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Hekatron Feststellanlagen — Melder, Zentralen und Türhaftmagnete aus einem System
- Hekatron liefert die Feststellanlage als Baukasten: Rauch- und Thermoschalter, Zentrale, Türhaftmagnet, Ankerplatte, Handauslösetaster und Prüfmittel greifen aufeinander ab
- Vier Zentralen mit eigener DIBt-Bauartgenehmigung — RSZ kompakt, FSZ Kompakt, FSZ Basis und FSZ Pro — von der Ein-Tür-Lösung bis zur Anlage mit Notstrom und Anbindung an die Brandmeldezentrale
- Türhaftmagnete der Reihe THM für Wand, Boden und Decke, mit 490 N oder 1.372 N Haltekraft, dazu Ankerplatten als Standard-, Winkel- oder Teleskopausführung
- Der optische Rauchschalter ORS 142 ist der De-facto-Standard und auch außerhalb des Hekatron-Systems zugelassen — unter anderem an der dormakaba RMZ
- Melder und Zulassungsstand müssen zusammenpassen. In einer Bestandsanlage mit der Nummer Z-6.5-… gehört ausschließlich ein RetroFit-Produkt mit der Kennung AT; wer dort einen Standardmelder einsetzt, macht die Zulassung der Anlage zunichte
Wofür Hekatron in Feststellanlagen steht
Hekatron baut keine Türschließer. Das Unternehmen kommt von der Brandmeldetechnik her, und das prägt den Zuschnitt des Programms: Die Feststellanlage wird nicht als Anhängsel eines Türschließers gedacht, sondern als eigenständige Überwachungs- und Steuerungsaufgabe. Detektion, Auslösung und Feststellung sind konsequent getrennte Bauteile, die über eine Zentrale zusammenfinden. Das macht die Anlage aufwendiger zu planen — und zugleich flexibel genug für Türen und Tore, an denen ein Türschließer mit integrierter Feststellung nicht in Frage kommt.
Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens ist Hekatron der übliche Weg bei der Nachrüstung: Wo eine Brandschutztür bereits eine Schließtechnik hat, die bleiben soll, kommt die Feststellung über einen Türhaftmagneten dazu. Zweitens ist die Kombinationsfrage hier keine Nebensache — welcher Melder an welche Zentrale darf, welche Ankerplatte zu welchem Magneten gehört und welcher Melder in eine Bestandsanlage eingesetzt werden darf, entscheidet die DIBt-Bauartgenehmigung der jeweiligen Zentrale. Die Zuordnungen dazu stehen weiter unten auf dieser Seite.
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Welche Zentrale passt — und was gehört dazu?
Die Zentrale ist die Entscheidung, an der alles andere hängt: Sie bestimmt, welche Melder zulässig sind, ob ein externer Handauslösetaster nötig wird und was sich später ergänzen lässt. Jede der vier trägt eine eigene DIBt-Bauartgenehmigung.
| Zentrale | Detektion | Handauslösung | Besonderheit | Bauartgenehmigung |
|---|---|---|---|---|
| RSZ kompakt | Melder im Gerät integriert, externe Melder optional | Prüf- und Resettaster integriert | die kompakteste Lösung für die einzelne Tür | Z-6.500-2393 |
| FSZ Kompakt | ORS 142 mit Sockel 143 oder ORS 142 W ohne Sockel | externer HAT 02 erforderlich | getrennte Melderplatzierung an der Decke | Z-6.500-2394 |
| FSZ Basis | ORS 142 und/oder Thermoschalter TDS 247 | Taster integriert, externer HAT 02 optional | die meistverwendete Zentrale; Signalgeber über Relaisausgang | Z-6.500-2427 |
| FSZ Pro | ORS 142 und/oder TDS 247 | Taster integriert, externer HAT 02 optional | Notstrom über ESM Pro, zwei Relaisausgänge, Alarmeingang für Brandmeldezentrale oder Gebäudeleittechnik | Z-6.500-2359 |
Die Türhaftmagnete. Sie unterscheiden sich im Montageort und in der Haltekraft — und damit auch in der Baugröße der Ankerplatte, die dazugehört.
