Haftmagnete — Türhaltemagnete für Feststellanlagen an Brand- und Rauchschutztüren
- Ein Haftmagnet — auch Türhaltemagnet oder Türhaftmagnet genannt — hält den Türflügel elektromagnetisch in Offenstellung und gibt ihn frei, sobald ein Rauchschalter auslöst oder die Spannung ausfällt
- Bauformen für jede Einbausituation: aufliegend am Flügel, an der Wand als Aufputz- oder Sockelvariante, an der Decke oder am Boden über ein Standrohr
- Zu jedem Magneten gehört eine Haftgegenplatte am Türblatt — als gummigelagerte Standardausführung, mit Federpuffer oder mit einstellbarem Gelenk für nicht fluchtende Flächen
- Schutzart IP65 am Magnetkopf; die Standrohr-Ausführungen lassen sich um bis zu 110 mm kürzen und der Magnetkopf um 90° abwinkeln
- Ein Haftmagnet allein ist keine Feststellanlage. Er ist die Feststellvorrichtung darin und braucht Melder, Zentrale und — anders als eine Feststellung in der Gleitschiene — immer einen Handauslösetaster
Wie ein Haftmagnet arbeitet
Der Magnet sitzt ortsfest an Wand, Decke oder Boden, die Haftgegenplatte am Türflügel. Solange Spannung anliegt, zieht der Elektromagnet die Platte an und hält die Tür in ihrer Offenstellung. Fällt die Spannung weg — weil ein Rauchschalter auslöst, weil der Handauslösetaster gedrückt wird oder weil das Netz ausfällt —, verliert der Magnet seine Kraft und der Türschließer bringt die Tür ins Schloss. Das ist ein Ruhestromprinzip: Der stromlose Zustand ist der sichere.
Damit ist der Haftmagnet eines von fünf Elementen einer vollständigen Feststellanlage — neben Energieversorgung, Brandmelder, Auslösevorrichtung und Handauslösetaster. Der Taster ist hier nicht verhandelbar: Der Magnet hält mit voller Haltekraft, und die Tür gibt erst frei, wenn der Stromkreis unterbrochen wird. Bei einer Feststellung in der Gleitschiene kann der Taster unter Umständen entfallen, weil dort die Feststellung nachgibt, wenn man die Tür von Hand zuzieht — beim Haftmagneten gibt es diesen Weg nicht.
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Die Bauformen im Vergleich
Die Bauform folgt aus der Frage, wo der Magnet stehen kann und wie weit die Tür öffnen soll. Je weiter der Flügel aufschlagen darf, desto weiter muss der Magnet von der Wand weg — das leisten Sockel und Standrohr.
| Bauform | Montageort | Maße | Wofür |
|---|---|---|---|
| Grundmodell, aufliegend | aufliegend oder integriert, rückseitige Verschraubung, ohne Befestigungsplatte | 50 × 50 × 30 mm | die kleinste Bauform, wenn eine Befestigungsfläche schon vorhanden ist |
| Wandmontage mit Grundplatte | Aufputz an der Wand | 93 × 65 × 33 mm | der Regelfall an der Wand hinter dem geöffneten Flügel |
| Wandmontage mit Sockel 65 mm | Wand, verdeckte Kabelzuführung von hinten | 70 × 70 × 65 mm | Haltekraft 490 N, Feststellwinkel bis 180°, robuste Ausführung |
| Wandmontage Aufputz | Wand, mit Zubehörsockel auch Boden | 110 × 85 × 40 mm | wenn später auf Bodenmontage umgestellt werden soll (Sockel separat) |
| Standrohr 185 mm | Wand, Decke oder Boden | 90 × 80 × 185 mm | überbrückt den Abstand zur Tür; bis 110 mm kürzbar, Magnetkopf 90° abwinkelbar |
| Standrohr 335 mm | Wand, Decke oder Boden | 90 × 80 × 335 mm | dasselbe für größere Abstände |
| Bodensockel (Zubehör) | Boden, für die Aufputz-Ausführung | 85 × 80 × 128 mm | zusätzliche Seitenbleche als Vandalismusschutz |
Die Haftgegenplatte am Türblatt wird passend zur Situation gewählt: Die gummigelagerte Standardausführung (55 × 55 × 18 mm) ist der Regelfall. Die Ausführung mit Federpuffer (55 × 55 × 79 mm) fängt den Anschlag ab, wenn die Tür mit Schwung an den Magneten läuft. Die Ausführung mit einstellbarem Gelenk (55 × 55 × 50 mm) gleicht aus, wenn Magnetfläche und Türblatt nicht parallel stehen — sonst liegt die Platte nur mit einer Kante an und die Haltekraft bricht ein.
