Zubehör für Feststellanlagen — die herstellerübergreifenden Teile
- Hier stehen Bauteile, die nicht an ein einzelnes Anlagensystem gebunden sind
- Der Hekatron ORS 142 ist dafür das Musterbeispiel: gelistet in den Bauartgenehmigungen von rund 20 Herstellern
- Dazu mechanische Teile wie der Schließfolgeregler, der an der Tür arbeitet und nicht an der Elektronik
- Das systemgebundene Zubehör steht bei den Herstellern — GEZE, Hekatron und dormakaba haben eigene Kategorien
- Wichtigste Grenze: Melder, Zentralen und Feststellvorrichtungen sind nur in der Kombination zugelassen, die in der Bauartgenehmigung steht — „passt mechanisch" ist kein Kriterium
Was „herstellerübergreifend" bei einer Feststellanlage heißt
Eine Feststellanlage ist eine bauaufsichtlich geregelte Zusammenstellung: Energieversorgung, Brandmelder, Feststellvorrichtung, Auslösevorrichtung und Handauslösetaster. Genehmigt wird nicht das einzelne Gerät, sondern die Kombination. Deshalb ist der Satz „das passt doch" bei Feststellanlagen kein Argument — entscheidend ist, ob das Bauteil in der Zulassung der Anlage aufgeführt ist. Steht es nicht drin, wird eine Neuabnahme fällig.
Es gibt aber Teile, für die diese Bindung nicht oder nur eingeschränkt gilt, und die stehen in dieser Kategorie. Das eine ist der Rauchschalter Hekatron ORS 142: Er ist in nahezu allen gängigen Bauartgenehmigungen namhafter Steuerungs- und Schließerhersteller gelistet — von dormakaba über GEZE bis Assa Abloy — und deshalb der De-facto-Standard in dieser Gattung. Das andere sind rein mechanische Teile, die gar nicht in den elektrischen Teil der Anlage eingreifen: Der Schließfolgeregler DORMA SR 390 regelt an einer zweiflügeligen Tür, dass der Standflügel vor dem Gangflügel schließt, und arbeitet dafür mit dem Türschließer zusammen, nicht mit der Rauchschalterzentrale.
Verwandte Kategorien
- GEZE Zubehör Feststellanlagen — Taster, Montageplatten, Abnahmeset und Prüfbuch
- Hekatron Zubehör — Sockel, Konsolen, Handauslösetaster und Hinweisschilder
- dormakaba Zubehör Feststellanlagen — Anbauteile für Anlagen mit RMZ
- Prüfgeräte für Feststellanlagen — Prüfaerosol, Tauschgeräte, Prüfstangen
- Rauchschaltzentralen — die auswertende Stelle der Anlage
- Haftmagnete — die Feststellvorrichtung, wenn sie nicht in der Gleitschiene sitzt
- Nachfolgeprodukte Feststellanlagen — was ein abgekündigtes Bauteil ersetzt
Wo welches Zubehör steht
Feststellanlagen-Zubehör ist im Shop nach seiner Bindung sortiert, nicht nach Bauteilart. Diese Übersicht sagt, wo zu suchen ist:
| Was gesucht wird | Wo es steht |
|---|---|
| Rauchschalter, der an vielen Anlagen zugelassen ist | hier — der ORS 142 |
| mechanische Schließfolgeregelung für Gestängetürschließer | hier — der SR 390 für DORMA TS 73 V und TS 83 |
| Taster, Montageplatten, Abnahmeset, Prüfbuch (GEZE) | GEZE Zubehör Feststellanlagen |
| Meldersockel, Konsolen, Handauslösetaster (Hekatron) | Hekatron Zubehör |
| Anbauteile für Anlagen mit dormakaba RMZ | dormakaba Zubehör Feststellanlagen |
| Prüfaerosol, Meldertauschgerät, Prüfstange | Prüfgeräte für Feststellanlagen |
| Haftmagnet und Haftgegenplatte | Haftmagnete |
Der ORS 142 ist dabei der Sonderfall, der diese Kategorie überhaupt rechtfertigt. Er erkennt Rauch nach dem Streulichtprinzip gemäß EN 54-7, hat einen zusätzlichen Temperatursensor als Rückfallebene bei 70 ± 5 °C und trägt eine Revisionsanzeige nach DIN 14677, die das Ende der Standzeit sichtbar macht. Seine Verschmutzungskompensation verlängert die nutzbare Lebensdauer, seine Leitungsüberwachung wird über einen Magneten im Sockel aktiviert. Er wird ohne Sockel geliefert — der Sockel der Serie 143 gehört mit bestellt und entscheidet über die Montageart: Aufputz, Feuchtraum, Wand oder Unterputz.
