Elektrische Fensterantriebe für Rauchabzug und Lüftung
- Der Antrieb ist das Bauteil, das die Rauchabzugsöffnung tatsächlich aufmacht — alles andere in der Anlage entscheidet nur, wann
- Drei Bauformen: Scherenantrieb, Elektrolinearantrieb und Kettenantrieb — welche passt, entscheidet das Fenster, nicht der Wunsch
- Zug- und Druckkraft je 1500 N bei E 170 und E 212; 170 mm Öffnungsweite beim Scherenantrieb, 42–70 mm einstellbarer Hub beim Linearantrieb
- Gebaut für einwärts öffnende Kippflügel, Rahmenmontage an Holz, Kunststoff oder Metall, Schutzart IP42 — also Innenbereich
- Ausschlusskriterium: Im Rauchabzug arbeiten ausschließlich 24-V-Antriebe. Ein 230-V-Antrieb lässt sich an einer RWA-Zentrale nicht direkt anschließen
Was ein elektrischer Fensterantrieb tut
Eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage besteht aus vier Gliedern: dem Melder oder Taster, der auslöst, der Zentrale, die entscheidet und Strom liefert, dem Fenster, das die Öffnung bildet — und dem Antrieb, der es aufdrückt. Der Antrieb ist dabei das einzige Teil, das mechanisch arbeitet, und deshalb dasjenige, das zum Fenster passen muss: zu seiner Breite, seinem Gewicht, seiner Öffnungsart und zum Platz, den der Rahmen hergibt. Ein Antrieb, der rechnerisch genug Kraft hat, nützt nichts, wenn im Profil keine 40 mm für ihn frei sind.
GEZE liefert für den Rauchabzug und die natürliche Lüftung die ganze Kette aus einer Hand — Antriebe, Zentralen, Taster, Melder und Sensoren sind aufeinander abgestimmt. Im Sortiment stehen hier zwei Bauarten: der Scherenantrieb E 170, der Motor und Schere in einem Gehäuse am Rahmen vereint, und der Elektrolinearantrieb E 212, der einen bereits vorhandenen mechanischen Oberlichtöffner motorisiert.
Verwandte Kategorien
- GEZE — der Hersteller: Antriebe, Zentralen, Melder und Sensoren aus einem Programm
- Feststellanlagen — die andere Brandschutzaufgabe im Gebäude: Türen offen halten und im Brandfall schließen
- Automatiktüren — Antriebe für Türen statt für Fenster, Dreh- und Schiebeflügel
Scherenantrieb, Linearantrieb oder Kettenantrieb?
Die drei Bauformen unterscheiden sich darin, wie sie die Kraft an den Flügel bringen:
| Bauform | Prinzip | Wofür | Im Sortiment |
|---|---|---|---|
| Scherenantrieb | Motor und Schere in einem Gehäuse am Rahmen | öffnet weit und gleichmäßig — die kompakte Komplettlösung für den Kippflügel | E 170, E 170/2 |
| Elektrolinearantrieb | kurzer Hubantrieb am vorhandenen Oberlichtöffner | motorisiert eine bestehende Mechanik und bewegt über eine Stange mehrere Scheren zugleich | E 212 |
| Kettenantrieb | schubfeste Kette schiebt den Flügel auf | sehr flach und unauffällig; an Kippfenstern schreibt GEZE dazu Sicherheitsscheren vor | derzeit nicht lieferbar |
Der Scherenantrieb E 170. Der E 170 öffnet 170 mm weit und trägt Flügel bis 100 kg bei einer Flügelbreite von 550 bis 1200 mm und mindestens 300 mm Flügelhöhe. Zug- und Druckkraft liegen bei je 1500 N, die Hublänge ist einstellbar, die Endlage wird über einen Endschalter abgeschaltet. Das Gehäuse misst 547 × 85 × 35 mm, der Flügelbock gehört zum Lieferumfang. Für breitere Fenster gibt es den zweischerigen E 170/2 — bis 1600 mm, in der größeren Ausführung bis 2400 mm Flügelbreite. Er vereint den Oberlichtöffner OL 90 N und den Elektrolinearantrieb E 212 in einem Produkt; die Scheren sitzen im Abdeckprofil.
