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GfS Fensterwächter® PLUS — 915110
Der GfS Fensterwächter sichert Fenster und Terrassentüren, die als Notausgang oder als zweiter Rettungsweg dienen. Er wird senkrecht unterhalb der Fensterolive montiert und sichert in Verschlussstellung den Fenstergriff. Im Notfall genügt eine einzige Öffnungsbewegung: Das Drehen des Griffes schwenkt das Gerät zur Seite, gibt den Griff frei und löst gleichzeitig ein Alarmsignal von ca. 95 dB/1 m aus. PLUS ist die Vollausstattung: zusätzlich zu Batterieüberwachung und Sabotageschutz besitzt das Gerät eine Fremdeinspeisungsklemme für den Betrieb an einer externen Gleichspannungsquelle.
Kurz & Knapp
- Für Fenster und Terrassentüren — Fluchtfenster und zweiter Rettungsweg
- Ein Gerät für links und rechts — Anschlagwinkel wird bei der Montage seitengerecht befestigt
- Alarm ca. 95 dB/1 m — ausgelöst durch Schwenken um 45° beim Drehen des Fenstergriffs
- Daueroffen zum Lüften — 180°-Schwenkung mit dem Geräteschlüssel, alarmfrei
- Profilhalbzylinder PHZ 30/10 mm — Bedienung und Alarmrücksetzung nur mit Geräteschlüssel
- Zink-Druckguss in RAL 6029 — inklusive 9-V-Blockbatterie und Piktogrammen
- Batterieüberwachung integriert — meldet die schwache Batterie selbst
- Sabotageschutz — Deckelabhebekontakt und externer Sabotage-Meldekontakt
- Fremdeinspeisung 9–12 V DC — Betrieb ohne Batterie möglich
Fluchtwegsicherung am Fenster
Notausgänge in Rettungswegen müssen jederzeit ohne Hilfsmittel begehbar bleiben — auch dann, wenn der zweite Rettungsweg nicht über eine Tür, sondern über ein Fenster oder eine Terrassentür ins Freie führt. Zugleich soll dieser Ausgang nicht unbemerkt als bequemer Durchgang benutzt werden können.
Der GfS Fensterwächter löst diesen Zielkonflikt, ohne die Fluchtfunktion einzuschränken: Er verriegelt das Fenster nicht, er meldet dessen Öffnung. In Verschlussstellung sichert er die Fensterolive gegen unbefugtes Betätigen. Wird der Griff gedreht, schwenkt der Fensterwächter mit, gibt den Betätigungsweg des Griffes vollständig frei und schlägt akustisch Alarm. Der Daueralarm lässt sich nur mit dem Geräteschlüssel abschalten und zurückstellen — ohne Schlüssel ist keine Bedienung möglich.
Bei der Montage entscheidet sich, ob der Anschlagwinkel links oder rechts am Deckel sitzt. Dasselbe Gerät deckt damit links- und rechtsöffnende Flügel ab; die Lagerhaltung im Objekt beschränkt sich auf einen Typ. Das Gehäuse besteht aus Zink-Druckguss und ist in RAL 6029 lackiert — der Signalfarbe der Fluchtwegsicherung. Profilhalbzylinder, zwei Schlüssel, 9-V-Blockbatterie, Piktogramme und Befestigungsschrauben gehören zum Lieferumfang.
Funktionsprinzip
Verschluss: Das Gerät sitzt senkrecht unter der Fensterolive und sichert den Griff in Verschlussstellung. Der Griff kann nicht unbemerkt betätigt werden.
Öffnung im Notfall: Durch das Drehen des Fenstergriffes wird der Fensterwächter um 45° zur Seite geschwenkt und gibt den Griff frei — das Fenster öffnet in einem einzigen Öffnungsvorgang. Gleichzeitig ertönt der Daueralarm mit ca. 95 dB/1 m.
