Wie viele Rauchmelder braucht eine Feststellanlage?
Wie viele Rauchmelder eine Feststellanlage braucht, entscheidet sich an einem einzigen Maß — und das wird nicht an der Tür genommen, sondern über ihr: am Abstand zwischen der Oberkante der Rauchdurchtrittsöffnung und der Decke. Aus diesem Maß, der Abschlussart und der lichten Breite ergibt sich, ob ein, zwei oder drei Melder projektiert werden müssen.
Kurz & knapp
- Maßgeblich ist der Abstand Oberkante Rauchdurchtrittsöffnung ↔ Decke — gemessen auf beiden Seiten
- bis 1 m: ein Melder am Türsturz (nur Drehflügeltür ≤ 3 m lichte Breite) oder zwei Melder an der Decke
- über 1 m: immer drei Melder — zwei an der Decke, einer am Türsturz
- über 5 m: weiterhin drei Melder, die beiden Deckenmelder dürfen an Kragarme wandern
- Öffnungen über 4,6 m Breite verdoppeln, über 9,2 m verdreifachen die Melderzahl
- Verbindlich ist die Bauartgenehmigung des eingebauten Produkts; über die endgültige Anordnung entscheidet die abnehmende Fachkraft vor Ort
Das eine Maß, auf das es ankommt
Der Bezugspunkt der DIBt-Projektierung ist die Oberkante der Rauchdurchtrittsöffnung — also die Unterkante des Sturzes, die Linie, an der der Rauch aus dem Raum in die Öffnung eintritt. Gemessen wird von dort senkrecht nach oben bis zur Decke.
Entscheidend ist dabei ein Detail, das in der Praxis oft übersehen wird: Das Maß wird auf beiden Seiten des Abschlusses genommen. Türen sitzen häufig zwischen Räumen mit unterschiedlicher Deckenhöhe — ein abgehängter Flur auf der einen, eine offene Halle auf der anderen Seite. Ist der Abstand auf einer Seite größer als 1 m, gilt der ungünstigere Fall für die gesamte Öffnung.
Die vier Fälle auf einen Blick
| Abstand OK Öffnung ↔ Decke | Abschlussart | Melder | Montageort |
| bis 1 m | Drehflügeltür ≤ 3 m lichte Breite | 1× | Türsturz |
| bis 1 m | Drehflügeltür > 3 m lichte Breite sowie alle Schiebetore und Rolltore | 2× | Decke, beidseits |
| über 1 m | alle Abschlussarten | 3× | 2× Decke, 1× Türsturz |
| über 5 m | alle Abschlussarten | 3× | 2× Kragarm, 1× Türsturz |
Ein Rauchmelder am Türsturz
Der einzelne Sturzmelder ist der engste Fall: Er ist nur zulässig für eine Drehflügeltür bis 3 m lichte Breite, wenn die Decke höchstens 1 m über der Öffnung liegt. Der Melder sitzt dann höchstens 0,1 m über der Oberkante der Rauchdurchtrittsöffnung.
Beim ORS 142 W und bei der RSZ Kompakt kommt eine zweite Bedingung dazu: mindestens 1 cm Abstand zu darüberliegenden Bauteilen. Sitzt der Melder zu dicht unter einem vorspringenden Sturz, erreicht ihn der Rauch nicht zuverlässig.
Hekatron rät auch hier zu zwei Deckenmeldern. Das DIBt lässt den einzelnen Sturzmelder zwar zu — der Hersteller empfiehlt trotzdem die Deckenlösung. Grund: Der Sturzmelder kann im toten Winkel liegen. Erreicht ihn der Rauch nicht, bleibt der Abschluss offen, und Rauch und Feuer breiten sich ungehindert weiter aus.
Zwei Rauchmelder an der Decke
Sobald die lichte Breite einer Drehflügeltür 3 m übersteigt — und grundsätzlich bei allen Schiebetoren und Rolltoren — wird beidseits der Öffnung je ein Melder an der Decke montiert. Der waagrechte Abstand zur Öffnung beträgt mindestens 0,5 m und höchstens 2,5 m.
Beide Grenzen haben denselben Zweck: Zu nah an der Öffnung liegt der Melder im Strömungsschatten des Sturzes, zu weit entfernt erreicht ihn der Rauch zu spät. Der Melder ist so zu setzen, dass ihn der Rauch ungehindert erreichen kann — Lüftungsauslässe, Unterzüge und Leuchten gehören in diese Überlegung.
Für Tore kommt eine Pflicht hinzu, die nichts mit der Melderzahl zu tun hat: Alle Schiebe-, Hub- und Rollabschlüsse benötigen nach MVV TB in Deutschland generell eine audiovisuelle Signalisierung, unabhängig von der Schließgeschwindigkeit.
Drei Rauchmelder — zwei an der Decke, einer am Sturz
Überschreitet der Abstand zwischen Sturz und Decke auf einer oder auf beiden Seiten 1 m, sind drei Melder erforderlich — und zwar bei allen Abschlussarten, auch bei der schmalen Drehflügeltür.
