Wie eine Feststellanlage funktioniert
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Kurz & Knapp
- Eine Feststellanlage hält eine Brandschutztür offen und gibt sie frei, sobald Rauch erkannt wird, der Strom ausfällt oder jemand den Handtaster drückt
- Sie braucht eine allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt — eine mechanische Feststellung ist an Brandschutztüren nie zulässig
- Mindestbestandteile: Energieversorgung, Brandmelder, Feststellvorrichtung, Auslösevorrichtung und Handauslösetaster
- Nach dem Einbau folgen Abnahme und wiederkehrende Prüfpflichten nach DIN 14677
Das Grundprinzip
Brandschutztüren müssten dauerhaft geschlossen bleiben. Im Alltag stört das — in Fluren, Treppenhäusern und Pflegebereichen. Eine Feststellanlage löst diesen Widerspruch: Sie hält die Tür elektrisch fest und gibt sie frei, sobald einer der drei Fälle eintritt:
- Ein Brandmelder erkennt Rauch (oder ein Thermoschalter unzulässige Wärme)
- Die Energieversorgung fällt aus — die Anlage schließt im stromlosen Zustand, das ist konstruktiv so gewollt
- Jemand betätigt den Handauslösetaster
Genau deshalb ist die Feststellung elektrisch und nicht mechanisch: Ein Haken oder Feststellarm gibt nicht nach, wenn es brennt.
Die Bauteile
Eine Feststellanlage besteht aus mindestens fünf Bestandteilen. Der Handauslösetaster ist dabei kein Zubehör, sondern Bestandteil der Anlage:
| Bauteil | Aufgabe |
| Energieversorgung | Netzteil oder Zentrale |
| Brandmelder | Rauchschalter, bei Bedarf zusätzlich Thermoschalter |
| Feststellvorrichtung | Haftmagnet mit Ankerplatte oder ein Schließmittel mit integrierter Feststellung |
| Auslösevorrichtung | die Steuerung, die im Alarmfall freigibt |
| Handauslösetaster | manuelle Auslösung vor Ort |
Haftmagnet und Steuerung werden häufig verwechselt. Der Haftmagnet ist die Feststellvorrichtung — er hält. Die Auslösevorrichtung ist die Steuerung — sie entscheidet, wann losgelassen wird. Bei kompakten Rauchschaltzentralen sitzen Melder, Auslösung und Energieversorgung in einem Gerät.
Die Bauformen im Vergleich
| Variante | Beispiele | eigene Zentrale nötig? |
| Separater Haftmagnet + externe Zentrale | EM 500 + RMZ (dormakaba), THM + FSZ Basis (Hekatron) | ja |
| Integrierte Feststellung + externe Zentrale | TS 93 EMF, TS 5000 EFS, Boxer E | ja |
| Integrierte Feststellung + Rauchmelder | TS 93 EMR, TS 5000 R, TS 98 XEA EMR | nein — eigenständig, 230 V |
| Freilauf + Rauchmelder + Netzteil | TS 99 FLR-K | nein |
| Kompakte Rauchschaltzentrale | RSZ kompakt (Hekatron), RSZ 7 (GEZE) | nein — alles integriert |
| Batteriebetrieben | Ubivis XEA (dormakaba) | nein |
Die Kürzel im Produktnamen sind dabei keine Willkür. Bei dormakaba heißt EMF elektromechanische Feststellung ohne Rauchmelder (24 V, braucht eine externe Zentrale), EMR dasselbe mit Rauchmelder (230 V, eigenständig). Bei GEZE steht R für Rauchmelder, E für elektrische Feststellung, EFS für elektrische Feststellung mit Schließfolgeregelung und RFS für Rauchmelder mit Feststellung und Schließfolgeregelung.
Die vier Anlagentypen nach DIN 14677-1
| Typ | Beschreibung | Beispiel |
| Typ 1 | Auslösevorrichtung ausschließlich in der Feststellanlage (autark) | TS 93 EMR, RSZ kompakt + THM |
| Typ 2 | Integration mit einer Brandmeldeanlage | FSZ Pro mit BMA-Anbindung |
| Typ 3 | mit Förderanlagenkopplung | Steuerung mit Lichtschranken |
| Typ 4 | Integration mit BMA und Förderanlagen | Komplexanlagen |
Bei Typ 2 und 4 gilt zusätzlich VDE 0833-2.
Zulassung, Abnahme, Prüfung
Feststellanlagen müssen anhand einer allgemeinen Bauartgenehmigung des DIBt zugelassen sein. Zum 1. Januar 2020 wurde die Prüfgrundlage umgestellt: Bestandsanlagen tragen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ, Nummernkreis Z-6.5-xxxx), Neuanlagen eine allgemeine Bauartgenehmigung (abG, Z-6.500-xxxx). Welcher Ersatzmelder eingebaut werden darf, hängt genau daran — nachzulesen unter Meldertausch nach 8 Jahren.
Nach dem betriebsfertigen Einbau ist eine Abnahmeprüfung durch eine berechtigte Fachkraft erforderlich. Danach gelten monatliche Funktionsprüfung, jährliche Fachprüfung und der Meldertausch nach acht Jahren: Wartung und Prüfung nach DIN 14677. Dokumentiert wird im Prüfbuch.
Geht es darum, eine bestehende Brandschutztür nachträglich mit einer Anlage auszurüsten: Feststellanlage nachrüsten. Die lieferbaren Komponenten stehen unter Feststellanlagen.
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