Rücksetzen: Nur eine berechtigte Person mit dem Geräteschlüssel kann den Daueralarm abschalten und das Gerät in seine Ausgangsposition zurückstellen.
Daueroffen: Für das Lüften wird das Gerät mit dem Geräteschlüssel um 180° gedreht und auf Daueroffen gestellt. Das Fenster lässt sich dann alarmfrei öffnen.
Vorteile
- Fluchtfunktion bleibt unangetastet — der Fensterwächter verriegelt nicht, das Fenster bleibt in einem Öffnungsvorgang begehbar
- Ein Typ für beide Anschlagrichtungen — der Anschlagwinkel wird erst bei der Montage links oder rechts gesetzt
- Abschreckung durch Daueralarm — ca. 95 dB/1 m, abschaltbar nur mit dem Geräteschlüssel
- Lüften ohne Fehlalarm — Daueroffenstellung über den Geräteschlüssel
- Netzunabhängig — Betrieb über 9-V-Blockbatterie, keine Verkabelung nötig
- Robustes Metallgehäuse — Zink-Druckguss, RAL 6029 lackiert
- Überwachte Batterie — die integrierte Batterieüberwachung macht die Sichtkontrolle des Ladezustands entbehrlich
- Aufschaltbar — externer Sabotage-Meldekontakt für die Einbindung in vorhandene Meldetechnik
- Wahlweise fremdgespeist — Klemme für 9–12 V DC, wenn kein Batteriewechsel gewünscht ist
Einsatzbereiche
- Fenster und Terrassentüren, die als zweiter Rettungsweg ins Freie führen
- Notausgänge, die gegen unbefugte Benutzung gesichert werden sollen
- Kindertagesstätten, Schulen und Pflegeeinrichtungen — Fluchtfenster, die für Kinder oder Bewohner nicht unbeaufsichtigt zu öffnen sein sollen
- Erdgeschoss- und Souterrainfenster, über die Ware oder Personen unbemerkt das Gebäude verlassen könnten
- Objekte, in denen Rettungswegöffnungen regelmäßig kontrolliert werden müssen
Technische Daten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Artikelnummer | 915110 |
| Gerätetyp | Fensterwächter, Ausstattungslinie PLUS |
| Montageort | senkrecht unterhalb der Fensterolive |
| Anschlagwinkel | flexibel — bei der Montage links oder rechts befestigbar |
| Alarmauslösung | Schwenkung des Geräts um 45° (Drehen des Fenstergriffs) |
| Signalgeber | ca. 95 dB / 1 m |
| Daueroffenfunktion | Schwenkung um 180° mit dem Geräteschlüssel |
| Alarmrücksetzung | ausschließlich mit dem Geräteschlüssel |
| Verschluss | Profilhalbzylinder PHZ 30/10 mm, 2 Schlüssel |
| Stromversorgung | 9-V-Blockbatterie (im Lieferumfang) |
| Batterieüberwachung | integriert |
| Sabotageschutz | Deckelabhebekontakt |
| Meldekontakt | externer Sabotage-Meldekontakt |
| Fremdeinspeisung | 9–12 V DC über Klemme (bei Fremdeinspeisung keine Batterie anschließen) |
| Stromaufnahme | ca. 100 mA |
| Alarmkontakt | potentialfreier Wechsler NO/C/NC für externen Ruhestromalarm |
| Material | Zink-Druckguss, lackiert |
| Farbe | RAL 6029 (Signalgrün) |
| Abmessungen (H × B × T) | ca. 175 × 52/45 × 72 mm, Anschlagwinkel 80 mm |
| Gewicht | ca. 1,6 kg |
| Norm | Fluchtwegsicherungssystem in Übereinstimmung mit DIN EN 179 (Herstellerangabe) |
| GTIN/EAN | 4251851651101 |
| Hersteller | GfS — Gesellschaft für Sicherheitstechnik mbH, Hamburg (ASSA ABLOY) |
Anschluss und Meldung
Der externe Sabotage-Meldekontakt führt die Auslösung aus dem Gehäuse heraus und erlaubt die Aufschaltung auf eine vorhandene Einbruchmelde- oder Gebäudeleittechnik. Der Deckelabhebekontakt meldet zusätzlich das Öffnen des Gehäuses.
