSZ Kompakt ist der externe Handauslösetaster Pflicht, bei der FSZ Pro kommt optional das Energiespeichermodul dazu.
Wie oft muss die Anlage danach geprüft werden?
Nach der Abnahme gilt DIN 14677: monatliche Funktionsprüfung durch eine eingewiesene Person, nach zwölf fehlerfreien Monaten darf auf vierteljährlich umgestellt werden, dazu einmal jährlich die Fachprüfung. Die Rauchschalter werden nach acht Jahren getauscht. Der Ablauf steht unter Wartung und Prüfung DIN 14677.