Pendeltürbänder — Türen, die in beide Richtungen aufgehen und von selbst zurückschwingen
- Ein Pendeltürband trägt die Tür und bringt sie zurück: Es lässt sie nach beiden Seiten aufschwenken und schwingt sie über eine Feder wieder in die Mittellage
- Im Sortiment die HAWGOOD-Reihen von DICTATOR — von der leichten Thekentür bis zur schweren Pendeltür: bis 26 kg (4000/4500), bis 50 kg (40K/41K) und bis 60 kg (Typ 41/42)
- Die zweite Größe neben dem Gewicht ist die Türdicke — sie reicht von 19 mm bis 40 mm und entscheidet mit über die Reihe
- Der Schuh ist wählbar — vernickelt, Messing oder Kunststoff in Hellgrau und Schwarz; die Platte gibt es verzinkt oder in Edelstahl. Die Wahl ist eine optische, keine technische
- Kein Bauteil für Feuer- und Rauchschutztüren. Ein Pendeltürband ist kein Türschließer nach DIN EN 1154; dort muss die Tür aus jeder Öffnungsstellung vollständig ins Schloss gebracht werden — das leistet nur ein für diesen Einsatz nachgewiesener Türschließer
Was ein Pendeltürband leistet
Eine Pendeltür — je nach Gewerk auch Schwingtür oder Thekentür genannt — hat keinen Anschlag: Sie öffnet nach innen wie nach außen und lässt sich mit dem Ellbogen, dem Servierwagen oder der Schulter aufdrücken. Das setzt einen Beschlag voraus, der zwei Aufgaben zugleich erfüllt. Er muss das Türblatt drehbar lagern, und er muss es aus jeder Richtung wieder in die Mittellage zurückholen, sonst bliebe die Tür irgendwo im Raum stehen. Genau das leistet ein Pendeltürband: Eine Feder im Bandgehäuse wird beim Öffnen gespannt und schwingt die Tür anschließend zurück.
DICTATOR baut diese Bänder unter dem Namen HAWGOOD — im Schriftverkehr gelegentlich auch „Hagwood" geschrieben. Die Reihen unterscheiden sich nicht in der Funktion, sondern in dem, was sie tragen: Türgewicht und Türdicke. Beide Werte müssen zusammen passen, denn ein Band, das das Gewicht hält, nützt nichts, wenn der Schuh nicht auf das Türblatt passt. Welche Reihe zu welcher Tür gehört, steht in der Tabelle unter dem Sortiment.
Verwandte Kategorien
- Türbänder — die übergeordnete Kategorie mit allen Bandarten
- Schließfedern — bringen eine Tür ohne eigenen Türschließer zurück ins Schloss
- Türschließer — für Anschlagtüren, die kontrolliert und selbsttätig zufallen sollen
- Türdämpfer — bremsen eine zufallende Anschlagtür am Ende des Schließwegs ab
- Türbeschläge — der ganze Zweig im Überblick
- DICTATOR Technik — der Hersteller der HAWGOOD-Bänder
Pendeltürband HAWGOOD Typ 41 oder 42 für größere Türen mit 40 mm Türdicke
142,21 €*
inkl. MwSt
119,50 €
zzgl. MwSt
Pendeltürband HAWGOOD Typ 4500, bis 26 kg und max. 25 - 30mm Türdicke
37,96 €*
inkl. MwSt
31,90 €
zzgl. MwSt
Pendeltürband HAWGOOD Typ 4000, bis 26 kg und 19 - 24mm Türdicke
37,96 €*
inkl. MwSt
31,90 €
zzgl. MwSt
Welche HAWGOOD-Reihe zu welcher Tür gehört
Die Auswahl läuft über zwei Werte, und beide müssen stimmen: das Türgewicht und die Türdicke. Das Gewicht entscheidet, ob das Band die Tür überhaupt trägt; die Türdicke entscheidet, ob der Schuh auf das Türblatt passt.
