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GfS Flügelwächter® — 916000, 916100, 916110
Der GfS Flügelwächter sichert den Treibriegel des Standflügels an zweiflügeligen Türen, die als Notausgang oder Rettungsweg dienen. Er wird senkrecht über dem Treibriegel montiert und blockiert ihn in Verschlussstellung. Im Notfall genügt eine einzige Öffnungsbewegung: Das Schwenken des Treibriegels dreht das Gerät zur Seite, gibt den Riegel frei — der Standflügel lässt sich öffnen und gleichzeitig ertönt ein Alarmsignal von ca. 95 dB/M. Der Daueralarm lässt sich nur mit dem Geräteschlüssel zurücksetzen. Die drei Ausstattungslinien PUR, PRAXIS und PLUS unterscheiden sich ausschließlich in der Elektronik.
Kurz & Knapp
- Für den Standflügel zweiflügeliger Türen — sichert dessen Treibriegel, kein Fensterbeschlag
- Freigabe in einer Bewegung — Schwenken des Treibriegels gibt den Flügel frei und löst gleichzeitig Alarm aus
- Alarm ca. 95 dB/M — Daueralarm, Rücksetzung ausschließlich mit dem Geräteschlüssel
- Daueroffen möglich — Gerät mit dem Geräteschlüssel um 180° drehen, danach alarmfreie Benutzung
- Ein Gerät für links und rechts — der Anschlagwinkel wird bei der Montage seitengerecht am Deckel befestigt
- RAL 6029 Signalgrün — mit Profilhalbzylinder, 9-V-Blockbatterie und Piktogramm
- Drei Ausstattungslinien — PUR, PRAXIS (Batterieüberwachung, Sabotagekontakte) und PLUS (zusätzlich Fremdeinspeisung)
- Ausschlusskriterium: kein Verschluss. Das Gerät meldet die Benutzung, es verriegelt nicht
Wozu der Flügelwächter am Standflügel
Zweiflügelige Türen im Rettungsweg haben ein praktisches Problem: Der Gangflügel wird täglich benutzt, der Standflügel steht still und ist über einen Treibriegel verriegelt. Im Ernstfall wird jedoch die volle Durchgangsbreite gebraucht — der Standflügel muss dann ohne Hilfsmittel und ohne Suche nach einem Schlüssel aufgehen. Zugleich soll er im Alltag nicht unbemerkt als zusätzlicher Ein- und Ausgang benutzt werden.
Genau diese beiden Anforderungen bringt der Flügelwächter zusammen. Er sitzt senkrecht über dem Treibriegel und sichert ihn mechanisch, solange die Tür ihren Normalzustand hat. Wer den Treibriegel dennoch betätigt, öffnet den Standflügel in einer einzigen Bewegung — und löst dabei einen Daueralarm aus, der ohne den Geräteschlüssel nicht verstummt. Die Benutzung wird damit nicht verhindert, sondern hörbar gemacht. Für den geplanten Fall, etwa bei Anlieferungen oder Veranstaltungen, lässt sich das Gerät mit dem Geräteschlüssel um 180° auf Daueroffen stellen; dann bleibt der Standflügel alarmfrei benutzbar.
Die drei Betriebszustände
| Zustand | Was passiert |
|---|---|
| Verschluss | Der Flügelwächter sichert den Treibriegel des Standflügels, der Griff ist blockiert. Normalzustand der Tür. |
| Öffnung | Durch Schwenken des Treibriegels wird das Gerät aktiviert und zur Seite gedreht, der Treibriegel ist frei, der Standflügel öffnet. Es ertönt ein Alarm von ca. 95 dB/M, der nur mit dem Geräteschlüssel zurückgesetzt werden kann. |
| Daueroffen | Mit dem Geräteschlüssel um 180° gedreht, gibt der Flügelwächter den Standflügel dauerhaft und alarmfrei frei — für Anlieferung, Umzug oder Veranstaltung. |
Ein Kerbstift im Rand der Drehplatte begrenzt die Drehrichtung und wird bei der Vorbereitung des Geräts seitengerecht gesteckt.