Die beiden Deckenmelder folgen derselben 0,5-m/2,5-m-Regel wie oben, der Sturzmelder derselben 0,1-m-Regel. Der Grund für den dritten Melder liegt in der Physik: Bei mehr als 1 m Abstand sammelt sich der Rauch zunächst unter der Decke, weit weg von der Öffnung. Der Sturzmelder deckt die Zeit ab, in der die Rauchschicht die Deckenmelder noch nicht erreicht hat.
Über 5 m: Melder am Kragarm
In hohen Hallen wird der Deckenmelder wirkungslos, weil die Rauchschicht ihn erst nach langer Zeit erreicht. Liegt die Decke mehr als 5 m über der Oberkante der Rauchdurchtrittsöffnung, dürfen die zugehörigen Deckenmelder deshalb durch Melder ersetzt werden, die an einem Kragarm an der Wand sitzen.
Dafür gelten zwei feste Maße: mindestens 3,5 m über der Oberkante der Rauchdurchtrittsöffnung, und 0,5 m horizontaler Abstand zwischen Wand und Melderachse. Die Melderzahl bleibt bei drei — der Sturzmelder bleibt, wo er ist. Das Wort „dürfen" ist dabei wörtlich zu nehmen: Die Kragarmlösung ist eine zulässige Alternative zur Deckenmontage, keine Pflicht.
Unterdecke: Der Unterschied entscheidet über den Montageort
Hängt unter der Rohdecke eine Unterdecke, hängt alles daran, ob sie rauchdicht ist. Die Melderzahl ändert sich dadurch nicht — der Montageort schon.
| Art der Unterdecke | Verhalten im Brandfall | Melder gehören an die … |
| brandschutztechnisch klassifiziert | rauchdicht — der Rauch staut sich darunter | Unterdecke |
| dekorativ | wird in der Regel von Rauch durchdrungen | Rohdecke |
Bei einer klassifizierten Unterdecke tritt diese an die Stelle der Decke: Zwei Melder genügen, wenn der Abstand zwischen Sturzunterkante und Unterdecke 1 m nicht überschreitet.
Eine dekorative Unterdecke wird dagegen für die Projektierung schlicht ignoriert — der Rauch zieht durch sie hindurch, die Melder gehören darüber an die Rohdecke, und auch das 1-m-Maß wird von der Rohdecke aus genommen.
Für schräge Decken, Galerien und andere Sonderfälle nennen die DIBt-Zulassungen keine Maße, sondern ein Prinzip: „Im Falle besonderer Deckensituationen (z. B. schräge Decken, Unterdecken, Galerien) sind die Brandmelder jeweils dort anzubringen, wo im Falle eines Brandes zuerst eine größere Rauchkonzentration zu erwarten ist."
Breite Öffnungen brauchen mehr Melder
Die Zahl aus der Tabelle oben ist eine Grundzahl. Sie gilt, solange ein Melder den Öffnungsbereich abdeckt — und das tut er bis 4,6 m Breite.
| Öffnungsbreite | Melderzahl |
| bis 4,6 m | Grundzahl (1, 2 oder 3) |
| 4,6 m bis 9,2 m | doppelte Anzahl |
| 9,2 m bis 13,8 m | dreifache Anzahl |
Ein 10 m breites Rolltor mit 0,8 m Abstand zur Decke braucht also nicht zwei, sondern sechs Melder. Der Melder selbst wird dabei unter Berücksichtigung der Öffnungsbreite idealerweise mittig über der Öffnung gesetzt.
Wenn die Zentrale außerhalb des Erfassungsbereichs sitzt
Ein Punkt, der bei der Abnahme regelmäßig auffällt: Die Feststellanlagenzentrale selbst muss überwacht sein. Liegt die Auslösevorrichtung — FSZ Basis, FSZ Pro, FSZ Kompakt oder SVG 522 — weiter als 2,3 m vom nächsten Brandmelder des Abschlusses entfernt, ist ein zusätzlicher Brandmelder erforderlich.
| Decke bis Unterkante Zentrale | Zusätzlicher Melder |
| bis 5 m | Deckenmelder über der Zentrale, waagrecht 0,5 m bis 2,5 m von der Wand. Hekatron empfiehlt, ihn horizontal zur Zentrale zu setzen |
| über 5 m | Melder mindestens 3,5 m über der Unterkante der Zentrale am Kragarm, 0,5 m von der Wand |
Und noch ein Fall, der leicht durchrutscht: Sitzt die Zentrale in einer rauchundurchlässigen Zwischendecke, muss auch dort ein Rauchmelder montiert werden.
Wer am Ende entscheidet
Alle Maße auf dieser Seite geben die DIBt-Vorgaben wieder, wie sie in den Bauartgenehmigungen stehen. Sie sind der Rahmen, nicht das letzte Wort: Verbindlich ist immer die Bauartgenehmigung des tatsächlich eingebauten Produkts — und die endgültige Entscheidung über die Anordnung der Melder trifft die abnehmende Person beziehungsweise der Errichter vor Ort. Melder, die ausschließlich auf Temperatur überwachen, werden übrigens nach denselben Vorgaben projektiert.
Melder, Sockel und Zentralen für Feststellanlagen finden Sie unter Feststellanlagen.
Welcher Sockel zu welchem Montageort gehört — massive Decke, Hohldecke, Sturz oder Konsole —, steht in Welcher Sockel für den Rauchmelder ORS 142.
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