| Reihe | Türgewicht | Türdicke | Wofür gedacht |
|---|---|---|---|
| HAWGOOD 4000 | bis 26 kg | 19–24 mm | leichte Pendel- und Thekentüren mit dünnem Türblatt |
| HAWGOOD 4500 | bis 26 kg | 25–30 mm | dieselbe Traglast, aber für das dickere Türblatt |
| HAWGOOD 40K / 41K | bis 50 kg | bis 35 mm (40K), bis 40 mm (41K) | mittelschwere Pendeltüren im Dauerbetrieb |
| HAWGOOD Typ 41 / 42 | bis 60 kg | bis 40 mm | schwere Pendeltüren, zusätzlich begrenzt auf 1000 mm Türbreite |
Zwei Punkte fallen dabei erfahrungsgemäß durchs Raster. Erstens: Zwischen 4000 und 4500 liegt kein Unterschied in der Traglast — beide tragen bis 26 kg, sie decken nur zwei aneinandergrenzende Türdickenbereiche ab. Wer nach „mehr Reserve" sucht, findet sie erst bei den 40K/41K. Zweitens trägt allein die schwerste Reihe eine Angabe zur Türbreite: Beim Typ 41/42 sind 1000 mm die Grenze. Das ist keine Willkür — je breiter das Blatt, desto größer der Hebel am Band, und desto stärker die Belastung bei gleichem Gewicht. Höhere Türgewichte sind laut Hersteller auf Anfrage möglich.
Innerhalb der 4000er- und 4500er-Reihe steht neben dem Material noch die Ausführung zur Wahl: E arbeitet mit einer Feder, D mit zweien. Bei den Typen 41 und 42 kommt stattdessen die Frage nach der Feststellung hinzu — beide gibt es mit und ohne — sowie die Materialtiefe: entweder nur der Schuh aus V2A oder das komplette Band.
Wo Pendeltüren eingebaut werden
Pendeltüren stehen dort, wo Menschen mit vollen Händen durchgehen. Der klassische Ort ist der Durchgang zwischen Küche und Gastraum: Wer ein Tablett trägt, kann keine Klinke bedienen — die Tür muss sich mit Hüfte oder Schulter aufdrücken lassen und hinter dem Träger von selbst zufallen. Dasselbe gilt für Thekendurchgänge, Ausgabestellen und Lagerdurchgänge im Handel.
Der zweite Einsatzbereich sind Verkehrsflächen mit hoher Frequenz — Flure in Pflegeeinrichtungen, Zugänge zu Wirtschaftsbereichen, Durchgänge, durch die Wagen und Rollcontainer geschoben werden. Hier zählt weniger die Bequemlichkeit als die Standzeit: Das Band wird bei jedem Durchgang zweimal bewegt, in beide Richtungen, oft mit Anlauf.
Aus diesen beiden Bildern folgt die Auswahl praktisch von selbst. Eine leichte Thekentür aus dünnem Holz oder Kunststoff ist bei den Reihen 4000 und 4500 richtig aufgehoben. Eine massive Küchentür im Dauerbetrieb gehört zu den 40K/41K, ein schweres Blatt in einem stark benutzten Wirtschaftsdurchgang zum Typ 41/42. Und wo eine Tür nur zurückgeholt, aber nicht in beide Richtungen geschwenkt werden soll, ist der Beschlag der falsche: Dort passt eine Schließfeder oder ein Türschließer an der Anschlagtür.
Häufige Fragen zu Pendeltürbändern
Was unterscheidet ein Pendeltürband von einem normalen Türband?
Ein gewöhnliches Band lagert die Tür nur — sie bleibt stehen, wo man sie loslässt, und sie öffnet in eine Richtung gegen den Anschlag. Ein Pendeltürband kann beides mehr: Es lässt die Tür nach beiden Seiten schwenken, weil sie keinen Falz und keinen Anschlag hat, und es bringt sie über eine gespannte Feder selbsttätig in die Mittellage zurück. Trag- und Rückstellfunktion stecken also in einem Bauteil.
Bleibt eine Pendeltür in geöffneter Stellung stehen?
Im Normalfall nicht — sie schwingt zurück, das ist der Zweck. Die Reihen 4000 und 4500 haben allerdings eine integrierte Feststellung bei etwa 90° in beiden Schwenkrichtungen: Dort rastet die Tür ein und bleibt offen, bis sie wieder angestoßen wird. Beim Typ 41/42 ist die Feststellung eine Ausführungsvariante — es gibt beide, mit und ohne.
Wie viele Bänder trägt eine Pendeltür?
Das hängt an Konstruktion und Gewicht des Türblatts und lässt sich nicht pauschal beantworten; maßgeblich sind die Angaben zur gewählten Ausführung. Wichtiger als die Zahl ist die Zuordnung: Ein Band, das für 26 kg ausgelegt ist, wird durch ein zweites nicht zum 50-kg-Band. Passt das Gewicht nicht zur Reihe, ist die nächstgrößere Reihe die Antwort, nicht die größere Stückzahl.
Was bedeuten die Ausführungen D und E?
Sie unterscheiden sich in der Zahl der Federn: E arbeitet mit einer, D mit zwei. Beide gibt es in denselben Schuh-Materialien und für dieselben Türdicken; sie stehen bei den Reihen 4000 und 4500 nebeneinander zur Auswahl.
