Freilauftürschließer — Brandschutztür ohne Widerstand im Alltag
- Im Normalbetrieb lässt sich die Tür ohne die Kraft des Schließers bewegen — sie steht in jedem Winkel, wo man sie loslässt
- Bei Rauchalarm oder Stromausfall schaltet der Schließer zu und schließt die Tür selbsttätig
- Im Programm die Freilaufreihen GEZE TS 4000 EFS, TS 5000 EFS und TS 5000 RFS sowie dormakaba TS 99 FL, FLR und FLR-K — für Kopf- und Türblattmontage
- Der klassische Fall für barrierefreie Zugänge nach DIN 18040 an Brandschutztüren mit viel Publikumsverkehr
- Ein Freilauftürschließer ist Teil einer Feststellanlage — er braucht Brandmelder, Energieversorgung und Bauartgenehmigung. Der Handauslösetaster ist hier Pflicht und darf nicht entfallen: Es gibt keine Haltekraft, die man durch Zuziehen überwinden könnte
Was ein Freilauftürschließer macht
Ein gewöhnlicher Türschließer arbeitet immer: Jedes Öffnen kostet Kraft, und die Tür fällt anschließend zu. An einer Brandschutztür im Flur, die hundertmal am Tag begangen wird, ist das der Grund, warum Keile unter die Tür wandern. Der Freilauftürschließer löst das anders — er koppelt seine Feder im Normalbetrieb aus. Die Tür bewegt sich dann so leicht wie eine Tür ohne Schließer und bleibt stehen, wo man sie loslässt.
Erst wenn ein Rauchmelder auslöst, der Handauslösetaster gedrückt wird oder die Spannung ausfällt, koppelt der Schließer ein und bringt die Tür ins Schloss. Damit übernimmt er die Aufgabe einer Feststellanlage, ohne den Flügel in einer festen Position zu halten. Ein Freilauftürschließer ist deshalb nie ein Einzelgerät: Ohne Brandmelder, Energieversorgung und Bauartgenehmigung ist er keine zulässige Lösung — die übrigen Bauteile der Anlage stehen unter Feststellanlagen.
Verwandte Kategorien
- Feststellanlagen — Melder, Zentralen, Haftmagnete und Zubehör für die gesamte Anlage
- GEZE Feststellanlagen, 1-flügelig — die komplette Anlage für die einflügelige Tür
- dormakaba Feststellanlagen, 1-flügelig — dasselbe aus dem dormakaba-Programm
- Handauslösetaster — warum er beim Freilauf nicht entfallen darf
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Freilauf, elektrische Feststellung oder normaler Türschließer?
Drei Lösungen, die alle an derselben Brandschutztür sitzen können — und die häufig verwechselt werden:
| Freilauftürschließer | Elektrische Feststellung | Türschließer ohne Elektrik | |
|---|---|---|---|
| Im Alltag | Tür frei beweglich, bleibt in jedem Winkel stehen | Tür wird in einer festen Offenstellung gehalten | Tür schließt nach jedem Öffnen |
| Kraftaufwand beim Öffnen | ohne Schließerkraft | voll, sobald die Tür aus der Feststellung ist | voll |
| Im Alarmfall | Schließer koppelt ein und schließt | Feststellung wird gelöst, Tür schließt | — |
| Bauartgenehmigung | erforderlich | erforderlich | nicht erforderlich |
| Handauslösetaster | Pflicht | darf unter Umständen entfallen | — |
Die Faustregel: Wird die Tür oft begangen, ist der Freilauf die komfortablere Lösung. Soll sie dauerhaft offen stehen — etwa in einem Flur, der als Durchgang dient —, ist die elektrische Feststellung mit Haftmagnet die richtige. Wo weder das eine noch das andere gebraucht wird, genügt ein gewöhnlicher Türschließer.
Was der Betrieb verlangt
Ein Freilauftürschließer ist nie ein Einzelgerät. Er ist die Feststellvorrichtung innerhalb einer Feststellanlage und braucht mindestens: eine Energieversorgung, einen Brandmelder, eine Auslösevorrichtung und einen Handauslösetaster. Manche Ausführungen bringen Melder und Netzteil mit — dann entfällt die externe Zentrale; andere setzen sie voraus.
Der Handauslösetaster ist beim Freilauf Pflicht und darf nicht entfallen. Bei einer elektromagnetischen Feststellung lässt sich die Tür notfalls mit Kraft zuziehen, und die Handauslösung darf dann unter Umständen entfallen. Beim Freilauf gibt es keine Haltekraft, die man überwinden könnte — die Tür ist ja frei beweglich. GEZE nennt den Unterbrechertaster für EFS- und RFS-Ausführungen ausdrücklich als in Deutschland verpflichtend, dormakaba fordert ihn für die TS-99-Reihe nach DIBt-Richtlinien.
