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Zubehör für Hekatron Feststellanlagen — Handauslösung, Kennzeichnung und Nachweis
- Die Teile, ohne die eine Feststellanlage nicht in Betrieb geht: Handauslösetaster, Hinweis- und Abnahmeschild, Prüfbuch und das Inbetriebnahme- und Wartungsset
- Handauslösetaster HAT 02 — rote Schaltwippe mit der Aufschrift „Tür schließen“, Öffner-Kontakt (NC), Aufputz oder Unterputz, 81 × 81 mm
- Kennzeichnung am Abschluss: das Hinweisschild macht kenntlich, dass die Tür nicht verkeilt oder blockiert werden darf; das Abnahmeschild (105 × 52 mm) kommt nach bestandener Abnahme dazu
- Nachweis: das Prüfbuch dokumentiert jede Prüfung, das IW-Set RS bündelt die Vorlagen für Abnahme und Wartung über acht Jahre
- Ausschlusskriterium: Der HAT 02 ist ein Trockenraumgerät mit Schutzart IP 20. Für feuchte Räume ist die Ausführung HAT 03 mit IP 44 vorgesehen — sie ist nur als Aufputzgerät verfügbar und steht hier nicht im Sortiment
Warum das hier kein Beiwerk ist
Melder, Zentrale und Haftmagnet bilden die Anlage — was hier steht, macht sie bedienbar und nachweisbar. Beides ist keine Zugabe, sondern Voraussetzung: Jede Feststellvorrichtung muss sich auch von Hand auslösen lassen, und ohne die vorgeschriebene Kennzeichnung und Dokumentation ist eine Anlage nicht ordnungsgemäß abgenommen. Der Handauslösetaster hat dafür eine bewusst unspektakuläre Aufgabe — er unterbricht den Haltestrom, mehr nicht. Genau deshalb ist er ein Öffner: Auch ein Kabelbruch führt dazu, dass die Tür schließt, statt offen zu bleiben.
Die zweite Gruppe ist Papier und Blech, und sie entscheidet trotzdem darüber, ob eine Prüfung anerkannt wird. Das Hinweisschild richtet sich an die Nutzer der Tür und benennt das häufigste Fehlverhalten — verkeilen, zustellen, dauerhaft offen halten. Das Abnahmeschild richtet sich an Behörde, Versicherer und die nächste Fachkraft: Es hält fest, wer wann abgenommen hat. Prüfbuch und IW-Set führen diese Kette über die Nutzungsdauer fort. Fehlt der Nachweis, ist die Prüfung praktisch nicht erbracht, auch wenn sie stattgefunden hat.
Verwandte Kategorien
- Hekatron Feststellanlagen — das gesamte Programm mit Zentralen, Meldern und Magneten im Überblick
- Rauchmelder Hekatron — hier stehen auch die Melder-Sockel der Reihe 143 und die Montagekonsolen K 143
- Zentralen und Stromversorgung — welche Zentrale einen Handauslösetaster bereits mitbringt
- Prüfgeräte für Feststellanlagen — das Werkzeug für die wiederkehrende Prüfung und den Meldertausch
- Zubehör für Feststellanlagen — dieselben Aufgaben herstellerübergreifend
- Handauslösetaster — wann er Pflicht ist, wie er ausgeführt und montiert sein muss
- Wartung und Prüfung DIN 14677 — Intervalle, Qualifikation und Betreiberpflichten
- Prüfbuch für Feststellanlagen — was einzutragen ist und wer es aufbewahrt
- Hekatron — der Hersteller und sein Programm
Drei Aufgaben — welches Teil wofür
Das Sortiment dieser Kategorie ordnet sich nach dem, was es leisten soll: die Anlage von Hand auslösen, die Tür kennzeichnen, die Anlage nachweisen. Wer eine Anlage neu errichtet, braucht aus jeder der drei Gruppen etwas.
