RWA-Zentralen und Taster — die Steuerung der Rauchabzugsanlage
- Die Zentrale versorgt die Antriebe, überwacht die Leitungen und löst im Brandfall aus — sie ist das Gerät, das entscheidet
- Der Taster daneben ist die Hand am Schalter: Die Anlage muss sich jederzeit auch manuell öffnen lassen
- Alles hier arbeitet mit 24 V DC — die Zentrale bringt den Akku für den Netzausfall mit
- Zwei Taster-Familien mit verschiedenen Aufgaben: der RWA-Taster für den Rauchabzug, der Druckknopftaster für Feststellanlagen und Rauchschutzklappen
- Ausschlusskriterium: Wo eine VdS-anerkannte Anlage gefordert ist, entscheidet beim FT 4 A die Farbe über die Verwendbarkeit — anerkannt ist nur Orange RAL 2011
Was die Zentrale tut und was der Taster tut
Eine Rauchabzugsanlage besteht aus Meldern und Tastern, die auslösen, einer Zentrale, die entscheidet und Strom liefert, und den Antrieben, die das Fenster aufdrücken. Die Zentrale ist dabei das Bauteil, an dem alles zusammenläuft: Sie nimmt die Meldelinien auf, überwacht deren Leitungen, schaltet im Alarmfall die Antriebe auf und hält für den Netzausfall einen eigenen Akku bereit. Ohne sie wäre die Anlage nur eine Sammlung Einzelteile — und im Stromausfall genau dann tot, wenn sie gebraucht wird.
Der Taster ist die zweite, unabhängige Auslösung. Er ist nicht Komfort, sondern Vorschrift: Die Anlage muss sich auch von Hand öffnen lassen, ohne dass die Funktionsbereitschaft der automatischen Auslösung darunter leidet. Welcher Taster dafür der richtige ist, hängt weniger am Gehäuse als an der Aufgabe — Rauchabzug, Feststellanlage oder Rauchschutzklappe verlangen jeweils andere Kontakte und andere Zulassungen.
Verwandte Kategorien
- Feststellanlagen — für offen gehaltene Brandschutztüren; dieselben Druckknopftaster kommen dort zum Einsatz
- GEZE — Zentrale, Taster, Melder und Antriebe aus einem abgestimmten Programm
- Hekatron — der Hersteller der Druckknopftaster DKT 01 und DKT 02
Die Zentrale und die Taster im Vergleich
Die Treppenhauszentrale. Die GEZE THZ ist für die Rauchableitung im Treppenraum und für kleinere RWA-Lösungen ausgelegt. Sie ist nach DIN EN 12101-10 zertifiziert, VdS-anerkannt und TÜV-geprüft, liefert bis 4,5 A an 24-V-Antriebe und bringt den Akku für den Netzausfall mit. Sie führt eine Alarm- und eine Lüftungsgruppe. Es gibt sie in zwei Ausführungen: die THZ N4 im Kunststoffgehäuse (193 × 285 × 89 mm), bei der RWA- und Lüftungstaster separat gesetzt werden, und die THZ Comfort N4 im Aludruckguss-Gehäuse (140 × 248 × 85 mm), die beide Taster beleuchtet bereits eingebaut hat. Elektrisch sind beide gleich — die Wahl entscheidet, ob die Bedienung an der Zentrale sitzt oder an einer eigenen Stelle.
Was sie aufnimmt:
- Alarmlinie 1 — bis zu 8 RWA-Taster
- Alarmlinien 2 und 3 — je bis zu 10 Rauch- oder Wärmemelder, alternativ das Signal einer externen Brandmeldeanlage
- Lüftung — 3 Lüftertaster mit LED (ohne LED beliebig viele); Regen- und Windsensorik lässt sich ohne Zusatzmodul als potentialfreier Kontakt anschließen
- Antriebe — ausschließlich elektromotorische 24-V-Antriebe, deren Stromaufnahme sich auf höchstens 4,5 A summiert
Die Leitungen zu Meldern und Antrieben werden über Endwiderstände überwacht, und was bei Netzausfall oder Störung passieren soll — Fenster auf, zu oder keine Reaktion — ist parametrierbar. Eingestellt wird über Servicetasten und fünf LEDs oder über das Serviceterminal ST 220. Für größere Anlagen lassen sich Alarm- und Reset-Signal über bis zu 10 Zentralen verknüpfen.