| Magnet | Montage | Haltekraft | Schutzart | Ankerplatte |
|---|---|---|---|---|
| THM 413 | Boden | 490 N | IP 40 | Baugröße 55 |
| THM 433 | Wand | 490 N | IP 40 | Baugröße 55 |
| THM 433-1 | Wand | 1.372 N | IP 40 | Baugröße 75 |
| THM 439 | Wand, Boden oder Decke — in drei Rohrlängen | 490 N | IP 40 | Baugröße 55 |
| THM 440 | Wand | 490 N | IP 40 | Baugröße 55 |
| THM 445 Ex | Wand, explosionsgefährdete Bereiche | 1.568 N | IP 65 | Baugröße 75, Ex-Ausführung |
Die Ankerplatte sitzt am Türblatt und gibt es in drei Bauarten: ASS als Standardanker, AFS als flexibler Winkelanker mit ±60° Schwenkbereich für nicht fluchtende Flächen und ATS als Teleskopanker mit 20 mm Federweg, der den Anschlag abfängt. Alle drei haben einen Schockabsorber. Dokumentiert ist die Zuordnung für die Baugrößen 55 (zu THM 413, 433 und 439) und 75 (zu THM 433-1 sowie in Ex-Ausführung zu THM 445 Ex); im Sortiment stehen weitere Größen. Maßgeblich ist immer die Baugröße des verbauten Magneten — wer nur die Platte nachbestellt, prüft das vorher am Gerät.
Nach Komponente:
- Rauchmelder — optischer Rauchschalter ORS 142 und ORS 142 W, Thermoschalter TDS 247, Funk-Rauchmelder ORS 155 F, dazu die RetroFit-Ausführungen mit der Kennung AT
- Zentralen und Stromversorgung — FSZ Basis, FSZ Kompakt, FSZ Pro und das Energiespeichermodul ESM Pro
- Haftmagnete — die THM-Reihe mit den passenden Ankerplatten
- Signalgeber — akustische und optische Signalisierung, Torsignalgeber TSG 100
- Prüfgeräte — Prüfgerät FDT 533, Prüfaerosol, Meldertauschgerät UDR und die Pflückerstangen der UTP-Reihe
- Zubehör — Handauslösetaster HAT 02, Melder-Sockel und -Konsolen, Prüfbuch, Inbetriebnahme- und Wartungsset, Hinweisschilder
Zulassung, Meldertausch und Prüfpflicht
Die Bauartgenehmigung gilt der Kombination, nicht dem Bauteil. Jede Zentrale trägt eine eigene Nummer, und darin ist aufgeführt, welche Melder, Magnete und Taster zulässig sind. Wird ein Gerät durch eines ersetzt, das dort nicht steht, verliert die Anlage ihre Zulassung und muss neu abgenommen werden. Die dokumentierten Zuordnungen im Hekatron-System:
| Komponente | zulässig an |
|---|---|
| ORS 142 / ORS 142 W | RSZ kompakt (extern), FSZ Kompakt, FSZ Basis, FSZ Pro |
| TDS 247 (Thermoschalter) | FSZ Kompakt, FSZ Basis, FSZ Pro |
| ORS 155 F (Funk) | über das Funkmodul FM 155 F an jede Zentrale |
| THM 413 / 433 / 439 | RSZ kompakt, FSZ Kompakt, FSZ Basis, FSZ Pro |
| THM 445 Ex | FSZ Basis, FSZ Pro — mit Ex-Zubehör |
Der Meldertausch im Bestand. Seit dem 01.01.2020 gibt es zwei Nummernkreise. Bestandsanlagen tragen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-6.5-xxxx (abZ), in der der Melder zusammen mit der Auslösevorrichtung als Einheit zugelassen war. Neuanlagen tragen eine allgemeine Bauartgenehmigung Z-6.500-xxxx (abG), in der der Melder nur noch Melder ist — die Auslöselogik sitzt in der Zentrale. Daraus folgt die Regel, an der im Bestand am häufigsten gescheitert wird:
| Anlage abgenommen nach | beim Austausch verwenden | nicht zulässig |
|---|---|---|
| abZ — Z-6.5-xxxx | nur RetroFit-Produkte mit der Kennung AT (ORS 142 AT, ORS 142 W AT, TDS 247 AT) | Standardmelder |
| abG — Z-6.500-xxxx | nur Standardprodukte (ORS 142, ORS 142 W, TDS 247) | AT-Produkte |
Nicht jede abZ-Zulassung hat jede AT-Variante freigegeben — welche zu welcher alten Z-6.5-Nummer passt, steht in der Montageanleitung des jeweiligen AT-Melders. Und ein zweiter Punkt, der beim Tausch regelmäßig übersehen wird: Bei Anlagen, die älter als 16 Jahre sind, vor dem Meldertausch die Ausgangsspannung des Netzgeräts messen lassen. Liegt sie außerhalb von 18 bis 28 V DC, gehört das Netzgerät mitgetauscht — Ursache sind austrocknende Kondensatoren, und das Ergebnis ist sonst eine Störung direkt nach dem Tausch.