| Aufgabe | Teil | Wann es gebraucht wird |
|---|---|---|
| Von Hand auslösen | Handauslösetaster HAT 02 | Immer dort, wo die Feststellung über einen Türhaftmagneten läuft. An der FSZ Kompakt zwingend, weil sie keinen eigenen Taster hat; an den Zentralen mit integriertem Taster als zusätzlicher Taster an der Tür |
| Tür kennzeichnen | Hekatron Hinweisschild oder ECO Hinweisschild (selbstklebend) | An jedem Feuer- und Rauchschutzabschluss. Es weist darauf hin, dass die Tür nicht verkeilt, zugestellt oder dauerhaft offen gehalten werden darf — außer durch die zugelassene Feststellanlage |
| Abnahme festhalten | Abnahmeschild, 105 × 52 mm | Nach bestandener Abnahme. Trägt die Aufschrift „Feststellanlage — Abnahme durch“ mit Platz für Firmenzeichen, Monat und Jahr. Im IW-Set RS enthalten |
| Prüfungen dokumentieren | Prüfbuch | Über die gesamte Nutzungsdauer — mit Vorlagen für die monatliche, vierteljährliche und jährliche Prüfung sowie den Meldertausch |
| Alles zusammen zur Abnahme | IW-Set RS | Bei jeder Neuabnahme. Bündelt Abnahmeprotokoll, Abnahmeschild, Hinweisschild, Wartungsprotokolle und die Bauartgenehmigungen; die Vorlagen decken acht Jahre ab |
Nicht hier, sondern eine Kategorie weiter: Die Melder-Sockel der Reihe 143 und die Montagekonsolen K 143-S und K 143-K stehen bei den Rauchmeldern, weil sie zum Melder gehören und nicht zur Anlage insgesamt. Prüfaerosol, Pflückerstangen und Meldertauschgerät finden Sie unter Prüfgeräte.
Wo Taster und Schilder hingehören
Der Handauslösetaster. Seine Lage ist nicht Geschmackssache, sondern in der Bauartgenehmigung und in DIN VDE 0833-2 geregelt. Die Anforderungen im Überblick:
| Punkt | Anforderung |
|---|---|
| Höhe | 1,4 m (+0,2 / −0,4 m) nach DIN VDE 0833-2:2017-10; in barrierefreien Gebäuden sind abweichende Höhen möglich |
| Sichtbarkeit | gut sichtbar, frei zugänglich, beleuchtet |
| Verdeckung | darf durch die festgestellte Tür nicht verdeckt werden |
| Ausführung | rote Schaltwippe mit der Aufschrift „Tür schließen“ nach DIBt |
| Kontakt | Öffner (NC), in die Halteleitung eingeschleift — er rastet nicht ein und geht nach dem Loslassen in die Ausgangslage zurück |
| Montageart | Aufputz direkt auf die Wand oder Unterputz in eine Standard-Unterputzdose; Montagefläche 81 × 81 mm, Aufputztiefe 38,5 mm |
Der letzte Punkt der Tabelle ist der, an dem in der Praxis am häufigsten nachgebessert wird: Ein Taster, der beim Öffnen der Tür hinter dem Flügel verschwindet, erfüllt seine Aufgabe nicht — gebraucht wird er ja genau dann, wenn die Tür festgestellt, also offen ist. Die ausführliche Darstellung dazu, wann ein Taster überhaupt Pflicht ist, steht im Artikel Handauslösetaster.
Die Schilder. Das Hinweisschild kommt gut sichtbar an oder neben die Tür, sinnvollerweise auf beiden Seiten — es spricht die Nutzer an, und die kommen aus zwei Richtungen. Das Abnahmeschild bringt der Betreiber nach bestandener Abnahme dauerhaft an der Wand in unmittelbarer Nähe des Abschlusses an; es dokumentiert, wer die Anlage wann abgenommen hat. Die Abnahme selbst darf nur eine vom Hersteller autorisierte oder vom DIBt benannte Fachkraft vornehmen, und diese Berechtigung ist personenbezogen.
Häufige Fragen zum Zubehör
Welche Schilder gehören an eine Tür mit Feststellanlage?
Zwei, und sie haben verschiedene Adressaten. Das Hinweisschild kennzeichnet die Tür als Feuer- oder Rauchschutzabschluss und richtet sich an alle, die durch sie hindurchgehen — es benennt, dass die Tür nicht verkeilt oder blockiert werden darf. Das Abnahmeschild richtet sich an Fachleute und Behörde und hält Firma, Monat und Jahr der Abnahme fest. Beide sind im IW-Set RS enthalten und beide einzeln nachbestellbar.
Ersetzt das Hinweisschild das Abnahmeschild?
Nein. Das eine ist eine Verhaltensanweisung an die Nutzer, das andere ein Nachweis über einen abgeschlossenen Vorgang. Ein Hinweisschild darf schon vor der Abnahme hängen; das Abnahmeschild darf erst danach angebracht werden, weil es genau diese Abnahme bezeugt.
Wer bringt das Abnahmeschild an und wann?
Der Betreiber, nachdem die Abnahme durch die autorisierte Fachkraft erfolgreich war. Es gehört dauerhaft an die Wand in unmittelbarer Nähe des Abschlusses — nicht auf das Türblatt, wo es mit der Tür wandert und beim Streichen verschwindet.
Was ist im Inbetriebnahme- und Wartungsset enthalten?
Abnahmeprotokoll, Abnahmeschild, Hinweisschild, die Wartungsprotokolle und die Bauartgenehmigungen — also die Unterlagen, die bei Abnahme und wiederkehrender Prüfung verlangt werden. Die Vorlagen sind auf acht Jahre ausgelegt, was zur Standzeit eines optischen Rauchschalters passt: Wenn das Set voll ist, steht ohnehin der Meldertausch an.
