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Taster und Signalgeber für Hekatron Feststellanlagen — Handauslösung und Warnung beim Schließen
- Handauslösetaster schließen die festgestellte Tür auf Knopfdruck — jede Feststellvorrichtung muss sich so auslösen lassen
- HAT 02 mit roter Wippe und der Aufschrift „Tür schließen“, Auf- oder Unterputz; der HAT 155 F AP funkt über das Funkmodul FM 155 F
- Signalgeber warnen Menschen im Durchgang, bevor ein festgestelltes Tor oder eine Tür zufährt — an Schiebe-, Hub- und Rollabschlüssen ist die audiovisuelle Signalisierung nach MVV TB vorgeschrieben
- Signalgeber werden über den Relaisausgang der Zentrale angesteuert — der Torsignalgeber läuft parallel zur Feststellvorrichtung
- Ein Signalgeber löst nichts aus — er meldet nur. Auslösen dürfen Melder und Handauslösetaster
Handauslösetaster und Signalgeber — was sie an der Anlage leisten
Melder, Zentrale und Haftmagnet bilden die Anlage — der Handauslösetaster macht sie bedienbar. Jede Feststellvorrichtung muss sich auch von Hand auslösen lassen. Der Handauslösetaster hat dafür eine bewusst unspektakuläre Aufgabe — er unterbricht den Haltestrom, mehr nicht. Genau deshalb ist er ein Öffner: Auch ein Kabelbruch führt dazu, dass die Tür schließt, statt offen zu bleiben.
Ein festgestellter Feuer- oder Rauchschutzabschluss steht im Alltag offen. Löst die Anlage aus, setzt er sich in Bewegung — bei einer Drehflügeltür sichtbar und langsam, bei einem Schiebe-, Roll- oder Falttor dagegen schwer und oft schnell. Wer in diesem Moment im Durchgang steht, muss gewarnt werden. Das ist die Aufgabe des Signalgebers: Er macht den Schließvorgang hörbar und sichtbar, solange er läuft.
Technisch sind das drei verschiedene Dinge. Eine akustische Sirene gibt nur Ton. Eine Sirene mit Blitzleuchte ergänzt das optische Signal — wichtig in lauter Umgebung und für Menschen, die den Ton nicht hören. Der Torsignalgeber TSG 100 ist eine eigene Bauart: Er wird mit 24 V DC versorgt und lädt dabei einen Kondensatorpuffer; fällt die Versorgung weg — durch Alarm oder durch Netzausfall —, signalisiert er aus diesem Puffer weiter. Genau das verlangt die Vorschrift, denn ein Tor schließt auch dann, wenn der Strom ausfällt. Daneben steht in dieser Kategorie mit der RZA 142 AP eine Anzeige anderer Art: Sie signalisiert nicht dem Durchgang, sondern dem Betreiber, in welchem Zustand die Rauchschalter der Anlage sind.
Hekatron HAT 155 F AP - Funk-Handauslösetaster für Feststellanlagen
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Anwendungsfall: Brandschutztor im Durchgang
Der klassische Fall ist das Feuerschutzschiebetor im Lager oder in der Produktion. Es steht offen, damit Stapler und Personal durchkönnen, und wird über eine Feststellanlage gehalten. Löst der Rauchschalter aus, fällt die Haltekraft weg und das Tor läuft — meist mit erheblicher Masse — in seine Schließstellung. Wer im Durchgang steht oder gerade einfährt, hat keine Vorwarnung, wenn nichts warnt.
Deshalb schreiben die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen in den Fassungen MVV TB 2019/1 und 2020/1 vor, dass das Schließen eines bauaufsichtlich geforderten Feuer- oder Rauchschutz-Schiebe-, Hub- oder Rollabschlusses audiovisuell signalisiert wird. Zwei Punkte daran werden in der Praxis leicht übersehen:
- Die Signalisierung beginnt mit dem Auslösen — nicht, wenn das Tor schon halb zu ist
- Sie gilt auch bei Netzausfall — der Abschluss schließt dann ebenso, nur ohne Strom für einen ungepufferten Signalgeber
Der TSG 100 löst beides über eine Kondensatorpufferung. Im Normalbetrieb zieht er beim Laden höchstens 55 mA bei 24 V DC ±5 %; ein vollständig entladener Puffer ist nach etwa 15 Minuten wieder geladen und trägt dann rund 120 Sekunden Signalisierung. Da er parallel zur Feststellvorrichtung betrieben wird, lässt er sich an Anlagen aller Hersteller nachrüsten — die Zentrale muss dafür nicht getauscht werden.
