Rauchschaltzentralen — die Feststellanlage für die einzelne Tür, komplett im Sturz
- Eine Rauchschaltzentrale vereint Raucherkennung, Netzteil und Auslösung in einem Gehäuse über der Türöffnung — ein separater Melder an der Decke entfällt
- Drei Systeme nebeneinander: dormakaba RMZ, GEZE RSZ 7 und Hekatron RSZ kompakt — jede mit eigener DIBt-Bauartgenehmigung und jede an die Feststellvorrichtungen ihres Herstellers gebunden
- Alle drei arbeiten im Ruhestromprinzip: 230 V AC hinein, 24 V DC hinaus. Fällt die Spannung — durch Rauch, Störung, Handauslösung oder Netzausfall —, schließt die Tür
- Montage unmittelbar über der Türöffnung an der senkrechten Wand; Bauhöhen um 30 bis 55 mm, Ausführungen in Silber, Weiß und Edelstahloptik
- Ausschlusskriterium: Das ist eine Einzeltürlösung. Für mehrere Türen, Notstrom oder die Anbindung an eine Brandmeldezentrale ist eine Zentrale mit externen Meldern die richtige Bauform
Was eine Rauchschaltzentrale von anderen Zentralen unterscheidet
In jeder Feststellanlage sitzt eine Zentrale: Sie versorgt die Feststellvorrichtung mit Spannung, wertet die Melder aus und unterbricht den Haltestrom, sobald einer anspricht. Rauchschaltzentralen sind die Bauform, die den Rauchschalter gleich mitbringt. Statt Zentrale im Technikbereich und Melder an der Decke ist alles in einem flachen Gehäuse untergebracht, das unmittelbar über der Tür sitzt — dort, wo der Rauch als Erstes ankommt, wenn er die Türöffnung erreicht. Das spart eine Montagestelle, eine Leitung und eine Abstimmung zwischen zwei Bauteilen.
Der Preis dafür ist der Zuschnitt: Eine Rauchschaltzentrale versorgt eine Tür. Ihr Ausgang ist auf eine Feststellvorrichtung ausgelegt, und die Erweiterbarkeit endet bei ein bis zwei zusätzlichen Meldern. Wo mehrere Abschlüsse zusammengefasst, notstromversorgt oder an eine Brandmeldezentrale angebunden werden sollen, führt der Weg zu den größeren Zentralen mit externen Meldern. Für den häufigsten Fall — eine einzelne Brandschutztür, die im Alltag offen stehen soll — ist die Sturzzentrale dagegen die kürzeste Lösung.
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- Haftmagnete — die Feststellvorrichtung, die von der Zentrale gehalten wird
- Rauchmelder — zusätzliche Decken- und Temperaturmelder
- Zubehör für Feststellanlagen — Handauslösetaster, Kennzeichnung und Prüfbuch
- Handauslösetaster — wann er Pflicht ist und wie er ausgeführt sein muss
- Meldertausch nach 8 Jahren — welches Ersatzprodukt die Zulassung der Anlage erlaubt
Die drei Zentralen im Vergleich
Die Grundfunktion ist bei allen dieselbe. Unterschiede gibt es beim Ausgangsstrom, bei der Erweiterbarkeit und bei den Montagesituationen, die eine Zentrale noch bewältigt.