Der Taster muss rot sein, die Aufschrift „Tür schließen" tragen, gut sichtbar und frei zugänglich hängen und darf von der geöffneten Tür nicht verdeckt werden. Empfohlene Montagehöhe nach DIN VDE 0833-2 sind 1,4 m. Nach der Errichtung ist eine Abnahmeprüfung fällig, danach die monatliche Funktionsprüfung durch den Betreiber und die jährliche Wartung nach DIN 14677.
Häufige Fragen zu Freilauftürschließern
Was heißt „Freilauf" genau?
Die Feder des Türschließers ist im Normalbetrieb ausgekoppelt. Die Tür lässt sich mit dem Kraftaufwand einer Tür ohne Schließer bewegen und bleibt in jeder Stellung stehen. Erst im Alarmfall koppelt der Schließer ein.
Bleibt der Freilauf bei Stromausfall erhalten?
Nein — und das ist so gewollt. Fällt die Spannung aus, koppelt der Schließer ein und schließt die Tür, genau wie im Alarmfall. Die sichere Stellung einer Brandschutztür ist die geschlossene, deshalb ist der Freilauf der Zustand, der Energie braucht.
Wo ist der Unterschied zwischen EFS und RFS bei GEZE?
Beide sind Freilaufausführungen. Der EFS arbeitet mit 24 V DC und braucht eine externe Rauchschalterzentrale, der RFS hat die Rauchschalterzentrale integriert und läuft mit 230 V AC. Bei dormakaba entspricht dem der Unterschied zwischen TS 99 FL, TS 99 FLR und TS 99 FLR-K.
Ist ein Freilauftürschließer barrierefrei?
Er ist die konstruktive Antwort auf den Konflikt zwischen Brandschutz und Barrierefreiheit: Nach unten verlangt der Brandschutz mindestens die eingestellte Größe EN 3, nach oben begrenzt DIN 18040 das Öffnungsmoment. Im Freilauf entfällt das Öffnungsmoment im Normalbetrieb ganz.
Brauche ich einen eigenen Rauchmelder?
Das hängt von der Ausführung ab. Geräte mit integrierter Rauchschalterzentrale bringen ihn mit; Ausführungen ohne setzen eine externe Zentrale mit Melder voraus. Melder und Zentralen stehen unter Feststellanlagen.
Muss eine Feststellanlage gewartet werden?
Ja. Der Betreiber prüft monatlich die Funktion; zusätzlich ist eine jährliche Prüfung und Wartung durch eine dafür ausgebildete Fachkraft nach DIN 14677-1 vorgeschrieben. Dazu kommt die Abnahmeprüfung nach der Errichtung.
Fragen zur Kaufentscheidung
dormakaba TS 99 oder GEZE TS 5000 — welche Freilaufreihe passt?
Beide Programme stehen hier nebeneinander und lassen sich über die Unterkategorien trennen: Freilauftürschließer dormakaba führt die TS-99-Reihe in Kopf- und Türblattmontage, Freilauftürschließer GEZE die Baureihen TS 4000 EFS, TS 5000 EFS und TS 5000 RFS. Die Entscheidung fällt in der Praxis selten am Hersteller, sondern an zwei Fragen: Ist bereits eine Rauchschalterzentrale vorhanden (dann genügt eine 24-V-Ausführung ohne integrierte Zentrale), und wird auf dem Türblatt oder auf dem Rahmen montiert?
Freilauf oder Haftmagnet — was passt zu meiner Tür?
Zählen Sie, wie oft die Tür begangen wird. Bei hohem Durchgangsverkehr und der Anforderung „leicht zu öffnen" ist der Freilauf richtig. Soll die Tür dagegen dauerhaft offen stehen und nur im Alarmfall zufallen, ist die elektrische Feststellung mit Haftmagnet die einfachere und meist günstigere Lösung.
Kann ich einen vorhandenen Türschließer auf Freilauf umrüsten?
Nicht durch Austausch eines Bauteils. Der Freilauf steckt im Schließerkörper und in der Steuerung; dazu kommen Melder, Energieversorgung und Handauslösetaster. Praktisch bedeutet das den Aufbau einer kompletten Feststellanlage — der Weg dahin steht unter Feststellanlage nachrüsten.
Reicht ein Freilauftürschließer, um die Brandschutztür dauerhaft offen zu lassen?
Er hält sie nicht fest. Im Freilauf bleibt die Tür stehen, wo man sie loslässt — bei Zugluft bewegt sie sich. Wer eine dauerhaft und definiert offene Tür braucht, wählt die Ausführung mit elektrischer Feststellung; einige Freilaufmodelle bieten dafür zusätzlich eine Rastfunktion am Ende des Freilaufbereichs.