Zubehör für Drehtürantriebe — auslösen, absichern, bedienen
- Alles, was am automatischen Drehflügel neben dem Antrieb gebraucht wird: Impulsgeber, Sicherungssensorik für den Schwenkbereich, Taster und Notabschaltung
- Auslösen übernehmen Radarmelder oder Taster — Großflächen-, Ellbogen- und Wandschlagtaster, mit Tastwippe für die Bedienung mit Hand, Unterarm oder Ellbogen
- Absichern übernimmt ein Präsenz- oder Laserscanner-Sensor, der den Schwenkbereich überwacht — am Drehflügel auf Bandseite und Bandgegenseite
- Notabschaltung stoppt den Antrieb sofort; die Ausführung mit Glasscheibe verlangt zum Auslösen das Eindrücken der Scheibe
- Ausschlusskriterium: Ein Öffnungssensor ist keine Absicherung. Er erkennt Bewegung, nicht Anwesenheit — wer im Schwenkbereich stehen bleibt, verschwindet für ihn
Warum ein Drehflügel eigene Sensorik verlangt
An einer automatischen Schiebetür fährt das Türblatt in einer Ebene, parallel zur Wand. An einem Drehflügel schwenkt es durch den Raum — und überstreicht dabei eine Fläche, in der jemand stehen kann, ohne die Tür zu sehen. Dazu kommt die Bandseite: Zwischen Türblatt und Zarge entsteht beim Öffnen ein Spalt, der sich beim Schließen wieder zusammenzieht. Beide Bereiche sind Gefahrenstellen, und beide liegen auf verschiedenen Seiten der Tür. Deshalb wird ein Drehflügel in der Regel von zwei Seiten überwacht, während an der Schiebetür ein Sensor über der Öffnung genügt.
Die zweite Besonderheit betrifft die Bedienung. Ein Drehtürantrieb sitzt oft an einer Tür im Bestand — an einem Durchgang also, der vorher von Hand bedient wurde und weiterhin von Hand bedienbar bleiben soll. Dazu gehören Bedienelemente, die nicht dem Öffnen dienen: eine Umschaltung der Betriebsart und eine Notabschaltung, die den Antrieb stoppt und die Tür wieder von Hand bedienbar macht. Was davon im Einzelfall nötig ist, hängt an der Anlage — die Nutzungssicherheit nach EN 16005 und DIN 18650 gilt aber für die Anlage als Ganzes, nicht nur für den Antrieb.
Verwandte Kategorien
- Drehtürantriebe — die Antriebe selbst und ihre Auslegung
- Impulsgeber für Drehtüren — Taster, Radarmelder und berührungslose Sensoren im Einzelnen
- Ersatzteile Drehtürantriebe — Bauteile für vorhandene Anlagen
- Bewegungsmelder — Radar- und Präsenzmelder für Automatiktüren allgemein
- Automatische Schiebetüren — dieselben Aufgaben an der schiebenden Tür
- Automatiktüren — der Überblick über den ganzen Zweig
Vier Aufgaben — und was sie am Drehflügel bedeuten
Wer eine Drehtüranlage zusammenstellt oder ergänzt, prüft sie am besten gegen diese vier Aufgaben. Fehlt eine, ist die Anlage unvollständig — und am häufigsten fehlt die zweite, weil ein Öffnungssensor auf den ersten Blick aussieht, als erledige er beides.
