Wartung und Prüfung von Feststellanlagen nach DIN 14677

Kurz & Knapp
- Monatliche Funktionsprüfung durch eine eingewiesene Person
- Jährliche Fachprüfung durch eine Fachkraft nach DIN 14677-2
- Jede Prüfung wird im Prüfbuch dokumentiert — Nachweis gegenüber Behörde und Versicherer
Die Pflicht steht in DIN 14677
Feststellanlagen sind instandhaltungspflichtig. Grundlage ist DIN 14677 (Instandhaltung von Feststellanlagen), seit August 2018 in zwei Teile aufgeteilt: Teil 1 regelt die Maßnahmen, Teil 2 die Anforderungen an die Fachkraft. Daraus ergeben sich drei wiederkehrende Aufgaben — Funktionsprüfung, Meldertausch und Betreiberkontrolle.
Prüfintervalle
| Intervall | Durchführung | Wer |
| Monatlich | Funktionsprüfung — Rauchmelder auslösen, Tür muss schließen | eingewiesene Person |
| Vierteljährlich | wie monatlich (nach 12 fehlerfreien Monatsprüfungen umstellbar) | eingewiesene Person |
| Jährlich | Fachprüfung, vollständige Inspektion | Fachkraft nach DIN 14677-2 |
| Nach 8 Jahren | Meldertausch | befähigte Fachkraft |
Die jährliche Prüfung ist keine Sichtkontrolle. Sie umfasst die Auslösung der Anlage, die Prüfung von Feststellvorrichtung, Auslöseeinrichtung und Energieversorgung sowie die Dokumentation im Prüfbuch.
Wer darf prüfen?
Die Instandhaltung erfordert eine befähigte Person nach DIN 14677-2. Als Voraussetzung gilt eine der folgenden Qualifikationen:
- Geselle oder Facharbeiter in Elektrotechnik oder Mechanik
- Geselle oder Facharbeiter gemäß DIN 14675
- drei Jahre Berufserfahrung im Tätigkeitsgebiet (ohne formalen Abschluss)
Die praktische Berechtigung wird über Herstellerschulungen erworben — bei Hekatron etwa über FstA 1 (1 Tag plus Online-Anteil, Abnahmezertifikat nach DIN 14677) oder FstA TK. dormakaba und GEZE bieten entsprechende Seminare für Errichter und Planer. Der Netzanschluss bleibt in jedem Fall der Elektrofachkraft vorbehalten.
Die Abnahmeberechtigung ist personenbezogen — sie ist nicht übertragbar und bleibt auch bei einem Firmenwechsel bestehen. In explosionsgefährdeten Bereichen reicht die Standard-Abnahmeberechtigung nicht aus.
Was geprüft wird
| Komponente | Prüfmethode |
| Optischer Rauchschalter (ORS 142, GC 152, RM-N) | Prüfaerosol, z. B. Hekatron 918/5 |
| Thermoschalter (TDS 247) | Fön — Überhitzung vermeiden |
| Funkrauchmelder (ORS 155 F, RM-F, GC 172) | Prüfaerosol und Funk-Verbindungstest |
| Gesamtanlage | Handtaster betätigen — die Tür muss schließen |
Welches Werkzeug dafür gebraucht wird, steht unter Prüfmittel und Werkzeug.
Prüfbuch und Abnahme
Umfang, Ergebnis und Zeitpunkt jeder Prüfung sind aufzuzeichnen; die Aufzeichnungen bewahrt der Betreiber auf und hält sie für die wiederkehrenden Prüfungen bereit. Dafür gibt es herstellerspezifische Prüfbücher. Nach einer erfolgreichen Abnahme wird zusätzlich ein Abnahmeschild an der Anlage angebracht.
Eine Abnahme ist erforderlich nach dem betriebsfertigen Einbau — und erneut nach einem Gerätetausch, wenn das neue Gerät in der letzten Zulassung nicht aufgeführt war.
Vom Monats- in den Quartalsrhythmus — und zurück
Die Umstellung ist an eine Bedingung geknüpft und lässt sich auch wieder verlieren:
- Die Anlage ist in Abständen von maximal einem Monat zu prüfen.
- Ergeben zwölf aufeinanderfolgende Monatsprüfungen keine Funktionsmängel, darf danach im Abstand von drei Monaten geprüft werden.
- Wird bei einer vierteljährlichen Prüfung ein Mangel festgestellt, ist die Betriebsfähigkeit umgehend wiederherzustellen — und durch mindestens drei aufeinanderfolgende monatliche Prüfungen nachzuweisen.
Die monatliche Prüfung darf nach entsprechender Einweisung eigenverantwortlich durchgeführt werden; eine besondere Qualifikation ist dafür nicht erforderlich. Aufzuzeichnen sind Umfang, Ergebnis und Zeitpunkt.
Der Prüfablauf in der Praxis
Vor jeder Prüfung wird die Tür geöffnet und festgestellt. Die folgenden Auslösewege sind unabhängig voneinander durchzuführen — jeder muss für sich funktionieren:
| Auslöseweg | Was passieren muss |
| Energieversorgung unterbrechen | Die Tür schließt. Der Reset erfolgt je nach System automatisch oder manuell. |
| Prüfaerosol gegen den Rauchmelder sprühen | Die Tür schließt. Nach dem Verfliegen des Prüfgases — etwa 30 Sekunden — wird die Anlage wieder aktiv bzw. manuell zurückgesetzt. |
| Bei elektromagnetischer Feststellung in der Schiene ohne Handtaster: geringer Druck auf das Türblatt | Die Feststellung gibt nach, die Tür schließt. |
| Bei Haftmagnet, Freilauftürschließer oder Drehtürantrieb mit Handtaster: Handtaster betätigen | Die Tür schließt. |
Ein manueller Reset ist bei Drehtürantrieben und Freilauftürschließern nötig. Er wird erst durchgeführt, wenn das Prüfgas verflogen ist — sonst löst die Anlage sofort erneut aus. Beim Umgang mit Prüfaerosol die Sicherheitshinweise beachten: Gefahr für Augen und Atemwege.
Die Abnahmeprüfung — was zusätzlich geprüft wird
Bei der Abnahme nach betriebsfertigem Einbau geht die Checkliste über die reine Auslösung hinaus. Geprüft wird unter anderem:
- Stimmen eingebaute Geräte und deren Kennzeichnung mit der Bauartgenehmigung überein?
- Wird der Abschluss freigegeben, wenn die Anlage funktionsunfähig wird — Melder entfernt, Energie ausgefallen?
- Ist die Tür leichtgängig, klemmt oder schleift sie nicht?
- Ist der Türschließer nach Montageanleitung montiert, Maße eingehalten, Montageplatte vorhanden?
- Schließt die Tür aus jedem Öffnungswinkel kontrolliert? Gesamtschließzeit höchstens 30 Sekunden.
- Bei zweiflügeligen Türen: Schließfolge gewährleistet, Überlastsicherung wirksam?
- Handtaster und Deckenmelder: Standortvorgaben und Funktion geprüft?
Bei Mängeln wird die Abnahmebescheinigung nicht ausgefüllt — die Prüfung ist nach Beseitigung der Mängel zu wiederholen. Was danach in die Dokumentation gehört, steht unter Prüfbuch für Feststellanlagen.
Prüfmittel, Austauschmelder und Prüfbücher für die wiederkehrende Prüfung stehen unter Feststellanlagen.