dormakaba Drehtürantriebe — Türen öffnen, ohne sie zu ziehen
- Motorische Unterstützung für Drehflügel von dormakaba — im Shop vertreten durch den Türassistenten PORTEO und die zugehörige Funkbedienung
- Der Türassistent öffnet die Tür auf Tasterdruck oder per Funk; geschlossen wird sie weiterhin vom vorhandenen Türschließer, der an der Tür bleibt
- Nachrüstung auf eine bestehende Tür — der übliche Anlass sind barrierefreie Zugänge und Türen, die für Nutzer mit eingeschränkter Mobilität zu schwergängig sind
- Funkbedienung als Zweiteiler: Handsender BRC-H und Empfänger BRC-R arbeiten nur zusammen; im Gebäude sind typischerweise 20 bis 30 m Reichweite zu erwarten
- Ausschlusskriterium: Der PORTEO ist kein Brandschutzprodukt. An Feuer- und Rauchschutzabschlüssen entscheidet die Zulassung der Tür, was angebaut werden darf — dort führen Freilauftürschließer und Feststellanlagen zum Ziel, nicht der Türassistent
Wofür dormakaba bei Drehtüren steht
dormakaba kommt vom Türschließer her, und das prägt den Zuschnitt: Die Frage lautet hier selten „welcher Antrieb", sondern „wie viel Technik braucht diese Tür wirklich". Für eine Tür, die nur zu schwer aufgeht, hält das Programm mehrere Stufen bereit — vom Schließer mit reduziertem Öffnungsmoment über den Freilauftürschließer bis zum motorischen Öffnen. Der Türassistent ist dabei die Stufe, die den vorhandenen Aufbau am wenigsten antastet: Er kommt zur Tür dazu, statt sie umzurüsten.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens ist die Nachrüstbarkeit das eigentliche Merkmal — der Türassistent wird auf die vorhandene Tür montiert und arbeitet mit dem Schließer zusammen, der schon da ist. Zweitens bleibt die Grenze klar: Wo eine Tür ihre Schutzfunktion behalten muss, ist nicht die Öffnungshilfe die Antwort, sondern eine Lösung, die für diese Tür zugelassen ist. Die Auswahl zwischen diesen Wegen steht weiter unten auf dieser Seite.
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Vier dormakaba-Wege zur leichtgängigen Tür
Bevor die Wahl auf eine Öffnungshilfe fällt, lohnt der Blick auf die Stufen davor. dormakaba beantwortet dieselbe Frage — „die Tür geht zu schwer auf" — auf vier verschiedenen Ebenen, und sie unterscheiden sich stark im Aufwand.
| Weg | Was passiert an der Tür | Wann er passt |
|---|---|---|
| Türschließer mit Easy Open | Eine herzförmige Nockenscheibe senkt das Öffnungsmoment um etwa 40 %, ohne die Schließkraft anzutasten — das Moment fällt von 0° bis 150° stark ab, die Tür wird nach dem Anschieben spürbar leichter. Serienmäßig in TS 98 XEA, TS 97, TS 97 FL XEA, TS 93, TS 92, TS 92 XEA und TS 90 | Die Tür soll von Hand bedient werden, nur mit weniger Kraft. Bestätigt vom MPA Dortmund, normativ über DIN SPEC 1104 und DIN 18040 eingeordnet |
| Freilauftürschließer TS 99 | Im Freilauf ist die Tür ab einem Öffnungswinkel über 0° frei beweglich — es wirkt praktisch kein Schließmoment. Bei Alarm oder Stromausfall schließt sie sicher. EN 2–5, Türbreite bis 1250 mm | Brand- oder Rauchschutztür, die im Alltag ohne Widerstand laufen soll — die komfortabelste Lösung in Pflege- und Bildungsbauten |
| Türassistent PORTEO | Öffnet die vorhandene Tür motorisch auf Tasterdruck oder Funk. Der vorhandene Türschließer bleibt und übernimmt weiterhin das Schließen | Die Öffnungskraft ist auch reduziert noch zu hoch, die Tür soll aber nicht umgebaut werden. Kein Brandschutzprodukt |
| Vollwertiger Drehtürantrieb | Übernimmt Öffnen und Schließen und ersetzt den Türschließer; die Anlage folgt dann DIN 18263-4, DIN 18650 und EN 16005 | Hoher Durchgangsverkehr, Öffnen ohne Handkontakt, Anbindung an Zutritts- oder Gebäudetechnik |
Zur Einordnung des TS 99: Er ist eine eigenständige Produktlinie und nicht mit anderen Schließerbaureihen zu verwechseln. Innerhalb der Linie gibt es einen Unterschied, der bei der Planung zählt — TS 99 FLR und TS 99 FLR-K sind vollständige Feststellanlagen mit eigenem integriertem Rauchmelder und brauchen keine externe Rauchmeldezentrale, während TS 99 FL eine externe Zentrale und eine Feststellvorrichtung voraussetzt. Die Ausführungen im Einzelnen stehen unter Freilauftürschließer.