Nach Hersteller: GEZE Haftmagnete · Hekatron Haftmagnete (THM-Reihe) · DICTATOR Haftmagnete. Magnet, Zentrale und Ankerplatte müssen zueinander passen — bei Hekatron etwa arbeiten die THM 413, 433 und 439 mit den Zentralen RSZ kompakt, FSZ kompakt, FSZ Basis und FSZ Pro zusammen, und zu ihnen gehören die Ankerplatten der Baugröße 55.
Haftmagnet, Feststellung im Türschließer oder Türfeststeller?
Drei Wege, eine Tür offen zu halten — nur zwei davon sind an einer Brandschutztür zulässig, und sie unterscheiden sich im Aufwand:
| Haftmagnet | Feststellung im Türschließer | Mechanischer Türfeststeller | |
|---|---|---|---|
| Wo er sitzt | an Wand, Decke oder Boden, Gegenplatte am Flügel | in der Gleitschiene über dem Türblatt | am Türblatt, am Boden oder an der Wand |
| Feststellwinkel | dort, wo der Magnet montiert ist — bis 180° möglich | innerhalb des Schienenwegs, stufenlos einstellbar | je nach Bauart feste Position oder jeder Winkel |
| Handauslösetaster | immer nötig | darf ggf. entfallen | entfällt (keine elektrische Auslösung) |
| An der Brandschutztür | zulässig als Teil einer zugelassenen Feststellanlage | zulässig als Teil einer zugelassenen Feststellanlage | nicht zulässig |
| Was noch dazugehört | Melder, Zentrale, Energieversorgung, Taster | Melder und Zentrale, je nach Ausführung integriert | nichts |
Der Haftmagnet ist die Wahl, wenn die Tür weit offen stehen soll, wenn eine vorhandene Schließtechnik bleiben soll oder wenn gar kein Türschließer mit Feststellfunktion in Frage kommt — etwa an Toren und Schiebeabschlüssen. Eine Feststellung im Türschließer ist die schlankere Lösung, wenn ohnehin ein Obentürschließer montiert wird. Der rein mechanische Türfeststeller gehört an Türen ohne Brandschutzanforderung — er hält die Tür fest, ohne sie im Alarmfall freigeben zu können, und ist an Feuer- und Rauchschutzabschlüssen deshalb ausgeschlossen.
Häufige Fragen zu Haftmagneten
Warum ist der stromlose Zustand beim Haftmagneten der sichere?
Weil der Magnet im Ruhestromprinzip arbeitet: Nur solange Spannung anliegt, hält er. Fällt sie weg — durch Rauchalarm, Handauslösung oder Netzausfall —, gibt er den Flügel frei und der Türschließer bringt die Tür ins Schloss. Ein Ausfall der Versorgung wirkt damit in die sichere Richtung: Die Brandschutztür bleibt nicht offen stehen, sie schließt.
Warum brauche ich beim Haftmagneten immer einen Handauslösetaster?
Weil der Magnet mit voller Haltekraft hält und die Tür erst freigibt, wenn der Stromkreis unterbrochen wird. Es gibt keine Haltekraft, die man durch beherztes Zuziehen überwinden könnte. Bei einer elektromagnetischen Feststellung in der Gleitschiene ist das anders: Dort gibt die Feststellung nach, wenn die Tür von Hand zugezogen wird — deshalb darf der Taster dort unter Umständen entfallen. „Darf ggf. entfallen" ist dabei eine Möglichkeit, keine pauschale Freigabe; maßgeblich bleibt der Verwendbarkeitsnachweis der konkreten Anlage. Mehr dazu unter Handauslösetaster.
Wie wird die Haftgegenplatte am Türblatt befestigt?
So, wie es der Verwendbarkeitsnachweis der Tür vorgibt — und in keinem Fall durch das Türblatt hindurch: Feuer- und Rauchschutzabschlüsse dürfen für die Befestigung nicht durchbohrt werden, und die Befestigungsmittel dürfen die Schutzfunktion nicht beeinträchtigen. Wo die Platte sitzen darf und womit sie befestigt wird, steht dort — nicht im Datenblatt des Magneten.