RWA-Taster: welcher wofür? Der GEZE FT 4 A sitzt im Aluminium-Druckguss-Gehäuse und kommt mit dem Schild „RAUCHABZUG“. Eine Feinheit, die in Ausschreibungen zählt: VdS-anerkannt ist die orange Ausführung RAL 2011 — die übrigen Farben der Baureihe sind es nicht. Aus dem Hekatron-Programm kommen zwei Druckknopftaster, und sie sind nicht austauschbar:
| DKT 01 | DKT 02 | |
|---|---|---|
| Kontakte | 1 Wechsler | 2 Taster mit je 1 potentialfreiem Wechsler |
| Rückstellung | keine | schwarzer Taster, vom Gehäusedeckel verdeckt |
| Zulassung | — | DIBt Z-78.6-177 (Lüftung), Z-6.5-1725 (Feststellanlage), TÜV, DIN EN 14637 |
| Wofür | Feststellanlagen, bei denen unbeabsichtigtes oder unbefugtes Schließen verhindert werden soll — Rolltore, Abschlüsse in Kaufhäusern und Krankenhäusern | Rauch- und Brandschutzklappen in Lüftungsleitungen, Feststellanlagen mit erforderlicher Rückstellung, maschinelle und natürliche Rauchabzugsanlagen |
Beide werden aufputz montiert, arbeiten mit 24 V DC bei 10 mA, schalten maximal 24 V und 1 A, haben Schutzart IP 20 und kommen mit Scheibe, Schlüssel und einem Beschriftungsset selbstklebender Schilder. Der rote Auslösetaster ist bei beiden durch eine Glasscheibe geschützt.
Was rechtlich und normativ gilt
Die Handauslösung ist keine Option. Nach der Vorgabe des DIBt muss jede Feststellvorrichtung auch von Hand ausgelöst werden können, ohne dass dabei die Funktionsbereitschaft der Auslöseeinrichtung beeinträchtigt wird. Dieselbe Logik trägt den RWA-Taster: Die Anlage darf nicht allein davon abhängen, dass ein Melder anspricht.
Zulassungen hängen am Gerät, nicht an der Gattung. Das DKT 02 trägt die DIBt-Zulassungen Z-78.6-177 für Lüftung und Z-6.5-1725 für Feststellanlagen sowie eine TÜV-Prüfung nach DIN EN 14637 — das DKT 01 nicht. Wer für eine Rauchschutzklappe oder eine rückstellbare Feststellanlage ausschreibt, kann die beiden Taster deshalb nicht gegeneinander tauschen, auch wenn sie im Gehäuse gleich aussehen.
Beim FT 4 A entscheidet die Farbe. VdS-anerkannt ist ausschließlich die orange Ausführung RAL 2011. Rot, blau, grau und gelb sind dieselbe Baureihe ohne VdS. Wo die Anlage VdS-anerkannt sein muss, ist die Farbwahl damit keine Gestaltungsfrage mehr.
Die Zentrale selbst ist nach DIN EN 12101-10 zertifiziert, VdS-anerkannt und TÜV-geprüft. Welche Anforderungen für ein konkretes Gebäude gelten, steht dagegen nicht in der Produktnorm, sondern im Landesbaurecht und in der Baugenehmigung — die Auslegung einer Rauchabzugsanlage gehört deshalb in die Hand des Fachplaners.
Häufige Fragen zu RWA-Zentralen und Tastern
Wozu braucht eine Rauchabzugsanlage überhaupt eine Zentrale?
Weil jemand entscheiden und versorgen muss. Die Zentrale nimmt die Meldelinien auf, überwacht deren Leitungen, schaltet im Alarmfall die Antriebe auf und liefert ihnen die 24 V — im Netzausfall aus dem eingebauten Akku. Melder, Taster und Antriebe allein ergeben noch keine Anlage.
Wie viele Melder und Taster nimmt die THZ auf?
Auf der ersten Alarmlinie bis zu 8 RWA-Taster, auf den beiden weiteren je bis zu 10 Rauch- oder Wärmemelder — alternativ dort das Signal einer externen Brandmeldeanlage. Für die Lüftung sind 3 Lüftertaster mit LED vorgesehen; ohne angeschlossene LED beliebig viele.
Was passiert mit der RWA-Anlage bei Netzausfall?
Die Zentrale schaltet auf den eingebauten Akku um und versorgt die Antriebe weiter mit 24 V. Wie sich die Fenster dabei verhalten sollen — auf, zu oder keine Reaktion — ist parametrierbar; dasselbe gilt für den Störungsfall. Genau dafür arbeitet der Rauchabzug mit 24 V und nicht mit Netzspannung.