| Merkmal | dormakaba RMZ | GEZE RSZ 7 | Hekatron RSZ kompakt |
|---|---|---|---|
| Integrierter Melder | optischer Sturzmelder | Rauchschalter mit Alarmschwellennachführung | Sturzrauchschalter ORS 142 W-RSZ nach EN 54-7 |
| Eingang / Ausgang | 230 V AC / 24 V DC, 460 mA, 11 W | 230 V AC / 24 V DC, 260 mA, 6,3 W | 230 V AC / 24 V DC, max. 435 mA |
| Zusätzliche Melder | Deckenmelder RM-N, Funkmelder RM-F über Funkmodul FM-AP | bis 2 Melder (GC 152 Decke, GC 153 Temperatur); Funkmodul GC 171 für bis zu 6 Funkteilnehmer | max. 2 Stiche für ORS 142 oder Thermoschalter TDS 247, Leitungslänge bis 30 m |
| Besonderheit | potentialfreier Wechselkontakt für externe Signalisierung; LED-Leuchtring grün im Betrieb, gelb bei fälliger Wartung; Reset automatisch oder manuell per DIP-Schalter | Teleskopfunktion — das Gehäuse fährt bis 30 mm aus und bringt den Melder an Stürzen mit Überstand in Position | Prüf- und Resettaster integriert; Alarmspeicherung und Leitungsüberwachung über Steckbrücken zuschaltbar |
| Montage | Sturzmontage, max. 0,1 m über Sturzunterkante | über der Türöffnung an der senkrechten Wand, aufliegende Kabelführung möglich | Wand, Sturz oder Türzarge, 180° drehbar; 36 × 250 × 50 mm, 212 g |
| Schutzart / Temperatur | IP 30, Schutzklasse II, −20 bis +40 °C | IP 20, Schutzklasse II, −5 bis +50 °C | Fail-Safe-Prinzip, Notstromversorgung bauartbedingt nicht vorgesehen |
| Bauartgenehmigung | Z-6.500-2372, gültig bis 25.01.2029 | System FA GC 150 | Z-6.500-2393 |
| Ausführungen | Silber und Weiß im Contur Design | silberfarbig, weiß RAL 9016, Edelstahl ähnlich, nach RAL | Oberteil weiß RAL 9016 oder silber |
Die Feststellvorrichtung entscheidet mit. Jede Zentrale steuert die Vorrichtungen ihres eigenen Systems: Die GEZE RSZ 7 arbeitet mit E-Gleitschiene, E-Gestänge, E-ISM-Gleitschiene und Haftmagneten von GEZE — an Türschließern wie TS 5000 E, TS 5000 E-ISM, TS 4000 E und TS 4000 EFS — und nimmt den Handauslösetaster AS 500. Die Hekatron RSZ kompakt versorgt einen Türhaftmagneten und verlangt den externen Handauslösetaster dazu. Die dormakaba RMZ hält Feuer- und Rauchschutztüren über Feststellvorrichtungen offen und bietet zusätzlich einen potentialfreien Wechselkontakt für externe Signalisierung. Wer eine Anlage plant, wählt deshalb nicht die Zentrale allein, sondern das System.
Ein Detail zum Reset: Bei der RMZ lässt sich per DIP-Schalter zwischen automatischem und manuellem Reset umschalten. Manuelles Reset ist vorgeschrieben, wenn ein Freilauftürschließer oder ein automatischer Antrieb — ED 100, ED 250 — an der Tür sitzt. Wird das übersehen, kehrt die Anlage nach dem Alarm selbsttätig in den Feststellzustand zurück, ohne dass jemand die Tür kontrolliert hat.
Was die Bauartgenehmigung der Zentrale festlegt
Die Zentrale ist das Bauteil, an dem die Zulassung der ganzen Anlage hängt. Ihre allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt führt auf, welche Melder, Feststellvorrichtungen und Taster zulässig sind — die Genehmigung gilt also der Kombination, nicht dem einzelnen Gerät. Wird eines davon gegen ein dort nicht genanntes ausgetauscht, verliert die Anlage ihre Zulassung und muss neu abgenommen werden. Die Nummer, unter der eine Anlage abgenommen wurde, steht auf ihrem Abnahmeschild; sie ist die Auskunft darüber, was beim nächsten Tausch eingebaut werden darf.
| Fall | Was gilt |
|---|---|
| Gerät gegen ein in der Genehmigung aufgeführtes tauschen | zulässig, keine Neuabnahme allein deswegen |
| Gerät gegen ein dort nicht aufgeführtes tauschen | Neuabnahme nach der aktuell gültigen Zulassung erforderlich |
| Zentrale gegen das Nachfolgemodell desselben Systems tauschen | ohne Neuabnahme möglich, wenn beide in derselben Bauartgenehmigung stehen — so beim Übergang von der GEZE RSZ 6 auf die RSZ 7 innerhalb des Systems FA GC 150 |
| Zentrale eines anderen Herstellers einsetzen | neue Anlage im Sinne der Zulassung — sie folgt der Bauartgenehmigung der neuen Zentrale, mit deren zulässigen Komponenten, und wird neu abgenommen |
Wer abnehmen darf, ist eng gefasst: Fachkräfte des Herstellers, von ihm autorisierte Fachkräfte oder Fachkräfte einer vom DIBt benannten Prüfstelle. Die Berechtigung ist personenbezogen und nicht übertragbar. Nach dem betriebsfertigen Einbau ist eine Abnahme fällig, ebenso nach einem Gerätetausch, wenn das neue Gerät in der bisherigen Zulassung nicht aufgeführt war.
