Automatische Schiebetüren — Sensorik und Impulsgeber für den automatischen Betrieb
- Eine automatische Schiebetür öffnet ohne Handkontakt: Ein Impulsgeber meldet den Öffnungswunsch, ein Sicherungssensor überwacht den Fahrweg, die Steuerung fährt das Türblatt
- Hier steht die Bedien- und Erkennungsseite — Radar- und Präsenzmelder, Kombisensoren, Großflächen- und Ellbogentaster, Wandschlagtaster
- Montage über der Türöffnung im Sturz, an der Laibung oder an der Wand daneben; Radarmelder je nach Typ bis 4 m Montagehöhe
- Maßgeblich sind EN 16005 (Nutzungssicherheit kraftbetätigter Türen) und DIN 18650 (automatische Türsysteme) — dazu DIN 18040 für die barrierefreie Nutzung
- Schiebetürantriebe selbst führt diese Kategorie nicht. Motorisch angetriebene Drehflügel stehen unter Drehtürantriebe, manuelle Schiebetürbeschläge unter Schiebetüren
Wie eine automatische Schiebetür gesteuert wird
Zwei Aufgaben laufen an jeder kraftbetätigten Tür getrennt nebeneinander: Öffnen und Absichern. Der Öffnungssensor erkennt die herannahende Person und gibt den Fahrbefehl — meist per Radar, das Bewegung erfasst, oft mit Laufrichtungserkennung, damit vorbeigehender Querverkehr die Tür nicht auslöst. Der Sicherungssensor überwacht dagegen den Bereich, in dem das Türblatt fährt, und verhindert, dass jemand eingeklemmt oder angefahren wird; dafür arbeiten Aktivinfrarot- oder Laser-Verfahren, die auch stehende Personen erkennen. Manche Geräte übernehmen beides in einem Gehäuse.
Die dritte Möglichkeit ist der bewusste Befehl statt der Erkennung: Ein Taster öffnet die Tür nur dann, wenn jemand ihn betätigt. Großflächen-, Ellbogen- und Wandschlagtaster sind dafür gemacht, sich mit dem Ellbogen, der Hand oder dem Unterarm bedienen zu lassen — sinnvoll überall dort, wo Hände nicht frei sind oder nicht berühren sollen, und ebenso in Bereichen, in denen die Tür nicht bei jeder Bewegung aufgehen darf. Berührungslose Sensoren lösen dieselbe Aufgabe ohne Kontakt.
Produkte filtern
BEA IXIO-DT3 Radarmelder und Präsenzmelder für Schiebetüren
267,75 €*
inkl. MwSt
225,00 €
zzgl. MwSt
Wo automatische Schiebetüren eingesetzt werden
Die automatische Schiebetür löst drei Anforderungen auf einmal, die eine Drehtür nur schwer zusammenbringt: Sie braucht keinen Schwenkbereich, sie lässt sich ohne Kraftaufwand passieren, und sie bewältigt hohen Durchgangsverkehr, ohne dass jemand anhalten muss.
| Situation | Warum die Schiebetür | Worauf es bei der Bedienseite ankommt |
|---|---|---|
| Publikumsverkehr am Eingang | kein Schwenkbereich, der Wartefläche kostet; beide Richtungen gleichzeitig | Radarmelder mit Laufrichtungserkennung, damit vorbeigehender Querverkehr die Tür nicht öffnet |
| Barrierefreier Zugang nach DIN 18040 | Öffnen ohne Kraftaufwand — die Anforderung an das Öffnungsmoment entfällt, weil der Antrieb sie übernimmt | ausreichend früh auslösender Öffnungssensor, ergänzt um einen erreichbaren Taster |
| Hände nicht frei — Pflege, Küche, Labor, Logistik | Durchgang mit Wagen, Tablett oder Ladung | berührungslose Öffnung oder Großflächen-, Ellbogen- und Wandschlagtaster |
| Durchgang soll nicht dauernd offen stehen | Tür öffnet nur auf ausdrücklichen Befehl | Taster statt Bewegungsmelder — bewusste Auslösung statt Erkennung |
| Geschützter Außenbereich | Windfang und Vorbereich | Sensor mit passender Schutzart; Radarmelder gibt es mit IP54 für Innen und geschützten Außenbereich |
Abgrenzung zur Drehtür: Wo der Flügel schwenken darf und nur die Bedienkraft das Problem ist, ist ein Drehtürantrieb die einfachere Nachrüstung — er ersetzt den vorhandenen Türschließer und lässt Zarge und Türblatt unangetastet. Wo gar kein Antrieb nötig ist und die Tür nur von Hand laufen soll, führen die manuellen Schiebetürbeschläge zum Ziel.
