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Signalgeber für Feststellanlagen — das Schließen hör- und sichtbar machen
- Warnen Menschen im Durchgang, bevor ein festgestelltes Tor oder eine Tür zufährt
- Von der einfachen Sirene über die Kombination aus Ton und Blitzleuchte bis zum gepufferten Torsignalgeber
- Montage neben dem Abschluss, angesteuert über den Relaisausgang der Zentrale — der Torsignalgeber läuft parallel zur Feststellvorrichtung
- An bauaufsichtlich geforderten Schiebe-, Hub- und Rollabschlüssen ist die audiovisuelle Signalisierung nach MVV TB vorgeschrieben
- Kein Ersatz für Melder oder Handauslösung — der Signalgeber meldet nur, er löst nichts aus
Was ein Signalgeber an der Feststellanlage leistet
Ein festgestellter Feuer- oder Rauchschutzabschluss steht im Alltag offen. Löst die Anlage aus, setzt er sich in Bewegung — bei einer Drehflügeltür sichtbar und langsam, bei einem Schiebe-, Roll- oder Falttor dagegen schwer und oft schnell. Wer in diesem Moment im Durchgang steht, muss gewarnt werden. Das ist die Aufgabe des Signalgebers: Er macht den Schließvorgang hörbar und sichtbar, solange er läuft.
Technisch sind das drei verschiedene Dinge. Eine akustische Sirene gibt nur Ton. Eine Sirene mit Blitzleuchte ergänzt das optische Signal — wichtig in lauter Umgebung und für Menschen, die den Ton nicht hören. Der Torsignalgeber TSG 100 ist eine eigene Bauart: Er wird mit 24 V DC versorgt und lädt dabei einen Kondensatorpuffer; fällt die Versorgung weg — durch Alarm oder durch Netzausfall —, signalisiert er aus diesem Puffer weiter. Genau das verlangt die Vorschrift, denn ein Tor schließt auch dann, wenn der Strom ausfällt. Daneben steht in dieser Kategorie mit der RZA 142 AP eine Anzeige anderer Art: Sie signalisiert nicht dem Durchgang, sondern dem Betreiber, in welchem Zustand die Rauchschalter der Anlage sind.
Verwandte Kategorien
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- Zubehör — Konsolen, Klemmen und Montageteile
- MVV TB Signalisierung an Toren — die Vorschrift im Wortlaut erklärt
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Anwendungsfall: Brandschutztor im Durchgang
Der klassische Fall ist das Feuerschutzschiebetor im Lager oder in der Produktion. Es steht offen, damit Stapler und Personal durchkönnen, und wird über eine Feststellanlage gehalten. Löst der Rauchschalter aus, fällt die Haltekraft weg und das Tor läuft — meist mit erheblicher Masse — in seine Schließstellung. Wer im Durchgang steht oder gerade einfährt, hat keine Vorwarnung, wenn nichts warnt.
Deshalb schreiben die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen in den Fassungen MVV TB 2019/1 und 2020/1 vor, dass das Schließen eines bauaufsichtlich geforderten Feuer- oder Rauchschutz-Schiebe-, Hub- oder Rollabschlusses audiovisuell signalisiert wird. Zwei Punkte daran werden in der Praxis leicht übersehen:
- Die Signalisierung beginnt mit dem Auslösen — nicht, wenn das Tor schon halb zu ist
- Sie gilt auch bei Netzausfall — der Abschluss schließt dann ebenso, nur ohne Strom für einen ungepufferten Signalgeber
Der TSG 100 löst beides über eine Kondensatorpufferung. Im Normalbetrieb zieht er beim Laden höchstens 55 mA bei 24 V DC ±5 %; ein vollständig entladener Puffer ist nach etwa 15 Minuten wieder geladen und trägt dann rund 120 Sekunden Signalisierung. Da er parallel zur Feststellvorrichtung betrieben wird, lässt er sich an Anlagen aller Hersteller nachrüsten — die Zentrale muss dafür nicht getauscht werden.