Im Betrieb gilt dann DIN 14677: jährliche Funktionsprüfung durch eine befähigte Fachkraft, regelmäßige Betreiberkontrolle, Meldertausch nach acht Jahren. Der integrierte Melder einer Rauchschaltzentrale ist davon nicht ausgenommen — die Hekatron RSZ kompakt zeigt das Ende der Standzeit ihres Melders über eine Austauschanzeige selbst an, die dormakaba RMZ meldet fällige Wartung über den gelben LED-Leuchtring. Was dabei geprüft und dokumentiert wird, steht unter Wartung und Prüfung DIN 14677.
Häufige Fragen zu Rauchschaltzentralen
Was unterscheidet eine Rauchschaltzentrale von einer Zentrale mit externem Melder?
Der integrierte Rauchschalter. Bei der Rauchschaltzentrale sitzen Melder, Netzteil und Auslösung in einem Gehäuse über der Tür; bei der klassischen Bauform hängt der Melder getrennt an der Decke und die Zentrale an anderer Stelle. Das macht die Rauchschaltzentrale schneller montiert und schlanker verkabelt — und bindet sie zugleich an eine Tür und an eine Montageposition.
Warum sitzt eine Rauchschaltzentrale über der Tür und nicht an der Decke?
Weil ihr Melder ein Sturzmelder ist: Er erfasst den Rauch dort, wo er die Türöffnung passiert. Die Montage erfolgt deshalb unmittelbar über der Öffnung an der senkrechten Wand — bei der dormakaba RMZ höchstens 0,1 m über der Sturzunterkante. Sitzt das Gerät tiefer oder höher als vorgesehen, stimmt die Erfassung nicht mehr mit der geprüften Anordnung überein.
Wann reicht der integrierte Sturzmelder nicht aus?
Wenn der Raum über der Tür so hoch ist, dass sich Rauch dort sammelt, bevor er den Sturz erreicht. Für die dormakaba RMZ ist die Grenze benannt: Liegt die Deckenunterfläche mehr als 1 m über der Sturzunterkante, sind zusätzliche Deckenmelder erforderlich. Alle drei Zentralen nehmen dafür externe Melder auf — die RSZ 7 bis zu zwei, die RSZ kompakt über maximal zwei Stiche mit bis zu 30 m Leitungslänge.
Automatisches oder manuelles Reset — was ist der Unterschied?
Beim automatischen Reset kehrt die Anlage nach dem Alarm selbsttätig in den Bereitschafts- und Feststellzustand zurück, sobald kein Rauch mehr erkannt wird. Beim manuellen Reset muss jemand die Anlage bewusst zurücksetzen. Die zweite Variante ist bei Freilauftürschließern und automatischen Antrieben wie ED 100 und ED 250 vorgeschrieben — dort soll niemand die Tür wieder freigeben, ohne sie gesehen zu haben.
Wie viele Türen versorgt eine Rauchschaltzentrale?
Eine. Der Ausgang ist auf eine Feststellvorrichtung ausgelegt — bei der Hekatron RSZ kompakt ausdrücklich auf einen Türhaftmagneten, mit einer Zentrale je Tür. Wer mehrere Abschlüsse zusammenfassen will, braucht die größere Bauform mit externen Meldern und entsprechend dimensioniertem Ausgang.
Braucht eine Rauchschaltzentrale eine Notstromversorgung?
Nein, und zwar aus dem Wirkprinzip heraus: Die Anlage hält die Tür nur, solange Spannung anliegt. Fällt der Strom aus, schließt die Tür — das ist der sichere Zustand, kein Fehlerfall. Bei der Hekatron RSZ kompakt ist das ausdrücklich so vermerkt: Fail-Safe, Notstrom bauartbedingt nicht erforderlich. Notstrom wird erst dort zum Thema, wo eine Anlage im Alarmfall etwas tun soll — signalisieren, melden, an eine Brandmeldezentrale übergeben.