Was passiert, wenn die Tür schwerer ist als angegeben?
Die Grenzwerte sind keine Rundungsempfehlung. Wird das Band überlastet, leidet zuerst die Rückstellung — die Tür kommt langsamer oder gar nicht mehr in die Mittellage —, danach die Lagerung. Bei Türen über 60 kg endet das Standardsortiment; DICTATOR nennt für diesen Fall die Anfrage. Die zweite, oft übersehene Grenze ist die Breite: Beim Typ 41/42 sind es 1000 mm.
Warum finde ich HAWGOOD auch als „Hagwood" geschrieben?
Das ist ein verbreiteter Schreibfehler, kein zweites Produkt. Der Name der Bänder lautet HAWGOOD; er taucht in Ausschreibungen und Bestellungen gelegentlich in verdrehter Schreibweise auf. Gemeint sind in beiden Fällen dieselben Reihen 4000, 4500, 40K/41K und Typ 41/42.
Fragen zur Kaufentscheidung
Türdicke oder Türgewicht — was entscheidet zuerst?
Beide, aber in dieser Reihenfolge: Zuerst muss das Gewicht in die Reihe passen, denn daran hängt, ob das Band die Tür überhaupt trägt. Danach entscheidet die Türdicke, welche Ausführung innerhalb der Reihe in Frage kommt. Beide Werte gehören gemessen, nicht geschätzt — die Türdicke am Blatt, das Gewicht notfalls über die Angaben des Türenherstellers. Ein Band für 26 kg an einer 40-kg-Tür ist keine knappe, sondern eine falsche Wahl.
HAWGOOD 4000 oder 4500 — was ist der Unterschied?
Ausschließlich die Türdicke. Beide tragen bis 26 kg, beide haben die Feststellung bei etwa 90° in beiden Richtungen, beide gibt es in denselben Ausführungen und Materialien. Das 4000 deckt Türblätter von 19 bis 24 mm ab, das 4500 von 25 bis 30 mm. Wer zwischen beiden schwankt, misst das Türblatt nach — bei 24 oder 25 mm entscheidet ein Millimeter.
Welches Schuh-Material soll ich wählen?
Technisch nehmen sich die Varianten nichts, die Entscheidung ist eine gestalterische. Vernickelt und Messing wirken hochwertig und fallen an einer sichtbaren Tür im Gastraum passend aus; Kunststoff in Hellgrau oder Schwarz bleibt unauffällig und ist im Wirtschaftsbereich die pragmatische Wahl. Bei den Typen 41 und 42 kommt eine zweite Ebene dazu: Dort lässt sich wählen, ob nur der Schuh aus V2A besteht oder das komplette Band — das ist dann sehr wohl eine technische Entscheidung, sie betrifft die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Reinigungsmittel.
Brauche ich zusätzlich einen Türschließer an einer Pendeltür?
Nein — die Rückstellung leistet das Band selbst, ein zweites Bauteil wäre gegenläufig. Ein Türschließer ist die Antwort auf eine andere Bauart: die Anschlagtür, die in eine Richtung öffnet und vollständig ins Schloss gezogen werden soll. Wer eine solche Tür ohne eigenen Schließer nur zurückholen will, findet die einfachere Lösung bei den Schließfedern.
Kommt ein Pendeltürband an eine Brandschutztür?
Nein. An einer Feuer- oder Rauchschutztür muss die Tür aus jeder Öffnungsstellung vollständig ins Schloss gebracht werden — das leistet nur ein Türschließer, dessen Eignung für diesen Einsatz nachgewiesen ist. Ein Pendeltürband ist kein Türschließer nach DIN EN 1154, und für die HAWGOOD-Reihen liegt uns kein Verwendbarkeitsnachweis für Brandschutzabschlüsse vor. Maßgeblich ist ohnehin nicht das Bauteil, sondern der Verwendbarkeitsnachweis der konkreten Tür.
Kann ich eine vorhandene Anschlagtür auf Pendelbetrieb umbauen?
Das ist keine Beschlagfrage, sondern eine Frage an das Türblatt und die Zarge. Eine Pendeltür braucht auf beiden Seiten Freiraum zum Schwenken und darf keinen Falz haben, der beim Zurückschwingen anschlägt. Wo das nicht gegeben ist, führt kein Band zum Ziel. Steht der Umbau trotzdem im Raum, gehören Türblatt und Zarge zuerst geprüft — und erst danach die Reihe nach Gewicht und Türdicke ausgewählt.