Der Elektrolinearantrieb E 212. Der E 212 automatisiert die GEZE Oberlichtöffner OL 90 N, OL 95 und OL 320. Er baut mit 210 × 33 × 80 mm schmal, hat 1500 N Zug- und Druckkraft und einen zwischen 42 und 70 mm einstellbaren Hub; für 52 mm Hub braucht er rund 35 Sekunden. Mit einem OL 90 N deckt er je nach Scherenzahl Flügelbreiten von 600 bis 3600 mm ab — mit einer Schere 600 bis 1200 mm, mit zwei Scheren 1201 bis 2400 mm, mit drei Scheren 1600 bis 3600 mm bei waagrechtem Einbau.
Drei Ausführungen, und der Unterschied liegt in der Steuerung:
- E 212 R1, 230 V — mit einem Relais, für die Gruppensteuerung über einen Umschalter
- E 212 R, 230 V — mit zwei Relais, für die Gruppensteuerung über beliebig viele Lüftertaster
- E 212, 24 V — die 24-V-Ausführung, 1,2 A, für den Betrieb an einer RWA-Zentrale
230 V oder 24 V — Lüftung oder Rauchabzug?
Das ist keine Geschmacksfrage, sondern die wichtigste Weiche in dieser Kategorie. Im Rauchabzug arbeiten die Antriebe mit 24 V, weil die Zentrale sie im Netzausfall aus dem Akku weiterversorgen muss. An eine RWA-Zentrale wie die GEZE THZ lassen sich deshalb ausschließlich elektromotorische 24-V-Antriebe anschließen, und auch die nur bis zu einer Summenstromaufnahme von 4,5 A. Ein 230-V-Antrieb ist dort nicht direkt anschließbar — nicht aus Vorsicht, sondern weil die Zentrale ihn im Ernstfall gar nicht versorgen könnte.
230-V-Antriebe sind für die reine Lüftung gedacht: Sie kommen ohne Trafo aus, hängen am normalen Netz und werden über Lüftertaster geschaltet. Wer nur lüften will, fährt damit einfacher und günstiger. Wer eine Rauchabzugsanlage plant, wählt die 24-V-Ausführung und die passende Zentrale dazu; die Melder und Sensoren hängen ebenfalls an ihr.
Von der Bauform unabhängig ist ein zweiter Punkt: An Kippfenstern mit Öffnungsantrieb hält eine Sicherheitsschere Rahmen und Flügel dauerhaft zusammen. GEZE schreibt sie bei Kettenantrieben an Kippfenstern aus Produkthaftungsgründen vor; sie wirkt unabhängig vom Antrieb und ist auch für E 170 und E 170/2 vorgesehen.
Häufige Fragen zu Fensterantrieben
Kettenantrieb, Scherenantrieb oder Linearantrieb — was ist der Unterschied?
Die Bauform bestimmt, wie die Kraft an den Flügel kommt. Der Kettenantrieb schiebt mit einer schubfesten Kette und baut sehr flach. Der Scherenantrieb hat Motor und Schere in einem Gehäuse und ist die kompakte Komplettlösung für den Kippflügel. Der Elektrolinearantrieb motorisiert einen vorhandenen mechanischen Oberlichtöffner und kann über eine Stange mehrere Scheren gleichzeitig bewegen.
Warum arbeiten Antriebe im Rauchabzug mit 24 Volt?
Weil die RWA-Zentrale sie im Netzausfall aus dem Akku weiterversorgen muss — genau dann, wenn es darauf ankommt. Eine Zentrale wie die GEZE THZ gibt 24 V DC aus und nimmt ausschließlich elektromotorische 24-V-Antriebe auf, deren Stromaufnahme sich zu höchstens 4,5 A summiert. 230-V-Antriebe bleiben deshalb der reinen Lüftung vorbehalten.
Kann ich einen 230-V-Antrieb an eine RWA-Zentrale anschließen?
Nicht direkt. Die THZ ist für elektromotorische 24-V-Antriebe gebaut; 230-V-Antriebe sind an ihr nicht direkt anschließbar. Wer eine vorhandene 230-V-Lüftungsanlage zur Rauchabzugsanlage ausbauen will, tauscht deshalb die Antriebe mit — das ist keine Frage der Verkabelung, sondern der Notstromversorgung.