Ist am Tor ein Endschalter vorhanden, wird er an den Eingang „Endschalter Tor zu“ gelegt: Die Signalisierung endet dann, sobald das Tor wirklich geschlossen ist, statt den Puffer leerlaufen zu lassen. Fehlt der Endschalter, wird der Eingang mit einer Drahtbrücke geschlossen.
Für die Anlage insgesamt gibt es einen zweiten Anwendungsfall, der nichts mit dem Durchgang zu tun hat: Wo mehrere Rauchschalter verbaut sind, fasst die Rauchschalter-Zustandsanzeige RZA 142 AP deren Zustand an einer Stelle zusammen — bis zu 20 Melder über den RS-Bus bei maximal 100 m Buslänge. Fünf LEDs zeigen Betrieb, leichte und starke Verschmutzung, Störung und Alarm; fünf potentialfreie Wechsler (30 V DC / 1 A / 30 W) geben dieselben Zustände an eine Gebäudeleittechnik weiter. Für den Hausmeister heißt das: Verschmutzung wird sichtbar, bevor sie zur Störung wird.
Vorschrift, Normen und was gemessen wird
Die Pflicht zur Signalisierung ergibt sich nicht aus dem Produktdatenblatt, sondern aus dem Baurecht. Maßgeblich sind MVV TB 2019/1 und 2020/1; produktseitig kommt die EN 12604 für Tore hinzu. Der Signalton der Sirene mit Blitzleuchte folgt DIN 33404-3.
| Größe | Wert TSG 100 | Bedeutung |
|---|---|---|
| Lautstärke | 67 bis 100 ±2 dB(A) in 1 m | stufenlos am Potentiometer einstellbar |
| Töne | 39, per DIP-Schalter wählbar | Unterscheidung von anderen Signalen im Gebäude |
| Pufferdauer | ca. 120 s | Signalisierung ohne Netz |
| Aufladezeit | ca. 15 min | aus vollständig entladenem Zustand |
| Schutzart | IP65 | Halle, Durchfahrt, staubige Umgebung |
| Temperatur | −20 bis +70 °C Betrieb | unbeheizte Bereiche |
| Signalfarbe | rot, Gehäuse RAL 3001 | als Warneinrichtung erkennbar |
Eine Zahl kommt nicht aus dem Baurecht, sondern aus der Maschinenrichtlinie und entscheidet in der Halle über die Einstellung: Das akustische Signal muss 15 dB über der Umgebungslautstärke liegen. Wer den Pegel nach Gehör einstellt, liegt in einer lauten Produktion regelmäßig zu niedrig.
Für den Anschluss gibt Hekatron Klemmen von 0,25 bis 1,5 mm² an, empfohlen wird IY(ST)Y 2×2×0,8. Der Signalgeber ist Teil der Anlage und wird damit in deren Prüfungen einbezogen: monatliche Funktionsprüfung durch eine eingewiesene Person, jährliche Fachprüfung nach DIN 14677-2. Was dabei zu dokumentieren ist, steht unter Prüfbuch für Feststellanlagen.
Häufige Fragen zu Signalgebern
Warum muss das Schließen eines Brandschutztores signalisiert werden?
Weil ein Schiebe-, Hub- oder Rollabschluss schwer ist und ohne Vorwarnung zufährt. Die MVV TB 2019/1 und 2020/1 verlangen deshalb für bauaufsichtlich geforderte Feuer- und Rauchschutzabschlüsse dieser Bauarten eine audiovisuelle Signalisierung des Schließvorgangs.
Was unterscheidet einen Torsignalgeber von einer normalen Sirene?
Die Pufferung und die Ansteuerlogik. Eine Sirene wird über einen Relaisausgang der Zentrale geschaltet und braucht dafür Strom. Der Torsignalgeber liegt parallel zur Feststellvorrichtung und signalisiert genau dann, wenn deren Versorgung wegfällt — aus einem eigenen Kondensatorpuffer, also auch ohne Netz.
