221,34 €*
inkl. MwSt
186,00 €
zzgl. MwSt
Lieferzeit: 2-5 Werktage
Hekatron TSG 100 — Torsignalgeber für Feuer- und Rauchschutztore
Gepufferter optischer und akustischer Signalgeber, der das Schließen von Feuer- und Rauchschutzschiebe-, Hub- und Rollabschlüssen audiovisuell signalisiert — im Alarmfall ebenso wie bei Netzausfall.
Kurz & Knapp
- Optischer und akustischer Torsignalgeber für Feuer- und Rauchschutztore
- Audiovisuelle Signalisierung gemäß MVV TB 2019/1 und 2020/1
- 39 Töne per DIP-Schalter, Lautstärke 67–100 dB(A) stufenlos über Potentiometer
- Integrierte Pufferung: signalisiert ca. 120 s auch bei Netzausfall
- Schutzart IP 65, Betriebstemperatur −20 bis +70 °C
- Herstellerneutral nachrüstbar an bestehenden Feststellanlagen
- Vor dem ersten Einsatz: Puffer einmalig ca. 30 Minuten laden — erst dann signalisiert das Gerät
Produktbeschreibung
Der Hekatron TSG 100 ist ein audiovisueller Torsignalgeber für Feststellanlagen an Feuer- und Rauchschutzschiebe-, Hub- und Rollabschlüssen. Nach der Musterverwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB 2019/1 und 2020/1) muss das Schließen eines bauaufsichtlich geforderten Abschlusses audiovisuell signalisiert werden. Die Signalisierung muss unmittelbar mit dem Auslösen der Feststellvorrichtung beginnen — unabhängig davon, ob Alarm, Störung oder Netzausfall die Ursache ist.
Ergänzend gilt nach EN 12604 dieselbe Anforderung für ausschließlich durch Schwerkraft betriebene Tore, deren Schließgeschwindigkeit über 0,3 m/s liegt oder deren Krafteinwirkung 200 N übersteigt.
Der TSG 100 vereint Pufferung, Akustik und Optik in einem Gerät: 39 per DIP-Schalter wählbare Töne, stufenlos einstellbare Lautstärke von 67 bis 100 dB(A) und ein rotes Blitzlicht. Die Schutzart IP 65 erlaubt den Einsatz in Industriehallen, Lagern und Außenbereichen. Angeschlossen wird er an den Relaisausgang der Feststellanlagen-Zentrale — etwa FSZ Basis oder FSZ Pro. Da er parallel zu den Feststellvorrichtungen betrieben wird, lässt er sich ohne großen Aufwand an Anlagen sämtlicher Hersteller nachrüsten.
Funktionsprinzip und Pufferung
Der TSG 100 wird dauerhaft mit 24 V DC versorgt; über diese Versorgung wird der interne Puffer geladen. Im Ereignisfall — Alarm oder Netzausfall — wird die Versorgungsspannung abgeschaltet. Genau dann beginnt der Signalgeber zu signalisieren und bezieht seine Energie aus dem Puffer. Die Signalisierung endet, sobald die Versorgungsspannung wiederkehrt oder ein angeschlossener Endschalter „Tor zu" betätigt wird. Alternativ lässt sie sich über den Reset der Feststellanlage vorzeitig abschalten.
Der Energiespeicher ist ein Kondensator-Puffer, kein Akku. Bei voll geladenem Puffer beträgt die maximale Signalisierungsdauer ca. 120 Sekunden. Zur Einordnung: Ein Tor schließt im Mittel mit etwa 0,2 m/s, ein 10 m langes Tor benötigt somit rund 50 Sekunden.
Ladezeiten — wichtig bei der Inbetriebnahme
Ein fabrikneues oder längere Zeit spannungsloses Gerät signalisiert erst, wenn der Puffer ausreichend geladen ist. Das ist kein Defekt, sondern das normale Verhalten der Kondensator-Pufferung.
| Situation | Dauer |
|---|---|
| Nach der Erstinstallation — einmaliges vollständiges Laden, bevor überhaupt signalisiert wird | ca. 30 Minuten |
| Alle weiteren Ladevorgänge — Mindestladedauer, ab der eine Signalisierung erfolgen kann | min. 3,5 Minuten |
| Vollständig entladener Puffer — Ladezeit bis zur vollen Kapazität | ca. 15 Minuten |
Nach dem Anlegen der Betriebsspannung also zunächst die Ladezeit abwarten und die Funktionsprüfung erst danach durchführen.