| Anschluss | Wert |
|---|---|
| Externer Ruhestromalarm | potentialfreier Wechsler, Klemmen NO / C / NC |
| Fremdeinspeisung | 9–12 V DC |
| Stromaufnahme | ca. 100 mA |
| Leitungsführung | je nach Leitungslänge Adern parallel schalten |
Wichtig: Bei Fremdeinspeisung darf keine Batterie angeschlossen werden. Beim Anklemmen der Batterie löst der Sabotagekontakt aus; der Alarm erlischt, sobald die linke untere Gehäuseschraube eingesetzt ist.
Lieferumfang
- 1× GfS Fensterwächter PLUS
- 1× Profilhalbzylinder PHZ 30/10 mm mit 2 Schlüsseln
- 1× 9-V-Blockbatterie
- Piktogramme
- Befestigungsschrauben (montagefertig)
Fensterwächter PUR, PRAXIS oder PLUS?
| Ausführung | Alarm 95 dB | Batterie- überwachung | Deckelabhebe- kontakt | Externer Melde- kontakt | Fremd- einspeisung |
|---|---|---|---|---|---|
| 915000 PUR | ✓ | — | — | — | — |
| 915100 PRAXIS | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | — |
| 915110 PLUS | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
Gehäuse, Alarm, Profilhalbzylinder, Daueroffenfunktion und Montage sind bei allen drei Ausführungen identisch — sie unterscheiden sich ausschließlich in der Elektronik. PUR für Fenster, die regelmäßig begangen und kontrolliert werden. PRAXIS, wenn die Batterie überwacht und das Gehäuse gegen Sabotage gemeldet werden soll. PLUS, wenn das Gerät aus einer vorhandenen Gleichspannungsquelle gespeist oder der Alarm über einen potentialfreien Kontakt weitergeführt werden soll.
Normen & Einordnung
| Regelwerk | Bedeutung für dieses Produkt |
|---|---|
| DIN EN 179 | Notausgangsverschlüsse für Bereiche mit ortskundigen Nutzern. Der Hersteller führt den Fensterwächter im Ausschreibungstext als Fluchtwegsicherungssystem in Übereinstimmung mit DIN EN 179, Typ Fensterwächter. |
| DIN 4844 / ASR A 1.3 / ISO 7010 | Kennzeichnung von Rettungswegen — die mitgelieferten Piktogramme kennzeichnen die gesicherte Öffnung. |
| CE | Der Hersteller erklärt die Konformität; die Konformitätserklärung ist über den Lieferanten erhältlich. |
Der Fensterwächter verriegelt nicht: Er hält die Rettungswegöffnung begehbar und meldet ihre Benutzung — das ist der Unterschied zu einer Verriegelung. Eine Verriegelung im Rettungsweg wäre nur mit einem System nach DIN EN 13637 und mit Zustimmung der Genehmigungsbehörde zulässig.
Rechtlicher Rahmen und Betreiberpflicht
Die Pflicht, Rettungswege freizuhalten und zugleich gegen Missbrauch zu sichern, ergibt sich nicht aus einer einzelnen Norm, sondern aus dem Zusammenspiel mehrerer Vorschriften:
| Grundlage | Inhalt |
|---|---|
| § 823 Abs. 1 BGB | Verkehrssicherungspflicht des Betreibers |
| ArbStättV § 4 | Arbeitsstättenverordnung — Flucht- und Rettungswege müssen benutzbar sein |
| MVStättVO § 9 Abs. 3 | Muster-Versammlungsstättenverordnung |
| MVKVO § 15 Abs. 3 | Muster-Verkaufsstättenverordnung |
Ob eine Fensteröffnung als Rettungsweg gilt und wie sie gesichert werden darf, entscheidet das Brandschutzkonzept des Objekts zusammen mit der zuständigen Behörde.
