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GEZE Funkerweiterung FA GC 170 — Feststellanlagen nachrüsten ohne Kabel
- Ersetzt die Leitung zwischen Melder und Rauchschalterzentrale, nicht die Anlage — die Feststellanlage selbst bleibt, wie sie ist
- Vier Bauteile: das Funkmodul GC 171 als Empfänger an der Zentrale, der Funkrauchmelder GC 172 für die Decke, das Funkeingabemodul GC 175 für Handauslösetaster und BMA-Kontakt sowie das Wireless KIT GC 170 als fertiges Set
- Ein GC 171 verwaltet bis zu 6 Funkteilnehmer und wird mit 24 V DC über die Rauchschalterzentrale versorgt
- Gedacht für Bestand und Denkmalschutz: kein Schlitzen, kein Kabelkanal, keine Leitung über die Tür
- Nur innerhalb der Bauartgenehmigung. Vorgesehen für GEZE Feststellanlagen der Reihe FA GC 150; welche Funkkomponenten an einer konkreten Anlage zulässig sind, steht in deren Bauartgenehmigung — nicht im Datenblatt des Funkmoduls
Was die Funkerweiterung an einer Feststellanlage übernimmt
Eine Feststellanlage hält eine Feuer- oder Rauchschutztür offen und gibt sie im Brandfall selbsttätig frei. Dafür muss der Brandmelder mit der Auslösevorrichtung verbunden sein — üblicherweise über eine Leitung von der Decke zur Rauchschalterzentrale über der Tür. Genau diese Leitung ist im Bestand oft das Problem: Sie verlangt Schlitze in der Wand, einen Kabelkanal quer über den Sturz oder einen Eingriff in eine Substanz, die nicht angetastet werden darf.
Die Funkerweiterung FA GC 170 setzt an dieser Stelle an. Das Funkmodul GC 171 wird an der Rauchschalterzentrale angeschlossen und empfängt von dort die Signale der Funkteilnehmer; der Melder an der Decke und der Taster an der Wand kommen ohne Zuleitung aus, weil sie batteriebetrieben sind. An der Anlage selbst ändert sich nichts: Die Zentrale, die Feststellvorrichtung und die Handauslösung bleiben, was sie waren — nur der Weg des Signals ist ein anderer.
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Die vier Bauteile und wie sie zusammenspielen
Das Funksystem hat einen Empfänger und mehrere Sender. Der Empfänger ist Pflicht, alles andere richtet sich danach, was kabellos angebunden werden soll.
| Bauteil | Rolle | Versorgung | Eckdaten |
|---|---|---|---|
| GC 171 | Funkmodul — der Empfänger an der Rauchschalterzentrale, ohne ihn geht nichts | 24 V DC über die Zentrale | 177 × 30 × 18 mm, anthrazit, bis 6 Funkteilnehmer |
| GC 172 | Funkrauchmelder für die Decke — der Brandmelder ohne Zuleitung | Batterie, 3 V DC | 110 × 110 × 70 mm, geprüft nach EN 54-7 und EN 54-25 |
| GC 175 | Funkeingabemodul — bindet einen Handauslösetaster oder einen potentialfreien Kontakt an | Batterie, 3 V DC | 52 × 52 × 32 mm, schwarz, ein potentialfreier Eingang |
| Wireless KIT GC 170 | das Set für den Regelfall | — | enthält ein GC 171 und zwei GC 172 |
Alle vier tragen die allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt für das System FA GC 150. Normativ greifen dabei zwei Teile derselben Reihe ineinander: EN 54-25 regelt Brandmelder mit Funkverbindung — das betrifft den GC 172 —, EN 54-18 die Eingangs- und Ausgangsgeräte, also das Funkmodul GC 171. Dazu kommt die europäische Funkanlagenrichtlinie RED 2014/53/EU, die für alle Funkkomponenten gilt. Als weiterer Funkteilnehmer ist der Funktemperaturmelder GC 173 vorgesehen; er steht nicht in dieser Kategorie.
Für die Planung heißt das: Die Zahl 6 ist die Grenze je Funkmodul, nicht je Tür. Wer mehrere Melder an einer großen Tür oder mehrere Türen von einer Zentrale aus versorgt, rechnet die Teilnehmer zusammen. Und der Handauslösetaster zählt mit, wenn er über ein GC 175 angebunden wird.