Die Prüfpflicht nach DIN 14677. Monatlich eine Funktionsprüfung durch eine eingewiesene Person, nach zwölf fehlerfreien Monaten wahlweise vierteljährlich, dazu jährlich die Fachprüfung durch eine Fachkraft nach DIN 14677-2. Optische Rauchschalter werden nach 8 Jahren getauscht; der ORS 142 zeigt das Ende seiner Standzeit über eine Revisionsanzeige selbst an. Jede Prüfung gehört ins Prüfbuch — das ist der Nachweis gegenüber Behörde und Versicherer.
Häufige Fragen zu Hekatron Feststellanlagen
Worin unterscheiden sich FSZ Basis und FSZ Pro?
Im Ausbau. Beide nehmen ORS 142 und TDS 247 und haben den Handauslösetaster integriert. Die FSZ Pro kann darüber hinaus über das Energiespeichermodul ESM Pro notstromversorgt werden, hat zwei Relaisausgänge statt einem und einen externen Alarmeingang für die Anbindung an eine Brandmeldezentrale oder die Gebäudeleittechnik. Für die einzelne Tür ohne diese Anforderungen ist die FSZ Basis die übliche Wahl.
Wann brauche ich einen externen Handauslösetaster?
Immer, wenn die Feststellung über einen Türhaftmagneten läuft — der Magnet hält mit voller Kraft und gibt erst frei, wenn der Stromkreis unterbrochen wird. Bei der FSZ Kompakt ist der externe HAT 02 deshalb erforderlich; FSZ Basis, FSZ Pro und RSZ kompakt bringen einen Taster mit, ein zusätzlicher externer ist optional. Der Taster muss rot sein, die Aufschrift „Tür schließen" tragen, frei zugänglich bleiben und darf von der festgestellten Tür nicht verdeckt werden.
Optischer Rauchschalter oder Thermoschalter?
Im Regelfall der optische Rauchschalter ORS 142. Der Thermoschalter TDS 247 ist für Umgebungen mit Staub, Dampf oder Rauch gedacht, in denen ein Rauchschalter Fehlalarme auslösen würde. In Flucht- und Rettungswegen ist ausschließlich der optische Rauchschalter zulässig — dort ist der Thermoschalter ausgeschlossen.
Wozu dient das Energiespeichermodul ESM Pro, wenn die Tür bei Netzausfall ohnehin schließt?
Sie schließt tatsächlich — der Türhaftmagnet hält nur, solange Spannung anliegt, und gibt bei Alarm, Handauslösung und Netzausfall gleichermaßen frei. Das ESM Pro hebt dieses Fail-Safe-Verhalten nicht auf, es steuert nur, wie die Anlage den Netzausfall behandelt — und es gibt es ausschließlich für die FSZ Pro; RSZ kompakt, FSZ Kompakt und FSZ Basis können es nicht aufnehmen, sie haben weder Akku noch Batterie. Über den DIP-Schalter 5 stehen zwei Betriebsarten zur Wahl. Entweder werden alle Ausgänge für maximal drei Sekunden gepuffert: Kehrt die Spannung in dieser Zeit zurück, bleibt die Tür festgestellt und die Anlage geht ohne Zutun weiter in Betrieb — sonst schließt sie. Oder der Magnetausgang wird sofort abgeschaltet, die Tür schließt also unverzüglich, während Melder, Handauslösetaster und Reset weiter versorgt bleiben und die Hupe den Netzausfall meldet; bei sechs ORS 142 und einem Signalgeber reicht der Speicher dafür typischerweise rund 25 Sekunden.