| Aufgabe | Bauteil | Worauf es am Drehflügel ankommt |
|---|---|---|
| Auslösen — Öffnungswunsch melden | Radarmelder oder Taster; im Einzelnen unter Impulsgeber für Drehtüren | Der Impuls muss von beiden Seiten kommen können, wenn die Tür in beide Richtungen benutzt wird. Radarmelder erfassen die Annäherung, ein Radarbewegungsmelder mit Laufrichtungserkennung blendet vorbeigehenden Querverkehr aus |
| Absichern — Einklemmen und Anstoßen verhindern | Präsenzmelder oder Laserscanner, etwa der LZR-FLATSCAN SW als Kit aus zwei Sensoren | Überwacht wird der Schwenkbereich, nicht der Zugang — also die Fläche, die das Türblatt überstreicht, samt Band- und Bandgegenseite. Der Sensor muss auch jemanden erkennen, der still steht |
| Bedienen — bewusst öffnen statt erkennen lassen | Flächentaster, Großflächentaster mit Tastwippe, Wandschlag- und Ellbogentaster | Der Taster gehört dorthin, wo er im Rollstuhl und mit vollen Händen erreichbar ist — und außerhalb der Fläche, die der öffnende Flügel überstreicht |
| Notabschalten — Antrieb stoppen | Notausschalter mit Glasscheibe | Stoppt den Antrieb sofort; die Tür lässt sich danach von Hand bedienen. Die Glasscheibe verhindert versehentliches Auslösen und macht sichtbar, dass ein Notfall vorlag. Nach dem Auslösen wird die Ersatzscheibe getauscht |
Der Unterschied, an dem sich alles entscheidet: Ein Sensor, der aktiviert, und ein Sensor, der sichert, lösen verschiedene Aufgaben. Der eine erfasst Bewegung im Zugangsbereich und gibt den Fahrbefehl. Der andere überwacht den Bereich, in dem sich der Flügel bewegt, und stoppt ihn bei einem Hindernis — er muss dafür auch stehende Personen sehen. Manche Geräte werden als Set aus beidem geliefert; einzelne Sensoren sind der Weg, wenn nur eine Funktion ersetzt oder ergänzt wird.
Wo die Bauteile hingehören
Die Absicherung. Am Drehflügel wird sie zweifach ausgeführt: ein Sensor auf der Bandseite, einer auf der Bandgegenseite. Nur so ist der gesamte Schwenkbereich abgedeckt — deshalb kommt ein Absicherungssensor für Drehflügeltüren üblicherweise als Kit aus einem linken und einem rechten Gerät. Lasersensoren mit Lichtlaufzeitmessung tasten den Bereich mit vielen Messpunkten je Durchlauf ab und messen die Entfernung unabhängig von Farbe und Oberfläche des Hindernisses; einfache Infrarotverfahren sind darin empfindlicher gegenüber dunklen Kleidungsstücken und glänzenden Böden.
Die Impulsgeber. Radarmelder sitzen über der Türöffnung und werden nach der Montage auf die Situation eingestellt: Reichweite, Erfassungswinkel und Empfindlichkeit. Ein zu großes Feld öffnet die Tür bei jedem, der vorbeigeht; ein zu kleines lässt Nutzer davor warten. Für den geschützten Außenbereich gibt es Ausführungen in IP54, montierbar bis rund 4 m Höhe. Bewegte Äste, Fahnen oder Tiere im Erfassungsfeld sind die üblichen Ursachen für Fehlauslösungen im Freien — sie lassen sich über Empfindlichkeit und Neigung der Montage eingrenzen.
Die Taster. Zwei Regeln, die in der Praxis am häufigsten verletzt werden: Der Taster darf nicht im Schwenkbereich sitzen — sonst steht man beim Betätigen genau dort, wo der Flügel gleich hinschwenkt. Und er muss erreichbar bleiben, auch im Sitzen und mit vollen Händen; das ist der Grund für Großflächen- und Ellbogenausführungen mit Tastwippe. Die Notabschaltung folgt einer anderen Logik: Sie gehört dorthin, wo im Ernstfall jemand steht, der eingreifen kann, und sie darf nicht versehentlich betätigt werden.
Häufige Fragen zum Zubehör für Drehtürantriebe
Warum braucht ein Drehflügel zwei Sicherungssensoren?
Weil der Flügel zwei Gefahrenbereiche erzeugt, die auf verschiedenen Seiten der Tür liegen. Ein Sensor überwacht die Bandseite, der andere die Bandgegenseite; erst zusammen decken sie den gesamten Schwenkbereich ab. Deshalb werden Absicherungssensoren für Drehflügeltüren als Kit aus zwei Geräten geliefert und nicht einzeln.
Warum ist der Schwenkbereich heikler als der Fahrweg einer Schiebetür?