Vorteile
- Volle Türbreite im Ernstfall — der Standflügel bleibt jederzeit in einer Bewegung zu öffnen, ohne Schlüssel und ohne Werkzeug
- Missbrauch wird hörbar — der Daueralarm endet erst mit dem Geräteschlüssel, nicht von selbst und nicht durch Schließen des Flügels
- Ein Artikel für beide Anschlagrichtungen — der Anschlagwinkel wird erst bei der Montage links oder rechts gesetzt, es gibt keine Seitenvariante zu bestellen
- Geplante Freigabe ohne Ausbau — die 180°-Stellung macht den Standflügel für begrenzte Zeit alarmfrei nutzbar
- Aufschaltbar: die Linie PLUS — sie führt die Auslösung über einen Wechsler mit den Klemmen NO/C/NC aus dem Gehäuse heraus
- Netzbetrieb möglich — PLUS lässt sich über die Fremdeinspeisungsklemme aus einer vorhandenen Gleichspannungsquelle versorgen
Einsatzbereiche
- Zweiflügelige Notausgangs- und Fluchttüren, bei denen der Standflügel für die geforderte Durchgangsbreite gebraucht wird
- Türen, deren Standflügel im Alltag geschlossen bleiben soll, aber nicht dauerhaft verriegelt werden darf
- Schulen, Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen und Versammlungsstätten mit zweiflügeligen Ausgängen
- Verkaufsräume und Lager, in denen ein Standflügel unbemerkt als Warenausgang benutzt werden könnte
- Objekte, in denen die Benutzung von Rettungswegöffnungen dokumentiert oder auf eine Meldeanlage aufgeschaltet werden soll (Linie PLUS)
Technische Daten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gerätetyp | Flügelwächter für den Standflügel zweiflügeliger Türen |
| Artikelnummern | 916000 (PUR), 916100 (PRAXIS), 916110 (PLUS) |
| Montageort | senkrecht über dem Treibriegel, mittig darüber sitzend |
| Befestigung | Verschraubung (4 Schrauben) oder Klebeplatte |
| Anschlagwinkel | flexibel — bei der Montage links oder rechts am Deckel befestigt, Schraube M4 |
| Alarmauslösung | Schwenken des Treibriegels |
| Signalgeber | ca. 95 dB/M |
| Alarmrücksetzung | ausschließlich mit dem Geräteschlüssel |
| Daueroffenfunktion | Drehung um 180° mit dem Geräteschlüssel |
| Verschluss | Profilhalbzylinder, flexibel rechts/links einsetzbar, 2 Schlüssel |
| Stromversorgung | 9-V-Blockbatterie (im Lieferumfang) |
| Abmessungen Gehäuse | 169 mm hoch × 45 mm breit × 72 mm tief (Gesamthöhe 175 mm) |
| Anschlagwinkel | 80 mm hoch × 52 mm breit |
| Gewicht | 1,6 kg |
| Farbe | RAL 6029 Signalgrün |
| Batterieüberwachung | PRAXIS und PLUS |
| Sabotageschutz | PRAXIS und PLUS: Deckelabhebekontakt und externer Sabotage-Meldekontakt |
| Fremdeinspeisung | nur PLUS: 9–12 V DC, Stromaufnahme ca. 100 mA |
Beim Einbau muss der mechanische Auslöseweg des Treibriegels bis zu seinem Endanschlag gewährleistet bleiben. Gerät und Montagehilfen müssen den Betätigungsweg nach Auslösung vollständig freigeben.
Anschluss und Meldung
Die Auslösung selbst führt nur die Linie PLUS aus dem Gehäuse heraus: über einen Wechsler mit den Klemmen NO / C / NC für einen externen Ruhestromalarm. Damit lässt sie sich auf eine vorhandene Einbruchmelde- oder Gebäudeleittechnik aufschalten; GfS zeigt den Anschluss im Schema IV der Montageanleitung. Der externe Sabotage-Meldekontakt, den PRAXIS und PLUS beide haben, meldet dagegen den Eingriff in das Gerät und nicht die Begehung — ebenso der Deckelabhebekontakt, der das Öffnen des Gehäuses meldet. Für die Linie PRAXIS führt GfS kein Anschlussschema.
| Anschluss (Linie PLUS) | Wert |
|---|---|
| Externer Ruhestromalarm | Wechsler, Klemmen NO / C / NC |
| Fremdeinspeisung | 9–12 V DC |
| Stromaufnahme | ca. 100 mA |
| Leitungsführung | je nach Leitungslänge Adern parallel schalten |
Wichtig: Bei Fremdeinspeisung darf keine Batterie angeschlossen werden.