Zugelassen ist er unter anderem an Hekatron-Zentralen, an der dormakaba RMZ und als externer Rauchschalter am GEZE FA GC 150. Die Datenbasis nennt zwanzig Hersteller namentlich, darunter Assa Abloy, DICTATOR, ECO Schulte, Record und Stöbich. Sein Einsatzbereich reicht über Drehflügeltüren hinaus auf Schiebetüren, Tore und Feuerschutzvorhänge.
Der SR 390 dagegen ist ein rein mechanisches Bauteil für Scherengestänge-Türschließer und passt zu den dormakaba-Baureihen TS 73 V und TS 83 in zweiflügeliger Ausführung. Er löst dieselbe Aufgabe wie eine ISM-Gleitschiene oder eine Mitnehmerklappe, nur für Gestängeschließer.
Warum Zubehör hier keine freie Wahl ist
Bei Türbeschlägen entscheidet die Passform. Bei Feststellanlagen entscheidet die Zulassung — und das führt regelmäßig zu Überraschungen beim Ersatzteilkauf.
Die Grundregel: Die Bauartgenehmigung gilt nur für die darin aufgeführten Komponentenkombinationen. Wird ein Gerät durch eines ersetzt, das nicht in der Zulassung steht, ist eine Neuabnahme erforderlich — durch eine Fachkraft des Herstellers, eine vom Hersteller autorisierte Fachkraft oder eine vom DIBt benannte Prüfstelle.
Die häufigste Falle ist der Meldertausch nach acht Jahren. Dabei entscheidet nicht das Alter des Melders, sondern die Zulassungshistorie der Anlage:
| Anlage abgenommen nach | Nummernkreis | Beim Austausch verwenden | Verboten |
|---|---|---|---|
| abZ (Bestandsanlage) | Z-6.5-xxxx | nur RetroFit-AT-Produkte | Standard-Melder |
| abG (Neuanlage) | Z-6.500-xxxx | nur Standard-Produkte | AT-Produkte |
Wer hier das falsche Produkt einbaut, verliert die Zulassung der Anlage — bei äußerlich gleichem Melder. Und nicht jede abZ-Zulassung hat jede AT-Variante freigegeben; welche zulässig ist, steht in der Montageanleitung des AT-Melders, aufgeschlüsselt nach der alten Z-6.5-Nummer. Mehr dazu unter Meldertausch nach 8 Jahren und Nachfolgeprodukte Feststellanlagen.
Zwei technische Punkte kommen dazu, die beim Tausch gern übersehen werden. Erstens die Energieversorgung: Bei Anlagen, die älter als 16 Jahre sind, kann das Netzgerät altersbedingt unter 18 V abgesackt sein — dann stört die Anlage nach dem Meldertausch. Die Ausgangsspannung gehört vorher gemessen; liegt sie außerhalb von 18 bis 28 V DC, wird das Netzgerät mitgetauscht. Zweitens die Montage: Rauchschalter dürfen normativ nicht geklebt werden, nur geschraubt, und die Türblätter von Feuerschutzabschlüssen dürfen nicht durchbohrt werden.
Häufige Fragen zum Zubehör
Welches Zubehör für Feststellanlagen ist herstellergebunden?
Alles, was Teil der genehmigten Zusammenstellung ist: Zentralen, Feststellvorrichtungen, Auslösevorrichtungen und in aller Regel auch die Melder. Nicht gebunden sind Prüfmittel und rein mechanische Bauteile, die nicht in den elektrischen Teil der Anlage eingreifen. Der ORS 142 ist die große Ausnahme unter den Meldern — er ist bei vielen Herstellern mit in der Zulassung.
Warum passt der ORS 142 an Anlagen vieler Hersteller?
Weil er in deren Bauartgenehmigungen ausdrücklich gelistet ist. Das ist kein technisches „passt schon", sondern eine dokumentierte Freigabe: Die Datenbasis führt rund zwanzig Hersteller namentlich, von abs und Assa Abloy über DICTATOR, dormakaba und ECO Schulte bis Record und Stöbich. Maßgeblich bleibt trotzdem die Zulassung der konkreten Anlage.
Was ist ein Schließfolgeregler?
Ein Bauteil für zweiflügelige Türen, das dafür sorgt, dass der Standflügel vor dem Gangflügel schließt. Ohne ihn schlägt der Gangflügel gegen den noch offenen Standflügel, und die Tür ist nicht geschlossen — an einer Brandschutztür ein Mangel, der die Schutzfunktion aufhebt. Der Regler hält den Gangflügel so lange zurück, bis der Standflügel im Rahmen ist.
