Montageplatte für Türschließer — wann sie gebraucht wird

Kurz & Knapp
- Nötig bei Kopfmontage und ungünstigen Sturzsituationen
- Die Platte muss zur Gleitschiene bzw. zum Gestänge passen, nicht nur zum Schließer
- An Brandschutztüren entscheidet der Verwendbarkeitsnachweis der Tür über die Befestigung
Wann eine Montageplatte gebraucht wird
Eine Montageplatte ist kein Zubehör für den Regelfall — sie löst ein konkretes Problem. Sie kommt zum Einsatz bei Kopfmontage und bei ungünstigen Sturzsituationen, also überall dort, wo der Schließkörper nicht direkt und tragfähig auf dem Untergrund verschraubt werden kann.
Typische Auslöser in der Praxis:
- der Sturz ist zu schmal oder zu weich für die direkte Verschraubung
- vorhandene Bohrungen aus einer Vormontage sollen nicht neu gesetzt werden
- der Schließer soll versetzt montiert werden, um Hebelverhältnisse zu verbessern
- die Türzulassung schreibt eine Montageplatte ausdrücklich vor
Umgekehrt gilt: Manche Baureihen sind gerade darauf ausgelegt, ohne Montageplatte auszukommen — der dormakaba TS 90 etwa wirbt mit einfacher Montage ohne Platte. Andere bringen sie serienmäßig mit, wie der TS 72.
Die Platte muss zur Schiene passen
Der häufigste Fehler bei der Bestellung: Die Montageplatte wird nach dem Schließer ausgesucht. Maßgeblich ist aber, welche Gleitschiene oder welches Gestänge verbaut wird — ein TS 5000 mit Standard-Gleitschiene braucht eine andere Platte als derselbe Schließer mit R- oder RFS-Gleitschiene.
| Serie | Gleitschiene / Gestänge | Passende Montageplatte |
| GEZE TS 5000 / TS 5000 L | Standard-, ECline-, T-Stop- und EFS-Gleitschiene | Montageplatte Gleitschiene (001512) |
| GEZE TS 5000 / TS 5000 L | R- und RFS-Gleitschiene | Montageplatte R-/RFS (123296) |
| GEZE TS 4000 | Gestänge | Montageplatte TS 4000 (049185.4000) |
| GEZE TS 3000 V | Standard-Gleitschiene | Montageplatte Gleitschiene (001512) |
| dormakaba TS 93 / TS 92 | G-N Gleitschiene | Montageplatte 30 mm oder 40 mm |
| dormakaba G-EMF | G-EMF Gleitschiene | Montageplatte für G-EMF |
Bei dormakaba TS 93 ist die Montageplatte mit einem universellen Lochgruppensystem ausgeführt und damit für DIN links und DIN rechts gleichermaßen verwendbar. Die Plattenstärke — 30 oder 40 mm — bestimmt, wie weit der Schließkörper vom Untergrund absteht.
Brandschutztüren: der Nachweis der Tür entscheidet
Ob am Türblatt einer Feuer- oder Rauchschutztür überhaupt verschraubt werden darf, entscheidet nicht das Beschlagteil, sondern die Tür: maßgeblich ist der Verwendbarkeitsnachweis — die Türzulassung selbst oder eine Herstellererklärung des Türherstellers. Häufig sind dort Montageplatten ausdrücklich vorgeschrieben.
Ein pauschales „an Brandschutztüren darf nie gebohrt werden" ist ebenso falsch wie das Gegenteil. Liegt keine Freigabe für Bohrungen vor, ist die bohrlochfreie Klebemontage der Weg — allerdings nicht überall: Rauchschalter von Feststellanlagen dürfen normativ nur geschraubt montiert werden.
Zur Montageart selbst — Kopfmontage, Bandseite oder Bandgegenseite — siehe Bandseite und Bandgegenseite.
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