Häufige Fragen
Wie wird das Fenster im Notfall geöffnet?
Der Fenstergriff wird wie gewohnt gedreht. Dabei schwenkt der Fensterwächter um 45° zur Seite, gibt den Griff frei und das Fenster lässt sich in einem einzigen Öffnungsvorgang öffnen. Gleichzeitig ertönt ein Daueralarm von ca. 95 dB/1 m.
Verriegelt der Fensterwächter das Fenster?
Nein. Er sichert den Fenstergriff in Verschlussstellung gegen unbefugtes Betätigen, blockiert die Öffnung im Notfall aber nicht. Er verriegelt nicht, er meldet.
Kann das Fenster zum Lüften geöffnet werden?
Ja. Mit dem Geräteschlüssel wird der Fensterwächter um 180° gedreht und auf Daueroffen gestellt. In dieser Stellung lässt sich das Fenster alarmfrei öffnen.
Passt ein Gerät auf links- und auf rechtsöffnende Fenster?
Ja. Der Anschlagwinkel wird bei der Montage wahlweise links oder rechts am Deckel befestigt. Dasselbe Gerät deckt damit beide Anschlagrichtungen ab.
Wie wird der Alarm zurückgesetzt?
Ausschließlich mit dem Geräteschlüssel: Er schaltet den Daueralarm ab und stellt das Gerät in seine Ausgangsposition zurück. Ohne Schlüssel ist keine Bedienung möglich.
Braucht der Fensterwächter einen Stromanschluss?
Nein. Der Betrieb erfolgt über die mitgelieferte 9-V-Blockbatterie. Beim PLUS ist wahlweise eine Fremdeinspeisung mit 9–12 V DC möglich; dann darf keine Batterie angeschlossen sein.
Worauf ist bei der Montage zu achten?
Das Gerät wird senkrecht unterhalb der Fensterolive montiert. Der mechanische Auslöseweg des Fenstergriffes bis zum Endanschlag muss gewährleistet sein — Fensterwächter und Montagehilfen müssen den Betätigungsweg des Griffes nach der Auslösung vollständig freigeben.
Was meldet die Batterieüberwachung?
Die integrierte Batterieüberwachung zeigt eine schwache Batterie an, sodass der Ladezustand nicht durch regelmäßige Sichtkontrolle geprüft werden muss.
Kaufberatung Fensterwächter
Welche Ausführung brauche ich — PUR, PRAXIS oder PLUS?
PUR ist die Basisausführung mit Alarm, Profilhalbzylinder und Batterie. PRAXIS ergänzt Batterieüberwachung, Deckelabhebekontakt und externen Sabotage-Meldekontakt. PLUS besitzt zusätzlich eine Fremdeinspeisungsklemme für 9–12 V DC. Gehäuse, Alarm und Montage sind bei allen drei Ausführungen gleich.
Fenster oder Tür — welches Gerät gehört wohin?
Der Fensterwächter sitzt unter der Fensterolive und sichert den Fenstergriff. Für Türen mit Türdrücker ist der GfS EH-Türwächter die passende Bauform; er wird über dem Türdrücker montiert.
Muss für die Montage in den Rahmen gebohrt werden?
Das Gerät wird mit den mitgelieferten Schrauben am Rahmen befestigt. Für eine bohrlochfreie Befestigung bietet der Hersteller eine Klebeplatte an; sie ist nicht im Lieferumfang enthalten.
Ersetzt der Fensterwächter eine Alarmanlage?
Nein. Er meldet die Benutzung der gesicherten Öffnung akustisch vor Ort. Für die Aufschaltung auf eine Melde- oder Leittechnik sind die Ausführungen PRAXIS und PLUS mit externem Sabotage-Meldekontakt vorgesehen, beim PLUS zusätzlich über den potentialfreien Wechsler.