Weil er eine Fläche im Raum ist, nicht eine Linie an der Wand. Das Türblatt beschreibt beim Öffnen einen Viertelkreis und erfasst dabei Bereiche, in denen jemand steht, ohne mit einer Tür zu rechnen — hinter der Tür, seitlich davon, im Durchgang wartend. Bei der Schiebetür fährt der Flügel dagegen parallel zur Wand, und der gefährdete Bereich liegt sichtbar in der Öffnung.
Wo darf ein Taster an einer automatischen Drehtür nicht sitzen?
Im Schwenkbereich. Wer den Taster drückt und dabei in der Fläche steht, die der Flügel gleich überstreicht, muss ausweichen — an einer Tür, die sich auf Knopfdruck bewegt, ist das genau die falsche Reihenfolge. Ebenso ungeeignet ist eine Position, die im Sitzen nicht erreichbar ist: Der Taster ist häufig das Bauteil, das den barrierefreien Zugang überhaupt herstellt.
Was gehört zur Bedienseite außer dem Öffnungsimpuls?
Die Umschaltung der Betriebsart und die Notabschaltung. Der Öffnungsimpuls sagt der Tür, dass jemand durch will; die Betriebsart sagt ihr, ob sie überhaupt automatisch arbeiten soll — etwa im Nachtbetrieb. Die Notabschaltung stoppt den Antrieb, damit die Tür von Hand bedient werden kann. Diese drei Funktionen sitzen an verschiedenen Stellen und richten sich an verschiedene Personen: Nutzer, Betreiber, Ersthelfer.
Braucht ein Sensor im Außenbereich eine Zusatzausstattung?
Zuerst die passende Schutzart — für Innen und geschützten Außenbereich sind Ausführungen mit IP54 vorgesehen, frei bewitterte Einbauorte verlangen mehr. Und dann Aufmerksamkeit bei der Einstellung: Regen, Schneefall und bewegte Äste im Erfassungsfeld können Fehlauslösungen verursachen. Beides lässt sich über eine reduzierte Empfindlichkeit und eine nach unten geneigte Ausrichtung eingrenzen.
Fragen zur Kaufentscheidung
Einzelner Sensor oder abgestimmtes Set?
Das Set ist der Weg bei einer neuen oder umgebauten Anlage: Aktivierung und Absicherung sind darin aufeinander abgestimmt, und am Drehflügel gehören zur Absicherung ohnehin zwei Geräte. Der einzelne Sensor ist der Weg, wenn ein vorhandenes Bauteil ersetzt oder eine Funktion ergänzt wird — dann zählt nicht das Paket, sondern ob der Ersatz zur vorhandenen Steuerung passt.
Kann ich Sensorik eines anderen Herstellers an meinen Antrieb hängen?
Elektrisch häufig ja: Viele Melder geben ihr Signal über einen potenzialfreien Kontakt ab, der grundsätzlich an beliebige Steuerungen anschließbar ist. Entscheidend ist trotzdem die Steuerungsseite — Eingänge, Versorgungsspannung und Parametrierung müssen zum Antrieb passen. Prüfen Sie deshalb die Schnittstelle Ihres Antriebs, bevor Sie über die Herstellergrenze hinweg kombinieren, und rechnen Sie damit, dass die Steuerung nach dem Anschluss neu eingestellt werden muss.
Ich will nur einen defekten Taster ersetzen — worauf achte ich?
Auf drei Dinge: die Bauform, weil Aufputz und Unterputz verschiedene Einbautiefen brauchen; die Bedienart, weil ein Ellbogentaster andere Nutzer bedient als ein flacher Drucktaster; und die Position, denn ein Tausch ist der günstigste Moment, eine ungeschickte Lage zu korrigieren. Sitzt der alte Taster im Schwenkbereich oder zu hoch, wandert er beim Ersatz besser an eine bessere Stelle, statt in dasselbe Loch zurückzukehren.
Rüste ich die Absicherung nach, wenn ich nur den Antrieb tausche?
Sobald eine Tür kraftbetätigt ist, gelten EN 16005 und DIN 18650 für die Anlage, nicht für das einzelne Bauteil. Ein neuer Antrieb an einer Tür ohne Sicherungssensorik löst deshalb keine Frage, sondern eine: Die Absicherung gehört dazu und wird bei der Gelegenheit mitbetrachtet — am Drehflügel als beidseitige Überwachung des Schwenkbereichs.