Ist am Tor ein Endschalter vorhanden, wird er an den Eingang „Endschalter Tor zu“ gelegt: Die Signalisierung endet dann, sobald das Tor wirklich geschlossen ist, statt den Puffer leerlaufen zu lassen. Fehlt der Endschalter, wird der Eingang mit einer Drahtbrücke geschlossen.
Für die Anlage insgesamt gibt es einen zweiten Anwendungsfall, der nichts mit dem Durchgang zu tun hat: Wo mehrere Rauchschalter verbaut sind, fasst die Rauchschalter-Zustandsanzeige RZA 142 AP deren Zustand an einer Stelle zusammen — bis zu 20 Melder über den RS-Bus bei maximal 100 m Buslänge. Fünf LEDs zeigen Betrieb, leichte und starke Verschmutzung, Störung und Alarm; fünf potentialfreie Wechsler (30 V DC / 1 A / 30 W) geben dieselben Zustände an eine Gebäudeleittechnik weiter. Für den Hausmeister heißt das: Verschmutzung wird sichtbar, bevor sie zur Störung wird.
Vorschrift, Normen und was gemessen wird
Die Pflicht zur Signalisierung ergibt sich nicht aus dem Produktdatenblatt, sondern aus dem Baurecht. Maßgeblich sind MVV TB 2019/1 und 2020/1; produktseitig kommt die EN 12604 für Tore hinzu. Der Signalton der Sirene mit Blitzleuchte folgt DIN 33404-3.
| Größe | Wert TSG 100 | Bedeutung |
|---|---|---|
| Lautstärke | 67 bis 100 ±2 dB(A) in 1 m | stufenlos am Potentiometer einstellbar |
| Töne | 39, per DIP-Schalter wählbar | Unterscheidung von anderen Signalen im Gebäude |
| Pufferdauer | ca. 120 s | Signalisierung ohne Netz |
| Aufladezeit | ca. 15 min | aus vollständig entladenem Zustand |
| Schutzart | IP65 | Halle, Durchfahrt, staubige Umgebung |
| Temperatur | −20 bis +70 °C Betrieb | unbeheizte Bereiche |
| Signalfarbe | rot, Gehäuse RAL 3001 | als Warneinrichtung erkennbar |
Eine Zahl kommt nicht aus dem Baurecht, sondern aus der Maschinenrichtlinie und entscheidet in der Halle über die Einstellung: Das akustische Signal muss 15 dB über der Umgebungslautstärke liegen. Wer den Pegel nach Gehör einstellt, liegt in einer lauten Produktion regelmäßig zu niedrig.
Für den Anschluss gibt Hekatron Klemmen von 0,25 bis 1,5 mm² an, empfohlen wird IY(ST)Y 2×2×0,8. Der Signalgeber ist Teil der Anlage und wird damit in deren Prüfungen einbezogen: monatliche Funktionsprüfung durch eine eingewiesene Person, jährliche Fachprüfung nach DIN 14677-2. Was dabei zu dokumentieren ist, steht unter Prüfbuch für Feststellanlagen.
Wo der Handauslösetaster hingehört
Der Handauslösetaster. Seine Lage ist nicht Geschmackssache. Die Bauartgenehmigung verlangt, dass er sich in unmittelbarer Nähe des Abschlusses befindet, gut sichtbar und einfach zu bedienen ist und vom festgestellten Abschluss nicht verdeckt wird; eine konkrete Montagehöhe gibt das DIBt nicht vor. Die 1,4 m sind eine Empfehlung Hekatrons in Anlehnung an DIN VDE 0833-2, die Brandmeldeanlagen regelt. Die Anforderungen im Überblick:
| Punkt | Anforderung |
|---|---|
| Höhe | Empfehlung Hekatrons: 1,4 m (+0,2 / −0,4 m) in Anlehnung an DIN VDE 0833-2:2017-10; das DIBt gibt keine Höhe vor, in barrierefreien Gebäuden sind abweichende Höhen möglich |
| Sichtbarkeit | gut sichtbar, frei zugänglich, beleuchtet |
| Verdeckung | darf durch die festgestellte Tür nicht verdeckt werden |
| Ausführung | rote Schaltwippe mit der Aufschrift „Tür schließen“ nach DIBt |
| Kontakt | Öffner (NC), an den Eingang der Zentrale angeschlossen — an der FSZ Basis an den Klemmenblock 6 (Ext. Handauslöse- und Resettaster), an der FSZ Kompakt an den Anfang der Melderlinie; die Zentrale schaltet daraufhin den Haftmagneten ab. Der Taster rastet nicht ein und geht nach dem Loslassen in die Ausgangslage zurück |
| Montageart | Aufputz direkt auf die Wand oder Unterputz in eine Standard-Unterputzdose; Montagefläche 81 × 81 mm, Aufputztiefe 38,5 mm |
| Aufgabe | Teil | Wann es gebraucht wird |
|---|---|---|
| Von Hand auslösen | Handauslösetaster HAT 02 | Von Hand auslösbar sein muss jede Feststellung. An der FSZ Kompakt und an der RSZ kompakt ist der externe Taster deshalb zwingend — sie bringen keinen Handauslösetaster mit (der Taster der RSZ kompakt ist ein Prüf- und Resettaster). An FSZ Basis und FSZ Pro, die einen Taster von 50 × 50 mm integriert haben, kommt er an die Tür, wenn die Zentrale nicht unmittelbar beim Abschluss sitzt |
Der letzte Punkt der Tabelle ist der, an dem in der Praxis am häufigsten nachgebessert wird: Ein Taster, der beim Öffnen der Tür hinter dem Flügel verschwindet, erfüllt seine Aufgabe nicht — gebraucht wird er ja genau dann, wenn die Tür festgestellt, also offen ist. Die ausführliche Darstellung dazu, wann ein Taster überhaupt Pflicht ist, steht im Artikel Handauslösetaster.