Wozu das Datum auf der Bauartgenehmigung?
Bauartgenehmigungen sind befristet. Bei der dormakaba RMZ ist Z-6.500-2372 bis zum 25.01.2029 datiert. Für eine Neuplanung ist deshalb immer der zum Zeitpunkt der Abnahme gültige Nachweis maßgeblich — die Nummer allein genügt nicht, das Datum gehört dazu. Was eine ausgelaufene Genehmigung für eine bereits abgenommene Bestandsanlage bedeutet, ist eine Frage an die abnahmeberechtigte Fachkraft; sie hängt am konkreten Nachweis und lässt sich nicht allgemein beantworten.
Fragen zur Kaufentscheidung
Meine GEZE RSZ 6 ist defekt — was kommt an ihre Stelle?
Die RSZ 7. Sie ist der direkte Nachfolger, wird seit der Produktionseinstellung der RSZ 6 im August 2020 an deren Stelle eingesetzt und steht in derselben Bauartgenehmigung für das System FA GC 150 — eine Neuabnahme allein wegen des Tauschs entfällt damit. Drei Punkte für die Montage: Die RSZ 7 ist mit 346 mm um 14 mm breiter, es sind also neue Befestigungslöcher nötig; der Netz- und der 24-V-Anschluss sind identisch, die Kabel können bleiben; und ein vorhandener Rauchschalter GC 151 lässt sich übernehmen, sofern er noch keine acht Jahre alt ist.
Kann ich die Zentrale eines anderen Herstellers einbauen?
Technisch ist die Schnittstelle überall ähnlich — 230 V hinein, 24 V hinaus. Zulassungsrechtlich ist es aber ein Systemwechsel: Die neue Zentrale bringt ihre eigene Bauartgenehmigung mit, und ab dann zählt, was dort als zulässige Feststellvorrichtung, Melder und Taster aufgeführt ist. Eine bestehende Feststellvorrichtung darf nur weiterverwendet werden, wenn sie in diesem Nachweis steht; die Anlage wird neu abgenommen. Innerhalb eines Systems ist der Tausch dagegen unproblematisch.
Der Sturz hat einen Überstand — welche Zentrale passt?
Die GEZE RSZ 7. Ihre Teleskopfunktion fährt das Gehäuse um bis zu 30 mm aus und bringt den integrierten Melder vor eine Verkleidung, einen Kabelkanal oder einen vorstehenden Sturz — genau die Situation, in der ein flach aufliegendes Gerät den Rauch nicht mehr sauber erfassen würde. Die Hekatron RSZ kompakt löst enge Einbaulagen anders: Sie lässt sich an Wand, Sturz oder Türzarge montieren und ist um 180° drehbar.
Silber oder weiß — spielt die Farbe eine Rolle?
Für die Funktion nicht, für die Nachbestellung schon: Die Ausführung ist Teil des Artikels, nicht ein nachträglich wählbares Zubehör. Die dormakaba RMZ gibt es in Silber und Weiß im Contur Design, die GEZE RSZ 7 silberfarbig, weiß RAL 9016, in Edelstahloptik und nach RAL, das Oberteil der Hekatron RSZ kompakt in Weiß RAL 9016 oder Silber. Wer eine zweite Tür im selben Flur ausstattet, prüft die Ausführung der ersten, bevor er bestellt.
Woran erkenne ich, ob eine vorhandene Anlage Wartung braucht?
An der Anzeige der Zentrale und am Prüfbuch. Die dormakaba RMZ signalisiert fällige Wartung über einen gelben LED-Leuchtring, im Normalbetrieb leuchtet er grün. Die Hekatron RSZ kompakt zeigt an, wann ihr integrierter Melder das Ende seiner Standzeit erreicht. Beides ersetzt aber nicht den Prüfzyklus nach DIN 14677 — die jährliche Prüfung durch eine befähigte Fachkraft und den Meldertausch nach acht Jahren.