Warum signalisiert der Torsignalgeber auch bei Netzausfall?
Weil das Tor bei Netzausfall ebenfalls schließt. Ein Signalgeber, der seinen Strom aus derselben Quelle bezieht, wäre in genau diesem Moment stumm. Der TSG 100 lädt im Normalbetrieb einen Kondensatorpuffer und zehrt davon, sobald die Versorgung abgeschaltet wird.
Wie lange hält die Pufferung des TSG 100?
Rund 120 Sekunden bei voll geladenem Puffer. Die Aufladung aus vollständig entladenem Zustand dauert etwa 15 Minuten — nach einer Auslösung ist das Gerät also nicht sofort wieder voll einsatzbereit.
Wozu dient der Anschluss „Endschalter Tor zu“?
Er beendet die Signalisierung, sobald das Tor tatsächlich geschlossen ist, statt sie bis zum Ende der Pufferzeit laufen zu lassen. Ist kein Endschalter vorhanden, wird der Eingang mit einer Drahtbrücke geschlossen; dann signalisiert das Gerät bis zur Netzwiederkehr.
Wie laut muss das akustische Signal sein?
Der TSG 100 lässt sich stufenlos zwischen 67 und 100 ±2 dB(A) in einem Meter Abstand einstellen. Als Richtwert gilt die Vorgabe der Maschinenrichtlinie: 15 dB über der Umgebungslautstärke. In einer lauten Halle bedeutet das eine deutlich höhere Einstellung als im Verwaltungsflur.
Fragen zur Kaufentscheidung
Braucht auch eine Drehflügeltür einen Signalgeber?
Die Signalisierungspflicht der MVV TB gilt Schiebe-, Hub- und Rollabschlüssen. Eine festgestellte Drehflügeltür schließt langsam und sichtbar; dort ist ein Signalgeber möglich, aber nicht durch diese Vorschrift gefordert. Sinnvoll wird er, wenn der Durchgang unübersichtlich ist oder das Türblatt besonders schwer.
Kann ich einen Torsignalgeber an einer Anlage eines anderen Herstellers nachrüsten?
Ja. Der TSG 100 wird parallel zur Feststellvorrichtung betrieben und braucht nur 24 V DC — er greift nicht in die Auslöselogik ein. Die Zentrale muss dafür nicht getauscht werden. Zu prüfen bleibt, ob der Verwendbarkeitsnachweis Ihrer Anlage einer Ergänzung entgegensteht.
Sirene mit oder ohne Blitzleuchte?
Mit Blitzleuchte überall dort, wo der Ton untergehen kann: in lauter Produktion, bei Gehörschutz, in Bereichen mit Publikumsverkehr. Nur akustisch genügt in ruhiger Umgebung mit übersichtlichem Durchgang. An bauaufsichtlich geforderten Schiebe-, Hub- und Rollabschlüssen ist die Signalisierung ohnehin audiovisuell verlangt — Ton allein reicht dort nicht.
Wofür ist eine Rauchschalter-Zustandsanzeige gut?
Sie beantwortet die Frage „läuft die Anlage noch sauber?“ an einer Stelle, statt an jedem einzelnen Melder. Fünf LEDs zeigen Betrieb, leichte und starke Verschmutzung, Störung und Alarm. Da ein Rauchschalter weder gereinigt noch geöffnet werden darf, ist der frühe Hinweis auf Verschmutzung der praktische Nutzen: Der Tausch lässt sich planen, statt nach einer Störung zu passieren.
Wie viele Rauchschalter überwacht eine RZA 142?
Bis zu 20 Melder über den RS-Bus, bei maximal 100 m Buslänge. Die Weiterleitung an eine Gebäudeleittechnik läuft über fünf potentialfreie Wechsler mit 30 V DC / 1 A / 30 W. Versorgt wird das Gerät mit 18–28 V DC bei maximal 120 mA.