Häufige Fragen zum Handauslösetaster
Darf der Handauslösetaster hinter der festgestellten Tür liegen?
Nein. Er darf durch die festgestellte Tür nicht verdeckt werden — und im Feststellzustand steht der Flügel offen. Ein Taster an der falschen Wandseite ist deshalb genau in dem Moment unerreichbar, in dem er gebraucht wird. Das ist ein Montagefehler, der bei der Abnahme auffällt.
Zählen Schilder und Handauslösetaster zur Bauartgenehmigung der Anlage?
Unterschiedlich. Der Taster ist ein Bauteil der Anlage. Anders als Brandmelder und Feststellvorrichtungen, die in den Listen der Bauartgenehmigung namentlich stehen, beschreibt sie den verdrahteten Handauslösetaster über Anforderungen: rot, Aufschrift je nach Abschluss (z. B. „Tür schließen“), Gehäuse mindestens 40 × 40 mm, Betätigungsfeld mindestens 15 mm, Freigabe durch einmaliges kurzes Drücken von höchstens 500 ms. Ein Taster, der diese Anforderungen nicht erfüllt, betrifft die Zulassung. Namentlich aufgeführt ist bei den Funkkomponenten der HAT 155 F. Die Schilder und die Dokumentation sind keine Bauteile, sondern Auflagen für Abnahme und Betrieb. Fehlen sie, ist die Anlage nicht ordnungsgemäß abgenommen, obwohl technisch nichts falsch verbaut ist.
Brauche ich einen externen Taster, wenn meine Zentrale schon einen hat?
Das entscheidet der Montageort, nicht die Ausstattung. Der integrierte Taster sitzt am Gehäuse der Zentrale. Die Anforderung gilt aber dem Taster an der Tür: gut sichtbar, frei zugänglich, in etwa 1,4 m Höhe und nicht von der festgestellten Tür verdeckt. Sitzt die Zentrale so, dass sie diese Bedingungen erfüllt, genügt der integrierte Taster. Sitzt sie höher, im Nebenraum oder hinter dem offenen Flügel, kommt ein HAT 02 an die Tür.
Mein Taster sitzt in einem feuchten Raum — welche Ausführung passt?
Der HAT 02 nicht. Er hat Schutzart IP 20 und ist für trockene Räume ausgelegt. Für feuchte Umgebungen ist die Ausführung HAT 03 mit IP 44 vorgesehen; sie gibt es nur als Aufputzgerät und sie steht in dieser Kategorie nicht im Sortiment. Die Schutzart ist hier kein Komfortmerkmal — ein Öffner-Kontakt, der durch Feuchtigkeit dauerhaft öffnet, hält die Tür nicht mehr fest.
Passt der HAT 02 nur an Hekatron-Zentralen?
Elektrisch ist er schlicht ein Öffner am Tastereingang der Zentrale — daran ist nichts herstellerspezifisch. Ob er an einer Zentrale eines anderen Herstellers eingesetzt werden darf, entscheidet aber nicht die Bauform, sondern deren Verwendbarkeitsnachweis: Zulässig ist, was dessen Anforderungen an den Handauslösetaster erfüllt. Prüfen Sie das am Verwendbarkeitsnachweis der konkreten Anlage, bevor Sie über die Herstellergrenze hinweg kombinieren. Ist eine aktivierte Leitungsüberwachung im Spiel, kommt der Abschlusswiderstand am Stichende dazu — auch das steht im Nachweis der jeweiligen Zentrale.
Häufige Fragen zu Signalgebern
Warum muss das Schließen eines Brandschutztores signalisiert werden?