Darf der Handauslösetaster hinter der festgestellten Tür liegen?
Nein. Er darf durch die festgestellte Tür nicht verdeckt werden — und im Feststellzustand steht der Flügel offen. Ein Taster an der falschen Wandseite ist deshalb genau in dem Moment unerreichbar, in dem er gebraucht wird. Das ist ein Montagefehler, der bei der Abnahme auffällt.
Zählen Schilder und Handauslösetaster zur Bauartgenehmigung der Anlage?
Unterschiedlich. Der Taster ist ein Bauteil der Anlage und in der Bauartgenehmigung der Zentrale namentlich aufgeführt — wird er gegen ein dort nicht genanntes Gerät getauscht, betrifft das die Zulassung. Die Schilder und die Dokumentation sind keine Bauteile, sondern Auflagen für Abnahme und Betrieb. Fehlen sie, ist die Anlage nicht ordnungsgemäß abgenommen, obwohl technisch nichts falsch verbaut ist.
Fragen zur Kaufentscheidung
Welches Zubehör gehört zur Abnahme einer neuen Feststellanlage?
Das IW-Set RS deckt den Papierteil vollständig ab: Abnahmeprotokoll, Abnahmeschild, Hinweisschild, Wartungsprotokolle und Bauartgenehmigungen in einem. Dazu kommt der Handauslösetaster, sofern die gewählte Zentrale keinen mitbringt oder der integrierte Taster nicht dort sitzt, wo er sitzen muss. Wer diese Teile erst am Abnahmetermin vermisst, verschiebt den Termin.
Brauche ich einen externen Taster, wenn meine Zentrale schon einen hat?
Das entscheidet der Montageort, nicht die Ausstattung. Der integrierte Taster sitzt am Gehäuse der Zentrale. Die Anforderung gilt aber dem Taster an der Tür: gut sichtbar, frei zugänglich, in etwa 1,4 m Höhe und nicht von der festgestellten Tür verdeckt. Sitzt die Zentrale so, dass sie diese Bedingungen erfüllt, genügt der integrierte Taster. Sitzt sie höher, im Nebenraum oder hinter dem offenen Flügel, kommt ein HAT 02 an die Tür.
Mein Taster sitzt in einem feuchten Raum — welche Ausführung passt?
Der HAT 02 nicht. Er hat Schutzart IP 20 und ist für trockene Räume ausgelegt. Für feuchte Umgebungen ist die Ausführung HAT 03 mit IP 44 vorgesehen; sie gibt es nur als Aufputzgerät und sie steht in dieser Kategorie nicht im Sortiment. Die Schutzart ist hier kein Komfortmerkmal — ein Öffner-Kontakt, der durch Feuchtigkeit dauerhaft öffnet, hält die Tür nicht mehr fest.
Kann ich Schilder und Prüfbuch einzeln nachbestellen?
Ja. Hinweisschild, Abnahmeschild und Prüfbuch sind Bestandteile des IW-Sets und zugleich einzeln erhältlich. Der übliche Fall ist eine laufende Anlage, deren Prüfbuch vollgeschrieben oder deren Schild unlesbar geworden ist — dafür lohnt kein zweites Komplettset. Für eine neu errichtete Anlage ist es umgekehrt: Dort fehlen die Protokolle, die nur im Set liegen.
Wozu ein Wartungsset, wenn das Prüfbuch schon dabei ist?
Weil das Prüfbuch nur den laufenden Betrieb abdeckt. Das Set enthält zusätzlich das, was einmalig bei der Inbetriebnahme gebraucht wird — Abnahmeprotokoll, Abnahmeschild und die Bauartgenehmigungen, die zu den Unterlagen der Anlage gehören. Für eine Bestandsanlage mit vollständiger Mappe reicht deshalb das Prüfbuch, für eine neue nicht.
Passt der HAT 02 nur an Hekatron-Zentralen?
Elektrisch ist er schlicht ein Öffner, der in die Halteleitung eingeschleift wird — daran ist nichts herstellerspezifisch. Ob er an einer Zentrale eines anderen Herstellers eingesetzt werden darf, entscheidet aber nicht die Bauform, sondern deren Bauartgenehmigung: Zulässig ist, was dort namentlich aufgeführt ist. Prüfen Sie das am Verwendbarkeitsnachweis der konkreten Anlage, bevor Sie über die Herstellergrenze hinweg kombinieren. Ist eine aktivierte Leitungsüberwachung im Spiel, kommt der Abschlusswiderstand am Stichende dazu — auch das steht im Nachweis der jeweiligen Zentrale.