Was bei der Montage zu beachten ist
Funk nimmt der Montage das Kabel ab, nicht die Sorgfalt. Drei Punkte entscheiden darüber, ob die Strecke dauerhaft steht.
Der Einbauort des Funkmoduls. Es gehört an die Rauchschalterzentrale, aber nicht auf beliebigen Untergrund: Ein Funkmodul wird nicht direkt auf Metall oder Stahlbeton angebracht, und zu Metallträgern sind mindestens 5 cm Abstand einzuhalten. Metall in unmittelbarer Nähe der Antenne dämpft das Signal und verschiebt die Abstrahlung — was bei der Inbetriebnahme noch funktioniert, kann später an der Grenze liegen.
Die Inbetriebnahme. Sie ist bei allen gängigen Funksystemen von einer Person durchführbar; niemand muss unten an der Zentrale stehen, während oben der Melder eingelernt wird. Nach dem Einlernen gehört die Funkstrecke geprüft, bevor die Decke wieder geschlossen wird — nachträglich ist der Melder schwerer erreichbar als während der Montage.
Die Grenze, die auch mit Funk gilt. Feststellanlagen sind ausschließlich an Innenwänden zulässig; das steht so in den Bauartgenehmigungen und ändert sich nicht dadurch, dass die Verbindung kabellos ist. Ebenso wenig ändert Funk etwas an der Zulassungsfrage: Maßgeblich bleibt, welche Komponenten in der Bauartgenehmigung der konkreten Anlage aufgeführt sind.
Im Betrieb kommt zur üblichen Prüfpflicht ein Punkt hinzu. Ein kabelgebundener Melder wird mit Prüfaerosol ausgelöst; beim Funkrauchmelder gehört zusätzlich der Funk-Verbindungstest dazu. Und weil die Sender batteriebetrieben sind, ist die Batterie ein eigener Wartungsgegenstand mit einer vom Hersteller vorgegebenen Standzeit — sie gehört in den Wartungsplan, nicht in die Rubrik „fällt schon auf".
Häufige Fragen zur Funkerweiterung
Ersetzt die Funkerweiterung die Rauchschalterzentrale?
Nein. Sie ersetzt nur die Leitung zwischen Melder und Zentrale. Die Rauchschalterzentrale bleibt der Kern der Anlage: Sie versorgt das Funkmodul mit 24 V DC, wertet die Meldung aus und gibt die Feststellvorrichtung frei. Auch die Feststellvorrichtung und die Handauslösung bleiben unverändert bestehen.
Was steckt im Wireless KIT GC 170?
Ein Funkmodul GC 171 und zwei Funkrauchmelder GC 172. Das deckt den Regelfall ab — eine Zentrale und zwei Deckenmelder, wie sie an einer zweiflügeligen Tür oder in einem Durchgang mit zwei Meldepunkten gebraucht werden. Wer nur einen Melder braucht oder zusätzlich einen Taster kabellos anbinden will, stellt sich die Komponenten einzeln zusammen.
Wie viele Funkteilnehmer verwaltet ein GC 171?
Bis zu sechs. In diese Zahl fallen alle kabellosen Geräte, die an diesem Modul hängen — Funkrauchmelder GC 172, Funktemperaturmelder GC 173 und Funkeingabemodule GC 175. Reicht das nicht, wird nicht das Modul „aufgebohrt", sondern die Anlage neu aufgeteilt.
Wozu dient das Funkeingabemodul GC 175?
Es ist die Funkbrücke für alles, was ein Signal gibt statt es zu messen. Angeschlossen wird ein Handauslösetaster oder ein potentialfreier Kontakt — etwa von einer Brandmeldeanlage. Das Modul überträgt dessen Zustand an das GC 171 und von dort an die Zentrale. Damit lässt sich auch ein Taster nachrüsten, zu dem keine Leitung führt.
Wie wird eine Funk-Feststellanlage geprüft?