Was zur Nachrüstung mit dem Türassistenten gehört
Der Türassistent ist eine überschaubare Anlage — er kommt trotzdem nicht allein aus. Drei Dinge gehören dazu, und über eines davon wird die Tür später täglich bedient.
| Bestandteil | Wozu | Was zu klären ist |
|---|---|---|
| Türassistent PORTEO | öffnet die Tür motorisch | Er wird auf die vorhandene Tür montiert; der Stromanschluss ist bauseits herzustellen |
| Auslösung per Taster | bewusster Öffnungsbefehl an der Tür | Erreichbar auch im Sitzen und mit vollen Händen — und außerhalb der Fläche, die der öffnende Flügel überstreicht. Bauformen unter Zubehör Drehtürantriebe |
| Auslösung per Funk — BRC-H und BRC-R | Öffnen aus der Entfernung, ohne feste Bedienstelle | Beide Teile werden gebraucht: Der Empfänger wird am Türassistenten angeschlossen, der Handsender ist die Fernbedienung. Einzeln ergibt keines der beiden eine Funktion |
| Vorhandener Türschließer | schließt die Tür wie bisher | Er bleibt an der Tür. Ist er verschlissen, undicht oder falsch eingestellt, wird das durch den Türassistenten nicht besser — die Tür geht dann leicht auf und schließt weiterhin schlecht |
Zur Funkreichweite: Im Gebäude ist typischerweise mit 20 bis 30 m zu rechnen, im Freien mit bis zu 100 m. Stahlbeton und Metalltüren dämpfen die Verbindung deutlich — in einem Altbau mit massiven Wänden oder an einer Stahlzarge sollte die Reichweite deshalb am Einbauort geprüft und nicht aus dem Datenblatt übernommen werden.
Häufige Fragen zu dormakaba Drehtürantrieben
Was ist ein Türassistent und wo hört er auf?
Ein Türassistent ist eine motorische Öffnungshilfe: Er bringt die Kraft auf, die sonst der Nutzer aufbringen müsste, und übernimmt sonst nichts. Er schließt die Tür nicht, er steuert keine Betriebsarten und er ersetzt keinen Türschließer. Genau das macht ihn zur einfachsten Nachrüstung — und begrenzt zugleich, was er leisten kann.
Bleibt der vorhandene Türschließer erhalten?
Ja, und er muss es auch. Der Türassistent öffnet, der Schließer schließt — die Tür fällt anschließend selbsttätig wieder zu, so wie vorher. Wer den Schließer bei der Gelegenheit ausbaut, hat eine Tür, die sich öffnen lässt und offen stehen bleibt. Beim Vollantrieb ist es umgekehrt: Er übernimmt beide Aufgaben und tritt an die Stelle des Schließers.
Wofür brauche ich Handsender und Empfänger zusammen?