Was bedeutet Leitungsüberwachung über Endwiderstände?
Am Ende jeder Melde- und Antriebslinie sitzt ein definierter Widerstand. Die Zentrale misst die Linie dauernd mit: Weicht der Wert ab, ist die Leitung unterbrochen oder kurzgeschlossen, und sie meldet Störung. Ohne diese Überwachung würde ein Kabelbruch erst im Brandfall auffallen — also zu spät.
Welcher FT 4 A ist VdS-anerkannt?
Die orange Ausführung RAL 2011. Die übrigen Farben der Baureihe — rot, blau, grau und gelb — sind die Ausführung ohne VdS. Wo eine VdS-anerkannte Anlage gefordert ist, entscheidet die Farbe also über die Verwendbarkeit.
Muss sich eine Rauchabzugsanlage von Hand auslösen lassen?
Ja. Nach der Vorgabe des DIBt muss jede Feststellvorrichtung auch von Hand ausgelöst werden können, ohne dass die Funktionsbereitschaft der Auslöseeinrichtung darunter leidet; für den Rauchabzug gilt dieselbe Überlegung. Deshalb gehört zu jeder Anlage mindestens ein Handauslösetaster — die THZ nimmt auf ihrer ersten Alarmlinie bis zu acht davon auf.
Fragen zur Kaufentscheidung
Was unterscheidet THZ N4 und THZ Comfort N4?
Elektrisch nichts — die Unterschiede liegen im Gehäuse und in der Bedienung. Die THZ N4 sitzt in einem Kunststoffgehäuse (193 × 285 × 89 mm), RWA- und Lüftungstaster werden separat gesetzt. Die THZ Comfort N4 kommt im Aludruckguss-Gehäuse (140 × 248 × 85 mm) und hat beide Taster beleuchtet bereits eingebaut. Die Frage ist also, ob die Bedienung an der Zentrale sitzen soll oder an einer eigenen Stelle im Raum.
Wie viele Antriebe darf ich an eine THZ hängen?
Nicht die Stückzahl entscheidet, sondern der Strom: Die Summe der Stromaufnahme aller Antriebe darf 4,5 A nicht überschreiten. Angeschlossen werden ausschließlich elektromotorische 24-V-Antriebe; 230-V-Antriebe sind an der Zentrale nicht direkt anschließbar.
DKT 01 oder DKT 02 — welcher Druckknopftaster passt?
Das DKT 01 hat einen Wechsler und keine Rückstellung; es ist für Feststellanlagen gedacht, bei denen ein unbeabsichtigtes Schließen verhindert werden soll. Das DKT 02 hat zwei Taster mit je einem potentialfreien Wechsler — der schwarze, vom Gehäusedeckel verdeckte setzt die Anlage zurück. Es trägt die DIBt-Zulassungen Z-78.6-177 für Lüftung und Z-6.5-1725 für Feststellanlagen und ist damit der Taster für Rauch- und Brandschutzklappen sowie für Rauchabzugsanlagen.
Brauche ich einen VdS-anerkannten Taster?
Das steht nicht im Produkt, sondern in der Ausschreibung oder in der Auflage des Versicherers. Ist VdS gefordert, führt beim FT 4 A nur die orange Ausführung RAL 2011 zum Ziel — die anderen Farben scheiden dann aus, obwohl sie technisch dasselbe Gerät sind. Ist VdS nicht gefordert, ist die Farbe frei wählbar.
Reicht eine Treppenhauszentrale für mein Gebäude?
Die THZ ist für die Rauchableitung im Treppenraum und für kleinere RWA-Lösungen ausgelegt: eine Alarm- und eine Lüftungsgruppe, drei Alarmlinien, 4,5 A für die Antriebe. Reicht das nicht, lassen sich Alarm- und Reset-Signal über bis zu 10 Zentralen verknüpfen. Ob die Auslegung im konkreten Fall trägt, entscheidet allerdings nicht das Datenblatt, sondern der Fachplaner anhand von Landesbaurecht und Baugenehmigung.
Was gehört außer Zentrale und Taster noch zur Anlage?
Die Antriebe, die das Fenster tatsächlich aufdrücken, und die Melder und Sensoren auf den Alarmlinien — Rauch- oder Wärmemelder für die automatische Auslösung, Regen- und Windsensorik für die Lüftungsseite. Letztere lässt sich bei der THZ ohne Zusatzmodul als potentialfreier Kontakt anschließen.