Lieferumfang
- 1× GfS Flügelwächter in der gewählten Ausstattungslinie
- 1× Profilhalbzylinder mit 2 Schlüsseln
- 1× 9-V-Blockbatterie
- 1× großes Piktogramm
- 1× Kerbstift als Drehrichtungsbegrenzer
- 4× Schrauben zur Befestigung
PUR, PRAXIS oder PLUS?
| Ausführung | Alarm ca. 95 dB | Batterie- überwachung | Deckelabhebe- kontakt | Externer Melde- kontakt | Fremd- einspeisung |
|---|---|---|---|---|---|
| 916000 PUR | ✓ | — | — | — | — |
| 916100 PRAXIS | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | — |
| 916110 PLUS | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
Gehäuse, Alarm, Profilhalbzylinder, Daueroffenfunktion und Montage sind bei allen drei Ausführungen gleich — sie unterscheiden sich ausschließlich in der Elektronik. PUR für Standflügel, die ohnehin regelmäßig kontrolliert werden. PRAXIS, wenn die Batterie überwacht und die Auslösung weitergemeldet werden soll. PLUS, wenn das Gerät zusätzlich aus einer vorhandenen Gleichspannungsquelle gespeist wird.
Wartung und Batterie
Das Gerät wird mit einer 9-V-Blockbatterie geliefert und im Betrieb daraus versorgt. Zum Wechseln wird der Gehäusedeckel abgenommen, die Batterie abgeklemmt und ersetzt; anschließend wird der Deckel wieder verschraubt, beginnend mit der Schraube unten links.
Die Linien PRAXIS und PLUS überwachen die Batterie selbst und melden eine schwache Batterie. Bei der Linie PUR gehört die Sichtprüfung und der planmäßige Batteriewechsel in die regelmäßige Kontrolle der Rettungswege. Bei der Linie PLUS im Netzbetrieb entfällt die Batterie — sie darf bei Fremdeinspeisung nicht angeschlossen bleiben.
Häufige Fehlerbilder bei der Inbetriebnahme
| Beobachtung | Ursache und Abhilfe |
|---|---|
| Beim Anklemmen der Batterie ertönt sofort Alarm (PRAXIS/PLUS) | Das ist der Sabotagekontakt bei offenem Gehäuse. Der Alarm erlischt, sobald die linke untere Gehäuseschraube eingesetzt ist. |
| Der Standflügel klemmt nach dem Auslösen | Der Auslöseweg des Treibriegels ist nicht bis zum Endanschlag frei. Gerät und Montagehilfen müssen den Betätigungsweg nach Auslösung vollständig freigeben — Position prüfen und korrigieren. |
| Das Gerät lässt sich nicht in die gewünschte Richtung drehen | Der Kerbstift begrenzt die Drehrichtung. Er wird in das kleine Loch links bzw. rechts am Rand der Drehplatte gesteckt — Seite prüfen. |
| Die Klebeplatte hält nicht | Der Rahmen muss vor dem Verkleben fett- und staubfrei sein; die Platte wird 10–15 Sekunden fest angedrückt. |
| Kein Alarm trotz Fremdeinspeisung (PLUS) | Spannung 9–12 V DC prüfen. Bei Fremdeinspeisung darf keine Batterie angeschlossen sein. |
Rechtlicher Rahmen und Betreiberpflicht
Die Pflicht, Rettungswege freizuhalten und zugleich gegen Missbrauch zu sichern, ergibt sich nicht aus einer einzelnen Norm, sondern aus dem Zusammenspiel mehrerer Vorschriften:
| Grundlage | Inhalt |
|---|---|
| § 823 Abs. 1 BGB | Verkehrssicherungspflicht des Betreibers |
| ArbStättV § 4 | Arbeitsstättenverordnung — Flucht- und Rettungswege müssen benutzbar sein |
| MVStättVO § 9 Abs. 3 | Muster-Versammlungsstättenverordnung |
| MVKVO § 15 Abs. 3 | Muster-Verkaufsstättenverordnung |
Der Flügelwächter verriegelt nicht — er hält den Standflügel begehbar und meldet seine Benutzung. Eine echte Verriegelung im Rettungsweg wäre nur mit einem System nach DIN EN 13637 und mit Zustimmung der Genehmigungsbehörde zulässig. Ob der Standflügel für die geforderte Durchgangsbreite gebraucht wird und wie er gesichert werden darf, entscheidet das Brandschutzkonzept des Objekts zusammen mit der zuständigen Behörde.