Braucht der Rauchschalter einen eigenen Sockel?
Ja. Der ORS 142 wird ohne Sockel geliefert; die Sockel der Serie 143 nehmen ihn über eine Bajonettfassung auf und bestimmen die Montageart — Aufputz, Feuchtraum, Wandmontage oder Unterputz. Im Sockel sitzt außerdem der Magnet, mit dem das Abschlussmodul im Melder für die Leitungsüberwachung aktiviert wird. Ohne passenden Sockel ist der Melder nicht montierbar.
Was bedeuten abZ und abG bei Feststellanlagen?
Zwei Generationen von Verwendbarkeitsnachweisen. Die ältere allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ, Nummernkreis Z-6.5-xxxx) hatte Brandmelder und Auslösevorrichtung als Einheit zugelassen. In der Bauartgenehmigung (abG, Z-6.500-xxxx) sind beide getrennt, die Auslöselogik sitzt in der Steuerung. Für den Ersatzteilkauf ist das der entscheidende Unterschied — siehe die Tabelle oben.
Sind Prüfmittel an einen Hersteller gebunden?
Nein, das ist der eine Bereich, in dem herstellerübergreifend gearbeitet wird. Das Prüfaerosol Hekatron 918/5 gilt als Standard für die Funktionsprüfung aller optischen Rauchschalter. Thermoschalter werden dagegen nicht mit Aerosol geprüft, sondern mit einem Fön — vorsichtig, damit das Bauteil nicht überhitzt.
Fragen zur Kaufentscheidung
Darf ich ein Bauteil durch das eines anderen Herstellers ersetzen?
Nur wenn es in der Zulassung der Anlage steht. Die Bauartgenehmigung gilt der Kombination, nicht dem Einzelteil; ein nicht gelistetes Ersatzgerät macht eine Neuabnahme nach der aktuell gültigen Zulassung erforderlich. Vor der Bestellung also in die Anlagendokumentation schauen — nicht auf den Steckerabstand.
Welchen ORS 142 brauche ich — Standard oder RetroFit AT?
Das entscheidet die Zulassungsnummer Ihrer Anlage, nicht das Alter des Melders. Bestandsanlagen mit abZ (Z-6.5-xxxx) dürfen ausschließlich mit RetroFit-AT-Produkten instandgesetzt werden, Neuanlagen mit abG (Z-6.500-xxxx) ausschließlich mit Standard-Produkten. Beide Wege sind wechselseitig ausgeschlossen. Steht die Nummer nicht greifbar, klären Sie das bitte vor der Bestellung — hier auf gut Glück zu bestellen ist der teuerste Weg.
Brauche ich an meiner zweiflügeligen Tür einen Schließfolgeregler?
An einer zweiflügeligen Brand- oder Rauchschutztür ja — dort muss die Schließfolge sichergestellt sein. Welche Bauart passt, hängt am Türschließer: Bei Scherengestänge-Schließern der Baureihen TS 73 V und TS 83 ist es der SR 390, bei Gleitschienenschließern übernimmt das eine ISM-Gleitschiene oder eine Mitnehmerklappe. Grundlagen dazu unter Schließfolgeregelung.
Muss nach einem Bauteiltausch neu abgenommen werden?
Nur dann, wenn das neue Gerät in der bisherigen Zulassung nicht aufgeführt war. Dann wird nach der aktuell gültigen Zulassung neu abgenommen. Wird 1:1 gegen ein in der Zulassung gelistetes Gerät getauscht, genügt die Dokumentation im Prüfbuch. Die Abnahmeberechtigung ist übrigens personengebunden und nicht auf einen Betrieb übertragbar.
Was ist beim Tausch alter Melder außerdem zu prüfen?
Die Spannung. Bei Anlagen über 16 Jahren trocknen die Kondensatoren des Netzgeräts aus, die Ausgangsspannung sinkt, und die frisch getauschte Anlage stört — obwohl der neue Melder in Ordnung ist. Deshalb vor dem Tausch messen lassen: außerhalb von 18 bis 28 V DC gehört das Netzgerät mit erneuert. Der Netzanschluss selbst bleibt in jedem Fall Sache einer Elektrofachkraft.
Kann ich hier Zubehör für jede Anlage finden?
Nein, und das ist Absicht. Diese Kategorie führt nur die Teile ohne Systembindung. Alles Systemgebundene steht bei seinem Hersteller — die Übersicht oben zeigt, wo. Wer nicht weiß, welches System an der Tür hängt, findet die Antwort auf dem Zulassungsschild an der Tür oder in den Abnahmeunterlagen.