Kann ich einen Haftmagneten an einer Außentür einsetzen?
Nein, jedenfalls nicht als Feststellanlage. Die Bauartgenehmigungen für Feststellanlagen gelten ausschließlich für Innenwände. Die Schutzart IP65 am Magnetkopf beschreibt die Widerstandsfähigkeit des Bauteils gegen Staub und Strahlwasser, sie erweitert den zulässigen Einsatzbereich der Anlage aber nicht.
Was prüft die Fachkraft am Haftmagneten selbst?
Nicht nur, ob die Auslösung funktioniert. Die jährliche Prüfung nach DIN 14677 erstreckt sich auf die Feststellvorrichtung — also den Magneten — ebenso wie auf Auslöseeinrichtung und Energieversorgung, und sie wird im Prüfbuch dokumentiert. Daneben steht die monatliche Funktionsprüfung durch eine eingewiesene Person: Melder auslösen oder Taster betätigen, die Tür muss vollständig schließen. Näheres unter Wartung und Prüfung nach DIN 14677.
Fragen zur Kaufentscheidung
Welche Bauform passt zu meiner Tür?
Entscheidend ist der Abstand zwischen dem geöffneten Flügel und der nächsten festen Fläche. Steht die Wand direkt hinter dem Flügel, genügt die Aufputz-Ausführung mit Grundplatte. Braucht die Tür einen weiten Öffnungswinkel oder ist die Wand zu weit weg, überbrückt ein Standrohr von 185 oder 335 mm den Abstand — es lässt sich um bis zu 110 mm kürzen und der Magnetkopf um 90° abwinkeln. Wo weder Wand noch Decke taugen, wird der Magnet über einen Sockel am Boden gesetzt.
Wann reicht die Standard-Haftgegenplatte nicht mehr aus?
In zwei Fällen. Läuft die Tür mit Schwung an den Magneten, nimmt die Ausführung mit Federpuffer dem Anschlag die Härte. Stehen Magnetfläche und Türblatt nicht parallel — etwa weil die Wand schräg steht oder der Flügel sich gesetzt hat —, gleicht das einstellbare Gelenk das aus. Ohne planen Kontakt liegt die Platte nur mit einer Kante an, und die Haltekraft bricht ein. In allen übrigen Fällen ist die gummigelagerte Standardausführung der Regelfall.
Was brauche ich außer dem Magneten noch?
Eine Rauchschaltzentrale oder ein Netzteil als Energieversorgung, mindestens einen Rauchmelder, einen Handauslösetaster und die Haftgegenplatte. Dazu die Nachweisunterlagen: Abnahme, Prüfbuch und Zulassungsschild gehören zur ordnungsgemäßen Inbetriebnahme.
Kann ich einen Magneten des einen Herstellers an der Zentrale eines anderen betreiben?
Nur wenn die Kombination in der Bauartgenehmigung steht. Die Genehmigung gilt für die dort aufgeführten Komponentenkombinationen, nicht für die Bauteilgattung. Wird ein Gerät durch eines ersetzt, das dort nicht aufgeführt ist, verliert die Anlage ihre Zulassung und muss neu abgenommen werden. Innerhalb eines Systems ist die Zuordnung dagegen dokumentiert — bei Hekatron etwa passen die THM 413, 433 und 439 zu den Zentralen RSZ kompakt, FSZ kompakt, FSZ Basis und FSZ Pro.
Passt jede Ankerplatte an jeden Magneten?
Nein, die Baugröße muss stimmen. Bei Hekatron gehören die Ankerplatten ASS, AFS und ATS in Größe 55 zu den THM 413, 433 und 439, die Größe 75 zum THM 433-1, und der Ex-Magnet THM 445 Ex verlangt die Ausführungen ASV, AFV oder ATV 75. Wer die Platte allein nachbestellt, prüft das vorher am verbauten Magneten.
Ich will eine vorhandene Anlage erweitern — geht das ohne neue Zentrale?
Oft ja, solange die neuen Komponenten in derselben Bauartgenehmigung geführt werden und die Zentrale die zusätzliche Last trägt. Führt kein Kabel an den gewünschten Ort, ist die Funkerweiterung der übliche Weg. Ein Praxisleitfaden steht unter Feststellanlage nachrüsten.
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- Rauchschaltzentralen — die Steuerung, die den Magneten mit Spannung versorgt und im Alarmfall abschaltet
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