Weil sie ein System bilden. Der Empfänger wird am Türassistenten angeschlossen und wandelt das Funksignal in den Öffnungsbefehl; der Handsender sendet es. Ein Handsender ohne Empfänger findet keinen Adressaten, ein Empfänger ohne Sender bekommt kein Signal. Für eine zweite bedienende Person kommt ein weiterer Handsender dazu, nicht ein zweiter Empfänger.
Wie weit reicht die Funkbedienung?
Im Gebäude typischerweise 20 bis 30 m, im Freien bis zu 100 m. Das sind Anhaltswerte für freie Sicht beziehungsweise leichte Bauweise — Stahlbeton, Metalltüren und Blechverkleidungen reduzieren die Reichweite spürbar. Wo die Verbindung über mehrere Wände oder eine Etage laufen soll, ist eine Prüfung am Einbauort der verlässlichere Weg.
Passt der Türassistent an jede Tür?
Er ist für gängige Standard-Innentüren vorgesehen und wird auf die vorhandene Tür montiert. Grenzen setzen die Tür selbst und ihre Funktion: Ein Feuer- oder Rauchschutzabschluss darf nur bekommen, was für ihn zugelassen ist, und sehr schwere oder sehr breite Flügel gehören in die Auslegung eines vollwertigen Antriebs. Im Zweifel entscheidet die Situation an der Tür — Flügelgewicht, Breite, Anschlagsituation und Schutzfunktion.
Fragen zur Kaufentscheidung
Türassistent, Vollantrieb oder leichtgängiger Schließer?
Die Reihenfolge der Prüfung geht von unten nach oben. Reicht ein Schließer mit reduziertem Öffnungsmoment — bei dormakaba Easy Open, etwa 40 % weniger Öffnungskraft bei voller Schließkraft —, ist das die wartungsärmste Lösung ohne Strom. Geht es um eine Brandschutztür, die im Alltag frei laufen soll, ist der Freilauftürschließer die Antwort. Bleibt die Tür auch so zu schwer, öffnet der Türassistent sie motorisch. Und wo Türen ohne Handkontakt, bei hohem Verkehr oder in Verbindung mit Zutrittstechnik arbeiten sollen, ist der vollwertige Drehtürantrieb richtig.
Was brauche ich neben dem Türassistenten noch?
Mindestens eine Auslösung — Taster, Funk oder beides — und einen funktionierenden Türschließer an der Tür. Der Stromanschluss ist bauseits herzustellen. Für die Funkbedienung gilt: Handsender und Empfänger sind ein Paar, keines der beiden Teile arbeitet allein. Wer die Tür von beiden Seiten bedienen will, plant die Bedienstelle auf beiden Seiten ein.
Lohnt sich Funk oder reicht ein Taster?
Der Taster ist die Bedienung für alle, die vor der Tür stehen — er gehört an eine feste, erreichbare Stelle und braucht keine Batterie. Funk lohnt sich, wenn die Tür aus der Entfernung geöffnet werden soll: aus dem Rollstuhl im Anrollen, mit dem Wagen in der Hand, vom Arbeitsplatz aus. In der Praxis sitzt oft beides an derselben Tür, weil sie zwei verschiedene Nutzergruppen bedienen.
Taugt mein vorhandener Türschließer noch für die Nachrüstung?
Das ist die Frage, die vor der Bestellung steht — denn der Schließer bleibt und übernimmt weiterhin das Schließen. Vier Punkte entscheiden: Schließt die Tür aus jeder Stellung sicher und vollständig ins Schloss? Stimmt die Schließgeschwindigkeit und wirkt der Endschlag? Tritt Öl aus? Sitzen Gleitschiene oder Gestänge und ihre Befestigung fest? Ein undichter Schließer wird getauscht, nicht nachgefüllt. Wer diese Prüfung überspringt, bekommt eine Tür, die leicht aufgeht und schlecht zufällt — und der Fehler wird dem neuen Bauteil zugeschrieben.