Weil ein Schiebe-, Hub- oder Rollabschluss schwer ist und ohne Vorwarnung zufährt. Die MVV TB 2019/1 und 2020/1 verlangen deshalb für bauaufsichtlich geforderte Feuer- und Rauchschutzabschlüsse dieser Bauarten eine audiovisuelle Signalisierung des Schließvorgangs.
Was unterscheidet einen Torsignalgeber von einer normalen Sirene?
Die Pufferung und die Ansteuerlogik. Eine Sirene wird über einen Relaisausgang der Zentrale geschaltet und braucht dafür Strom. Der Torsignalgeber liegt parallel zur Feststellvorrichtung und signalisiert genau dann, wenn deren Versorgung wegfällt — aus einem eigenen Kondensatorpuffer, also auch ohne Netz.
Warum signalisiert der Torsignalgeber auch bei Netzausfall?
Weil das Tor bei Netzausfall ebenfalls schließt. Ein Signalgeber, der seinen Strom aus derselben Quelle bezieht, wäre in genau diesem Moment stumm. Der TSG 100 lädt im Normalbetrieb einen Kondensatorpuffer und zehrt davon, sobald die Versorgung abgeschaltet wird.
Wie lange hält die Pufferung des TSG 100?
Rund 120 Sekunden bei voll geladenem Puffer. Die Aufladung aus vollständig entladenem Zustand dauert etwa 15 Minuten — nach einer Auslösung ist das Gerät also nicht sofort wieder voll einsatzbereit.
Wozu dient der Anschluss „Endschalter Tor zu“?
Er beendet die Signalisierung, sobald das Tor tatsächlich geschlossen ist, statt sie bis zum Ende der Pufferzeit laufen zu lassen. Ist kein Endschalter vorhanden, wird der Eingang mit einer Drahtbrücke geschlossen; dann signalisiert das Gerät, bis der Puffer leer ist — bei voll geladenem Puffer sind das höchstens rund 120 Sekunden. Vorher endet die Signalisierung, wenn die Feststellanlage zurückgesetzt wird.
Wie laut muss das akustische Signal sein?
Der TSG 100 lässt sich stufenlos zwischen 67 und 100 ±2 dB(A) in einem Meter Abstand einstellen. Als Richtwert gilt die Vorgabe der Maschinenrichtlinie: 15 dB über der Umgebungslautstärke. In einer lauten Halle bedeutet das eine deutlich höhere Einstellung als im Verwaltungsflur.
Fragen zur Kaufentscheidung
Braucht auch eine Drehflügeltür einen Signalgeber?
Die Signalisierungspflicht der MVV TB gilt Schiebe-, Hub- und Rollabschlüssen. Eine festgestellte Drehflügeltür schließt langsam und sichtbar; dort ist ein Signalgeber möglich, aber nicht durch diese Vorschrift gefordert. Sinnvoll wird er, wenn der Durchgang unübersichtlich ist oder das Türblatt besonders schwer.
Kann ich einen Torsignalgeber an einer Anlage eines anderen Herstellers nachrüsten?
Ja. Der TSG 100 wird parallel zur Feststellvorrichtung betrieben und braucht nur 24 V DC — er greift nicht in die Auslöselogik ein. Die Zentrale muss dafür nicht getauscht werden. Zu prüfen bleibt, ob der Verwendbarkeitsnachweis Ihrer Anlage einer Ergänzung entgegensteht.
Sirene mit oder ohne Blitzleuchte?
Mit Blitzleuchte überall dort, wo der Ton untergehen kann: in lauter Produktion, bei Gehörschutz, in Bereichen mit Publikumsverkehr. Nur akustisch genügt in ruhiger Umgebung mit übersichtlichem Durchgang. An bauaufsichtlich geforderten Schiebe-, Hub- und Rollabschlüssen ist die Signalisierung ohnehin audiovisuell verlangt — Ton allein reicht dort nicht.
Wofür ist eine Rauchschalter-Zustandsanzeige gut?
Sie beantwortet die Frage „läuft die Anlage noch sauber?“ an einer Stelle, statt an jedem einzelnen Melder. Fünf LEDs zeigen Betrieb, leichte und starke Verschmutzung, Störung und Alarm. Da ein Rauchschalter weder gereinigt noch geöffnet werden darf, ist der frühe Hinweis auf Verschmutzung der praktische Nutzen: Der Tausch lässt sich planen, statt nach einer Störung zu passieren.
Wie viele Rauchschalter überwacht eine RZA 142?
Bis zu 20 Melder über den RS-Bus, bei maximal 100 m Buslänge. Die Weiterleitung an eine Gebäudeleittechnik läuft über fünf potentialfreie Wechsler mit 30 V DC / 1 A / 30 W. Versorgt wird das Gerät mit 18–28 V DC bei maximal 120 mA.
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