Wie jede andere — und einen Schritt mehr. Die Auslösung des Rauchmelders wird mit Prüfaerosol ausgelöst und muss die Tür schließen lassen; beim Funkmelder kommt der Funk-Verbindungstest hinzu. Die Intervalle und die Frage, wer prüfen darf, richten sich unverändert nach DIN 14677; Einzelheiten stehen unter Wartung und Prüfung nach DIN 14677.
Die Funkstrecke steht nicht — woran liegt es?
In der Praxis fast immer an der Umgebung des Funkmoduls. Metall in unmittelbarer Nähe dämpft das Signal: Ein Modul, das direkt auf Stahlbeton oder auf einem Metallträger sitzt, arbeitet gegen seine eigene Abstrahlung. Der Mindestabstand von 5 cm zu Metallteilen ist deshalb kein Richtwert, sondern eine Montagevorgabe. Zweiter häufiger Grund: ein Melder, der noch nicht eingelernt ist.
Fragen zur Kaufentscheidung
Wann lohnt Funk gegenüber der Kabelverbindung?
Immer dann, wenn die Leitung teurer ist als die Elektronik. Das ist typischerweise im Bestand der Fall — dort, wo für ein einziges Kabel Wand oder Decke geöffnet werden müssten —, und im Denkmalschutz, wo das schlicht ausscheidet. Im Neubau, in dem die Leitung ohnehin mitverlegt wird, ist die kabelgebundene Lösung meist die einfachere: keine Batterien, kein Verbindungstest bei der Wartung.
Muss die Bauartgenehmigung meiner Anlage die Funkkomponenten nennen?
Ja, und das ist der Punkt, der vor der Bestellung zu klären ist. Eine Feststellanlage ist als bestimmte Kombination von Komponenten genehmigt, nicht als Tür. Steht die Funkerweiterung in der Genehmigung der Anlage nicht drin, wird sie durch den Einbau nicht zulässig — auch dann nicht, wenn sie technisch einwandfrei arbeitet. Vorgesehen ist die Reihe FA GC 170 für GEZE Feststellanlagen der Reihe FA GC 150; maßgeblich bleibt der Verwendbarkeitsnachweis der vorhandenen Anlage.
Passt die GEZE Funkerweiterung an eine Anlage eines anderen Herstellers?
Nein, davon ist auszugehen. Funksysteme sind herstellergebunden: Das GC 171 arbeitet mit den GEZE-Funkteilnehmern zusammen und wird von einer GEZE Rauchschalterzentrale versorgt. Hekatron und dormakaba haben eigene Systeme mit eigenen Modulen und eigenen Zulassungen. Wer eine Anlage eines anderen Herstellers nachrüsten will, sucht dort — und prüft auch dann zuerst deren Bauartgenehmigung.
Kann ich die Komponenten einzeln nachkaufen?
Ja, alle drei Bauteile stehen zusätzlich zum Set einzeln in dieser Kategorie. Das ist der übliche Weg bei Erweiterungen: Ein vorhandenes GC 171 hat noch Plätze frei, und ein weiterer Melder oder ein Funkeingabemodul kommt hinzu. Beim Ersatz gilt allerdings dieselbe Regel wie bei jedem Bauteil einer Feststellanlage — zulässig ist, was in der Bauartgenehmigung der Anlage steht.
Brauche ich für die Inbetriebnahme zwei Personen?
Nein. Die Inbetriebnahme ist bei den gängigen Funksystemen von einer Person durchführbar. Das ist im Bestand ein spürbarer Unterschied: Melder einlernen, Verbindungstest durchführen und die Anlage in Betrieb nehmen lässt sich in einem Durchgang erledigen. An der Frage, wer die Anlage abnehmen und warten darf, ändert das nichts — das bleibt Sache der dafür qualifizierten Fachkraft.
Was ist mit dem Handauslösetaster — brauche ich ihn überhaupt?
Das hängt nicht am Funk, sondern an der Art der Feststellung. Bei einem Haftmagneten wird er gebraucht, bei einer elektromagnetischen Feststellung in der Gleitschiene darf er unter Umständen entfallen, bei Freilauftürschließern ist er Pflicht. Maßgeblich ist der Verwendbarkeitsnachweis der konkreten Anlage; die Einzelheiten stehen unter Handauslösetaster. Ist er erforderlich und fehlt die Leitung dorthin, ist das GC 175 die Antwort.
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