Vorteile & Besonderheiten
- Pufferung, Akustik und Optik in einem Gerät — keine getrennten Komponenten für Blitzlicht und Signalton
- An die Umgebung anpassbar — 39 Tonarten und stufenlose Lautstärke verhindern unnötige Lärmbelastung und heben das Signal von Umgebungsgeräuschen ab
- Autark bei Netzausfall — integrierter Energiespeicher für ca. 120 Sekunden Signalisierung
- Endschalter- und Resettaster-Auswertung — Tor zu bedeutet Signalisierung aus, statt starrer Nachlaufzeit
- Nachrüstbar an allen Feststellanlagen — herstellerunabhängig, ein vorhandenes Netzgerät kann weiterverwendet werden
- Ohne zusätzliche Schulung zu montieren und ohne Mehraufwand durch zusätzliche Prüfungen
Einsatz- & Anwendungsbereiche
- Feuer- und Rauchschutz-Schiebeabschlüsse, Hubabschlüsse und Rollabschlüsse in bauaufsichtlich geforderter Ausführung
- Schwerkraftbetriebene Tore nach EN 12604 mit über 0,3 m/s Schließgeschwindigkeit oder über 200 N Krafteinwirkung
- Industriehallen, Produktions- und Lagerbereiche sowie Außenbereiche — Schutzart IP 65, Betriebstemperatur −20 bis +70 °C
- Nachrüstung von Bestandsanlagen: Die MVV TB regelt die Ausstattung von Neuanlagen. Bei Nutzungsänderung des Objekts oder wenn durch den Zustand des Tores Personen gefährdet werden, kann der Bestandsschutz entfallen und eine Nachrüstpflicht entstehen.
- Umgebungen mit hohem Geräuschpegel oder Personen mit eingeschränktem Hörvermögen — hier ist eine beidseitige oder zusätzliche optische Signalisierung zu prüfen
Technische Daten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Signalart | Optisch (rotes Blitzlicht) und akustisch |
| Töne | 39, per DIP-Schalter einstellbar |
| Lautstärke | 67 bis 100 +2 dB (1 m, bei DIN-Ton), über Potentiometer |
| Pufferung | Über Kondensatoren |
| Pufferdauer | Ca. 120 Sekunden bei voll geladenem Puffermodul |
| Ladezeit nach Erstinstallation | Ca. 30 Minuten (einmalig) |
| Ladezeit bei entladenem Puffer | Ca. 15 Minuten |
| Schutzart | IP 65 (mit Kabelverschraubung M18) |
| Signalfarbe | Rot |
| Gehäusefarbe | Rot, RAL 3001 |
| Gehäusematerial | ABS FR, Linse PC |
| Betriebsumgebungstemperatur | −20 bis +70 °C |
| Lagertemperatur | −40 bis +80 °C |
| Lieferumfang | TSG 100, Montageanleitung, 2 Kabelverschraubungen M18, 2 Sicherungsschrauben, Moosgummischeibe |
Elektrischer Anschluss
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Betriebsspannung | 24 V DC +5 % |
| Spannungsbereich | 21–28 V DC |
| Stromaufnahme während der Ladung | Max. 55 mA |
| Leistungsaufnahme während der Ladung | Max. 1,2 W |
| Anschlussklemme | 0,25 mm² bis max. 1,5 mm² — oder max. 2 Adern à 0,8 mm² |
| Empfohlene Leitung | IY(ST)Y 2×2×0,8 |
| Zusätzlicher Eingang | Endschalter „Tor zu" bzw. Resettaster |
Der Anschluss erfolgt am Relaisausgang der Feststellanlagen-Zentrale. Die Konfiguration — Tonauswahl, Lautstärke und Betriebsarten — erfolgt direkt am Signalgeber über DIP-Schalter und Potentiometer. Im Auslieferzustand ist der Signalton für Brandmeldeanlagen nach DIN 33404 voreingestellt.
Wichtig für die Funktion: Die Feststellanlage muss mit aktivierter Alarmspeicherung betrieben werden. Bei FSZ Basis und FSZ Pro ist die Alarmspeicherung entsprechend einzuschalten.
Montage & Projektierung
- Pro Tor mindestens ein TSG 100. Der Signalgeber ist so zu montieren, dass das optische und akustische Signal jederzeit von allen Personen im Umfeld des Tores wahrgenommen werden kann.
- Ab 4 m Toröffnungsbreite empfiehlt der Hersteller weitere TSG 100 für eine sichere Signalisierung.
- In besonders lauter Umgebung (über 85 dB), in Industriebetrieben mit vielen Störgrößen oder bei möglicher Gefährdung von Personen mit eingeschränktem Hörvermögen: Signalisierung beidseitig montieren.
- Lautstärkeeinstellung: Bei kraftbetätigten Toren gilt die Maschinenrichtlinie — das akustische Signal muss min. 15 dB über der Umgebungslautstärke liegen. Für Anwendungen außerhalb der Maschinenrichtlinie werden in Anlehnung an DIN VDE 0833-2 min. 10 dB über der Umgebungslautstärke empfohlen.
- Schutzart: Für IP 65 und zur Zugentlastung sind die mitgelieferten Kabelverschraubungen M18 zu verwenden. Für eine Unterputz-Kabeleinführung muss ein Loch in den Sockelboden gebohrt werden — dabei auf die Schutzart achten.