Die Technik dahinter: erkennen, auslösen, absichern
Die Geräte an einer automatischen Schiebetür lassen sich nach ihrer Aufgabe ordnen — und genau diese Aufgabe entscheidet, welche Technik in Frage kommt:
| Aufgabe | Technik | Was sie kann |
|---|---|---|
| Öffnen — herannahende Person erkennen | Radar | erfasst Bewegung; mit Laufrichtungserkennung unterscheidet der Melder Zu- und Abgang und blendet Querverkehr aus |
| Öffnen — berührungslos auf Zuruf | Radar im Nahbereich | öffnet auf eine gezielte Handbewegung, ohne dass etwas berührt wird |
| Öffnen — bewusster Befehl | Taster | Großflächen-, Ellbogen- und Wandschlagtaster, mit Tastwippe oder Glasscheibe gegen unbeabsichtigtes Auslösen |
| Absichern — Einklemmen verhindern | Aktivinfrarot, Laserscanner | überwacht den Fahrweg des Türblatts und die Nebenschließkante; erkennt auch stehende Personen, die ein Bewegungsmelder nicht mehr sieht |
| Beides in einem Gerät | Kombisensor aus Radar und Aktivinfrarot | öffnet und sichert zugleich — ein Gehäuse, eine Montagestelle, eine Einstellung |
Warum die Trennung wichtig ist: Ein Radarmelder erkennt Bewegung. Bleibt jemand im Türbereich stehen, verschwindet er für den Melder — die Tür würde ohne Sicherungssensor schließen. Deshalb verlangen die Regelwerke für kraftbetätigte Türen beides: EN 16005 für die Nutzungssicherheit und DIN 18650 für automatische Türsysteme. Ein Öffnungssensor allein erfüllt diese Anforderung nicht.
Montage und Anschluss: Radarbewegungsmelder werden je nach Typ bis zu 4 m über dem Boden montiert und laufen mit Kleinspannung, etwa 12 bis 36 V DC beziehungsweise 12 bis 28 V AC. Für Innen- und geschützten Außenbereich gibt es Ausführungen in IP54. Die Erfassungsfelder werden nach der Montage auf Türbreite, Gehrichtung und Verkehrssituation eingestellt — ein zu großes Feld öffnet die Tür bei jedem Vorbeigehen, ein zu kleines lässt Nutzer vor der geschlossenen Tür warten.
Häufige Fragen zu automatischen Schiebetüren
Was ist der Unterschied zwischen Öffnungssensor und Sicherungssensor?
Die Aufgabe. Der Öffnungssensor erkennt jemanden, der auf die Tür zugeht, und gibt den Fahrbefehl. Der Sicherungssensor überwacht den Bereich, in dem sich das Türblatt bewegt, und verhindert das Einklemmen — er sieht also auch jemanden, der stillsteht. Beide Funktionen sind vorgeschrieben; manche Kombisensoren übernehmen sie in einem Gerät.
Welche Normen gelten für automatische Türen?
EN 16005 regelt die Nutzungssicherheit kraftbetätigter Türen, DIN 18650 die automatischen Türsysteme selbst. Für die barrierefreie Nutzung kommt DIN 18040 hinzu — Teil 1 für öffentlich zugängliche Gebäude, Teil 2 für Wohnungen.
Was leistet die Laufrichtungserkennung?
Sie unterscheidet, ob jemand auf die Tür zugeht oder sich von ihr entfernt, und blendet Querverkehr aus. Ohne sie öffnet die Tür bei jedem, der parallel zur Fassade vorbeigeht — was Energie kostet, den Verschleiß erhöht und im Winter den Windfang aushebelt.
Warum reicht ein Radarmelder allein nicht?
Weil Radar Bewegung erfasst, nicht Anwesenheit. Wer im Türbereich stehen bleibt — beim Warten, beim Kramen in der Tasche, im Rollstuhl beim Rangieren —, wird vom Bewegungsmelder nicht mehr gesehen. Deshalb gehört zu jeder kraftbetätigten Tür eine Absicherung, die auch stehende Personen erkennt.
Kann eine automatische Tür an einer Brandschutztür sitzen?