Häufige Fragen
Ist der Flügelwächter für Fenster oder für Türen?
Für Türen. Der Flügelwächter sichert den Treibriegel des Standflügels an zweiflügeligen Türen. Für Fenster und Terrassentüren führt GfS den Fensterwächter — ein eigenes Gerät derselben Bauart, das den Fenstergriff sichert.
Was passiert, wenn jemand den Standflügel im Notfall öffnet?
Der Flügel geht auf. Das Schwenken des Treibriegels dreht den Flügelwächter zur Seite und gibt den Riegel in einer einzigen Bewegung frei; gleichzeitig ertönt ein Alarmsignal von ca. 95 dB/M. Das Gerät verhindert das Öffnen nicht, es macht es hörbar.
Wie wird der Alarm am Flügelwächter zurückgesetzt?
Ausschließlich mit dem Geräteschlüssel. Der Alarm ist ein Daueralarm; er endet nicht von selbst und nicht dadurch, dass der Flügel wieder geschlossen wird.
Kann der Standflügel für eine Anlieferung alarmfrei benutzt werden?
Ja. Mit dem Geräteschlüssel um 180° gedreht, steht der Flügelwächter auf Daueroffen und gibt den Standflügel alarmfrei frei. Danach wird er wieder in die Ausgangsstellung zurückgedreht.
Brauche ich eine Ausführung für links und eine für rechts?
Nein. Der Anschlagwinkel wird bei der Montage seitengerecht am Deckel befestigt und der Kerbstift als Drehrichtungsbegrenzer entsprechend gesteckt. Der Profilhalbzylinder ist ebenfalls flexibel rechts und links einsetzbar.
Worin unterscheiden sich PUR, PRAXIS und PLUS?
Nur in der Elektronik. PUR ist die Basislinie mit Alarm und Profilhalbzylinder. PRAXIS ergänzt Batterieüberwachung, Deckelabhebekontakt und einen externen Sabotage-Meldekontakt. PLUS hat zusätzlich eine Fremdeinspeisungsklemme für 9–12 V DC. Gehäuse, Alarm, Montage und Daueroffenfunktion sind bei allen drei gleich.
Lässt sich die Auslösung auf eine Alarmanlage aufschalten?
Bei der Linie PLUS ja — über den Wechsler mit den Klemmen NO / C / NC für einen externen Ruhestromalarm; GfS zeigt den Anschluss im Schema IV der Montageanleitung. Der externe Sabotage-Meldekontakt von PRAXIS und PLUS ist dafür nicht gedacht: er meldet den Eingriff in das Gerät, nicht die Begehung. Für die Linie PRAXIS führt GfS kein Anschlussschema.
Kann das Gerät ohne Batterie betrieben werden?
Bei der Linie PLUS ja, über die Fremdeinspeisungsklemme mit 9–12 V DC bei einer Stromaufnahme von ca. 100 mA. Wichtig: Bei Fremdeinspeisung darf keine Batterie angeschlossen werden.
Muss gebohrt werden?
Nicht zwingend. Das Gerät kann mit den vier mitgelieferten Schrauben verschraubt oder über die Klebeplatte befestigt werden. Beim Kleben muss der Rahmen fett- und staubfrei sein und die Platte 10–15 Sekunden fest angedrückt werden.