Was ist eine Sicherheitsschere und wann wird sie gebraucht?
Sie hält Rahmen und Flügel eines Kippfensters dauerhaft zusammen und wirkt unabhängig vom Antrieb. GEZE schreibt sie bei Kettenantrieben an Kippfenstern aus Produkthaftungsgründen vor; für die Scherenantriebe E 170 und E 170/2 ist sie ebenfalls vorgesehen. Angeboten wird sie in zwei Größen, Nr. 35 und Nr. 60.
Wie weit öffnet ein elektrischer Fensterantrieb das Fenster?
Das hängt an der Bauform. Der Scherenantrieb E 170 öffnet 170 mm weit, die Hublänge ist einstellbar und die Endlage wird über einen Endschalter abgeschaltet. Der Linearantrieb E 212 hat dagegen nur 42 bis 70 mm Hub — er bewegt aber nicht den Flügel direkt, sondern den Oberlichtöffner, der die Bewegung übersetzt.
Was bedeutet die Einschaltdauer bei einem Fensterantrieb?
Sie sagt, welchen Anteil einer Betriebsperiode der Motor tatsächlich laufen darf, ohne zu überhitzen. Der E 170 ist mit 25 % angegeben. Für den bestimmungsgemäßen Betrieb — Fenster auf, Fenster zu — spielt das keine Rolle; relevant wird es erst, wenn eine Steuerung dauernd nachregelt.
Fragen zur Kaufentscheidung
Wie groß darf das Fenster für einen E 170 sein?
Der E 170 trägt Flügel bis 100 kg bei 550 bis 1200 mm Flügelbreite und mindestens 300 mm Flügelhöhe; er öffnet 170 mm weit. Für breitere Fenster gibt es den zweischerigen E 170/2 — bis 1600 mm, in der größeren Ausführung bis 2400 mm.
Welchen Antrieb brauche ich für einen Oberlichtöffner?
Den Elektrolinearantrieb E 212. Er ist für die GEZE Oberlichtöffner OL 90 N, OL 95 und OL 320 gebaut, hat 1500 N Zug- und Druckkraft und einen zwischen 42 und 70 mm einstellbaren Hub. Mit einem OL 90 N deckt er je nach Zahl der Scheren Flügelbreiten von 600 bis 3600 mm ab.
Worin unterscheiden sich E 212 R1, E 212 R und E 212 24 V?
In der Steuerung. Das R1 hat ein Relais und ist für die Gruppensteuerung über einen Umschalter gedacht, das R hat zwei Relais und lässt sich über beliebig viele Lüftertaster ansteuern. Die 24-V-Ausführung nimmt 1,2 A auf und wird an einer RWA-Zentrale betrieben.
Welcher Antrieb passt zu einem besonders breiten Fenster?
Ab 1200 mm Flügelbreite reicht ein einzelner E 170 nicht mehr. Dann führt der Weg entweder über den zweischerigen E 170/2 — bis 1600 mm, in der größeren Ausführung bis 2400 mm — oder über den E 212 an einem Oberlichtöffner OL 90 N: Mit zwei Scheren deckt er 1201 bis 2400 mm ab, mit drei Scheren 1600 bis 3600 mm. Der E 212 ist damit die Lösung für die wirklich breiten Flügel.
Passt der Antrieb an mein Fensterprofil?
Das entscheidet sich an drei Maßen, nicht an der Kraft. Der E 170 braucht am Rahmen mindestens 40 mm Platz, arbeitet mit einem I-Maß von 20 bis 70 mm und verträgt eine Überschlaghöhe von 0 bis 25 mm. Diese drei Werte gehören vor die Bestellung — ein Antrieb mit reichlich Reserve nützt nichts, wenn das Profil ihn nicht aufnimmt.
Reicht ein Antrieb allein, oder brauche ich mehr?
Für die reine Lüftung mit 230 V genügen Antrieb und Lüftertaster. Für den Rauchabzug gehört immer eine Kette dazu: ein 24-V-Antrieb, eine RWA-Zentrale mit Akku, ein RWA-Taster zur Handauslösung und je nach Auslegung Melder oder Sensoren. Die Zentrale begrenzt dabei mit, wie viele Antriebe an einer Anlage hängen dürfen — bei der GEZE THZ auf zusammen 4,5 A.