- Diebstahlschutz: Die mitgelieferten Sicherungsschrauben werden nach der Montage von außen durch den Sockel geschraubt.
- Inbetriebnahme: Nach dem Anlegen der Betriebsspannung lädt der Puffer bei der Erstinstallation ca. 30 Minuten. Die Funktionsprüfung erst danach durchführen.
Kompatibilität
Der TSG 100 ist mit Feuer- und Rauchschutztoren sämtlicher Hersteller kombinierbar und lässt sich in bestehende Feststellanlagen nachrüsten, da er parallel zu den Feststellvorrichtungen betrieben wird. Voraussetzung ist ein 24-V-DC-Relaisausgang und eine aktivierte Alarmspeicherung in der Zentrale.
Normen & rechtliche Grundlagen
| Regelwerk | Bedeutung für den TSG 100 |
|---|---|
| MVV TB 2019/1 und 2020/1 | Fordert die audiovisuelle Signalisierung beim Schließen bauaufsichtlich geforderter Feuer- und Rauchschutzschiebe-, Hub- und Rollabschlüsse |
| EN 12604 | Signalisierung bei ausschließlich schwerkraftbetriebenen Toren über 0,3 m/s bzw. über 200 N |
| Maschinenrichtlinie | Akustisches Signal min. 15 dB über der Umgebungslautstärke bei kraftbetätigten Toren |
| DIN VDE 0833-2 | Grundlage der Empfehlung von min. 10 dB über der Umgebungslautstärke außerhalb der Maschinenrichtlinie |
| DIN 33404 | Voreingestellter Signalton für Brandmeldeanlagen im Auslieferzustand |
Die MVV TB ist seit 2020 in Kraft und wird sukzessive in das Bauordnungsrecht der einzelnen Bundesländer übernommen.
Passende Hekatron Produkte
Häufige Fragen
Warum signalisiert der Hekatron TSG 100 direkt nach der Installation noch nicht?
Weil der interne Puffer erst geladen werden muss. Nach der Erstinstallation lädt der TSG 100 einmalig ca. 30 Minuten — erst danach kann eine Signalisierung erfolgen. Das ist kein Defekt, sondern das normale Verhalten der Pufferung. Für die Funktionsprüfung nach dem Anschließen also einfach die Ladezeit abwarten.
Hat der Hekatron TSG 100 einen Akku?
Nein. Der TSG 100 puffert über Kondensatoren, nicht über einen Akku — deshalb sind auch kein Akkutausch und keine Akkuwartung nötig. Nach der einmaligen Erstladung von ca. 30 Minuten genügen bei allen weiteren Ladevorgängen min. 3,5 Minuten, bis wieder signalisiert werden kann. Ein vollständig entladener Puffer ist nach ca. 15 Minuten wieder voll.
Ist der Torsignalgeber TSG 100 vorgeschrieben?
Die MVV TB 2019/1 und 2020/1 fordern, dass das Schließen eines bauaufsichtlich geforderten Feuer- oder Rauchschutzschiebe-, Hub- oder Rollabschlusses audiovisuell signalisiert wird. Nach EN 12604 gilt dies zudem für ausschließlich schwerkraftbetriebene Tore mit über 0,3 m/s Schließgeschwindigkeit oder über 200 N Krafteinwirkung.
Wird der Hekatron TSG 100 auch an Drehflügeltüren benötigt?
Nein. Die genannte Anforderung der MVV TB bezieht sich auf Schiebe-, Hub- und Rollabschlüsse.
Was passiert mit dem Hekatron TSG 100 bei Stromausfall?
Genau dann signalisiert er. Fällt die Versorgungsspannung aus, bezieht der TSG 100 seine Energie aus dem Puffer und signalisiert bei voll geladenem Puffer ca. 120 Sekunden. Das ist gefordert, weil sich der Feuerschutzabschluss auch bei Netzausfall schließt.
An welche Zentrale wird der Hekatron TSG 100 angeschlossen?
An den Relaisausgang der Feststellanlagen-Zentrale, etwa FSZ Basis oder FSZ Pro. Auch Zentralen anderer Hersteller mit 24-V-DC-Relaisausgang sind möglich. Wichtig: Die Alarmspeicherung der Zentrale muss aktiviert sein.
Wie viele Hekatron TSG 100 werden pro Tor benötigt?
Mindestens einer. Ab 4 m Toröffnungsbreite empfiehlt Hekatron weitere Geräte. In lauter Umgebung oder bei Personen mit eingeschränktem Hörvermögen ist eine beidseitige Montage zu prüfen.
Wie laut muss der Hekatron TSG 100 eingestellt werden?
Bei kraftbetätigten Toren fordert die Maschinenrichtlinie min. 15 dB über der Umgebungslautstärke. Außerhalb ihres Anwendungsbereichs werden in Anlehnung an DIN VDE 0833-2 min. 10 dB über der Umgebungslautstärke empfohlen. Die Lautstärke wird stufenlos von 67 bis 100 dB(A) am Gerät eingestellt.