Die Selbstschließung darf dadurch nicht verloren gehen: Eine Feuer- oder Rauchschutztür muss aus jeder Öffnungsstellung sicher ins Schloss gehen. Wird ein Abschluss elektrisch offen gehalten, ist das eine Feststellanlage und braucht eine Bauartgenehmigung des DIBt. Beides ist gesondert nachzuweisen — die Bauartgenehmigung der Feststellanlage ersetzt nicht die Nutzungssicherheit nach EN 16005 und umgekehrt.
Wo wird ein Radarmelder montiert?
Über der Türöffnung, ausgerichtet auf den Zugangsbereich. Die zulässige Montagehöhe hängt vom Gerät ab — verbreitete Ausführungen erlauben bis zu 4 m. Nach der Montage wird das Erfassungsfeld auf die Situation eingestellt: Türbreite, Gehrichtung, Abstand zu Kreuzungsverkehr.
Fragen zur Kaufentscheidung
Sensor oder Taster — was ist richtig?
Das hängt daran, ob die Tür bei jeder Annäherung öffnen soll. Am Publikumseingang ist der Sensor richtig: Niemand muss anhalten. Wo der Durchgang kontrolliert bleiben soll — Nebenausgänge, Funktionsräume, Bereiche mit Zutrittsregelung —, ist der Taster richtig, weil die Tür nur auf ausdrücklichen Befehl fährt. Häufig sitzen beide an derselben Tür: Sensor innen, Taster außen.
Welcher Taster für welche Situation?
Nach der Art der Bedienung. Der Großflächentaster lässt sich mit der ganzen Hand oder dem Unterarm auslösen und ist die barrierefreie Wahl. Der Ellbogentaster ist für Hände gedacht, die nicht frei oder nicht sauber sind — Pflege, Küche, Labor. Ausführungen mit Glasscheibe oder Schlüssel sichern gegen unbeabsichtigtes Auslösen. Für Räume mit Feuchtigkeit gibt es die entsprechend geschützten Bauformen.
Ein Gerät für Öffnen und Sichern oder zwei getrennte?
Ein Kombisensor aus Radar und Aktivinfrarot spart Montagestelle, Verkabelung und einen zweiten Einstellvorgang — an einer Standard-Schiebetür ist er der übliche Weg. Getrennte Geräte sind dann sinnvoll, wenn Öffnungs- und Sicherungsbereich weit auseinanderliegen, etwa bei sehr breiten Öffnungen oder wenn der Öffnungsimpuls aus einiger Entfernung kommen soll.
Ich will eine vorhandene Tür nachrüsten — worauf achten?
Zuerst darauf, ob es eine Schiebe- oder eine Drehtür ist: Bei Drehflügeln ist ein Drehtürantrieb die einfachere Nachrüstung, weil er den vorhandenen Türschließer ersetzt und Zarge und Blatt unangetastet lässt. Dann auf die vorhandene Steuerung: Ein neuer Sensor muss zu ihren Eingängen und zur Kleinspannungsversorgung passen. Und schließlich auf die Absicherung — wird eine Tür kraftbetätigt, gelten EN 16005 und DIN 18650 für die ganze Anlage, nicht nur für das neue Bauteil.
Welche Schutzart brauche ich?
Im Innenbereich genügt die Standardausführung. Im Windfang, im überdachten Vorbereich und überall dort, wo Feuchtigkeit oder Staub anfallen, ist eine höhere Schutzart nötig — Radarmelder mit IP54 sind für Innen- und geschützten Außenbereich ausgelegt. Frei bewitterte Einbauorte verlangen mehr, als diese Geräte leisten.
Wo finde ich die Antriebe selbst?
Nicht hier. Diese Kategorie führt die Bedien- und Erkennungsseite. Motorisch angetriebene Drehflügel stehen unter Drehtürantriebe, Beschläge für von Hand bewegte Schiebetüren unter Schiebetüren, weitere Melder unter Bewegungsmelder.
Verwandte Kategorien
- Drehtürantriebe — motorisch angetriebene Drehflügel statt Schiebetüren
- Bewegungsmelder — Radar- und Präsenzmelder für Automatiktüren
- Manuelle Schiebetürbeschläge — GEZE Levolan, Rollan und Perlan für Schiebetüren ohne Antrieb
- Türdämpfer für Schiebetüren — sanftes Einlaufen in die Endlage
- Impulsgeber für Drehtüren — dieselbe Aufgabe am Drehflügel
- Automatiktüren — der Überblick über alle kraftbetätigten Türlösungen