Öffnungsrichtung DIN links — DIN rechts nach DIN 107

Kurz & Knapp
- Grundlage ist DIN 107 — „Bezeichnungen mit links und rechts im Bauwesen"
- Bestimmt wird die Richtung immer von der Bandseite aus: von der Seite, zu der die Tür aufschlägt und auf der die Bänder sichtbar sind
- Bänder links → DIN links · Bänder rechts → DIN rechts
- Merksatz: Die DIN-Richtung ist die Seite, auf der die Bänder sitzen — nicht die Seite des Drückers
Die Regel nach DIN 107
Die Anschlagrichtung einer Tür wird nach DIN 107 bezeichnet. Sie legt fest, wie „links" und „rechts" im Bauwesen zu verstehen sind, und gilt damit gleichermaßen für Türen und Fenster. Maßgeblich ist ein einziger Betrachtungsstandpunkt:
Man stellt sich auf die Bandseite — also auf die Seite, zu der die Tür aufschlägt und von der aus die Bänder (Scharniere) sichtbar sind. Von dort gilt:
| Von der Bandseite aus gesehen | Bezeichnung |
| Bänder links, Drücker rechts, Tür schwenkt nach links auf | DIN links |
| Bänder rechts, Drücker links, Tür schwenkt nach rechts auf | DIN rechts |
Merksatz: Die DIN-Richtung ist die Seite, auf der die Bänder sitzen. Wer sich stattdessen am Türdrücker orientiert, kommt systematisch auf das Gegenteil — der Drücker sitzt immer auf der anderen Seite.
Schritt für Schritt an der Tür
- Auf die richtige Seite stellen: Suchen Sie die Seite, auf der die Bänder sichtbar sind. Die Tür kommt Ihnen beim Öffnen entgegen.
- Bänder verorten: Sitzen sie von Ihnen aus links oder rechts?
- Ergebnis ablesen: Bänder links = DIN links, Bänder rechts = DIN rechts.
- Gegenprobe: Der Türdrücker muss auf der jeweils anderen Seite sitzen.
Sind die Bänder verdeckt eingebaut und von keiner Seite sichtbar, hilft die Bewegung: Von welcher Seite schwenkt die Tür auf Sie zu? Das ist die Bandseite. Die Drehachse liegt dann auf der Seite, welche die DIN-Richtung benennt.
DIN-Richtung ist nicht dasselbe wie Bandseite und Bandgegenseite
Diese beiden Angaben werden in der Praxis am häufigsten vermischt, obwohl sie verschiedene Fragen beantworten:
| Angabe | Was sie beschreibt | Mögliche Werte |
| DIN-Richtung | Auf welcher Seite die Drehachse liegt — die Anschlagrichtung der Tür | DIN links / DIN rechts |
| Band- oder Bandgegenseite | Auf welcher Fläche der Tür ein Beschlag montiert wird | Bandseite / Bandgegenseite |
Beides wird zusammen gebraucht: Die DIN-Richtung sagt, wie herum die Tür hängt; Band- oder Bandgegenseite sagt, auf welcher Seite der Türschließer sitzt. Zur zweiten Frage gibt es einen eigenen Artikel: Bandseite und Bandgegenseite.
Wo die Angabe gebraucht wird
Die DIN-Richtung entscheidet bei der Bestellung über:
- die Montagevariante des Türschließers (Standard oder über Kopf)
- den Gestängetyp und dessen Ausrichtung
- bei Feststellanlagen die Lage von Haftmagnet und Ankerplatte
- seitengebundenes Zubehör — etwa Konsolen für Türöffnungsbegrenzer, die es je Richtung als eigene Artikelnummer gibt
Viele Obentürschließer sind ausdrücklich für beide Richtungen ohne Umstellung verwendbar; bei diesen Modellen steht in den technischen Daten „DIN links und DIN rechts universell". Seitengebunden sind dagegen häufig Gleitschienen mit integrierter Feststellung, Schließfolgeregler und eben das genannte Zubehör. Im Zweifel die Richtung immer mit angeben — sie kostet nichts, ihr Fehlen aber eine Rücksendung.
Brandschutz- und Fluchtwegtüren
An Feuer- und Rauchschutztüren hat die DIN-Richtung dieselbe technische Bedeutung wie an jeder anderen Tür — sie bestimmt, welche Ausführung von Schließer, Gleitschiene und Feststellvorrichtung passt. Davon zu trennen ist die bauordnungsrechtliche Frage, in welche Richtung eine Tür im Verlauf eines Rettungswegs aufschlagen muss: Das ist keine Frage der Bezeichnung nach DIN 107, sondern eine Anforderung an die Tür, die sich aus der Nutzung des Gebäudes ergibt und im Verwendbarkeitsnachweis sowie den einschlägigen Arbeitsstättenregeln steht.
Schiebetüren haben keine DIN-Richtung
Ein Schiebeflügel dreht nicht, er läuft — es gibt keine Bänder und damit keine Bandseite. Die Bezeichnung nach DIN 107 ist auf Schiebetüren deshalb nicht anwendbar. Stattdessen wird die Laufrichtung angegeben: zu welcher Seite der Flügel beim Öffnen fährt. Von welchem Standpunkt aus das benannt wird, legt der jeweilige Beschlaghersteller fest — diese Angabe gehört deshalb aus der Dokumentation des konkreten Systems übernommen und nicht aus der DIN-Logik abgeleitet.
Die passenden Modelle für beide Anschlagrichtungen stehen unter Türschließer; welche Größe zur Tür gehört, steht unter DIN EN 1154 und die EN-Größe.