Wie wird die Anlage geprüft?
Der optische Rauchschalter mit Prüfaerosol, der Thermoschalter mit einem Fön — dabei Überhitzung vermeiden. Für hoch montierte Melder gibt es die Pflückerstangen der UTP-Reihe, für den Tausch das Meldertauschgerät UDR. Ein Rauchschalter lässt sich nicht reinigen und nicht öffnen; bei Verschmutzung wird er ersetzt.
Lässt sich eine Feststellanlage per Funk nachrüsten?
Ja, über das Funksystem 155 F: Funkmodul FM 155 F, Funk-Rauchmelder ORS 155 F und Funk-Handauslösetaster HAT 155 F, zusammen bis zu 20 Teilnehmer, AES256-verschlüsselt. Das ist der übliche Weg, wenn kein Kabel an den gewünschten Ort führt. Wichtig: Der ORS 155 F ist mit dem alten Funksystem 145 F nicht kompatibel.
Gibt es eine Ausführung für explosionsgefährdete Bereiche?
Ja: ORS 142 Ex als Melder, FSZ Basis oder FSZ Pro als Zentrale, THM 445 Ex als Haftmagnet und HAT 422 Ex als Taster. In den Staub-Zonen 20 und 21 sind Feststellanlagen allerdings grundsätzlich verboten. Die Abnahme darf im Ex-Bereich nur speziell autorisiertes Personal vornehmen — die normale Abnahmeberechtigung genügt nicht.
Fragen zur Kaufentscheidung
Ich rüste eine einzelne Brandschutztür nach — was brauche ich?
Eine Zentrale, mindestens einen Melder, einen Türhaftmagneten mit passender Ankerplatte und je nach Zentrale einen Handauslösetaster. Dazu die Nachweisunterlagen: Prüfbuch und Abnahmeschild gehören zur ordnungsgemäßen Inbetriebnahme, das Inbetriebnahme- und Wartungsset fasst sie zusammen. Voraussetzung bleibt ein Türschließer an der Tür — die Feststellanlage gibt den Flügel frei, zuziehen muss ihn der Schließer.
Welchen Haftmagneten nehme ich?
Zuerst nach dem Montageort: THM 433 und THM 440 für die Wand, THM 413 für den Boden, THM 439 für Wand, Boden oder Decke — er ist in drei Rohrlängen erhältlich und überbrückt damit den Abstand zwischen Flügel und Befestigungsfläche. Reicht die Haltekraft von 490 N nicht, etwa bei einem schweren oder stark bewegten Flügel, ist der THM 433-1 mit 1.372 N die Wahl; er verlangt allerdings die größere Ankerplatte der Baugröße 75.
Welche Ankerplatte gehört dazu?
Die Baugröße richtet sich nach dem Magneten. Innerhalb der Größe entscheidet die Einbausituation: ASS als Standardanker im Regelfall, AFS mit ±60° Schwenkbereich, wenn Magnetfläche und Türblatt nicht parallel stehen, und ATS als Teleskopanker mit 20 mm Federweg, wenn die Tür mit Schwung an den Magneten läuft. Ohne planen Kontakt liegt die Platte nur mit einer Kante an und die Haltekraft bricht ein.
Ich habe eine Bestandsanlage — welchen Melder darf ich bestellen?
Das entscheidet die Nummer auf dem Abnahmeschild, nicht das Alter des Geräts. Steht dort Z-6.5-…, brauchen Sie ein RetroFit-Produkt mit der Kennung AT. Steht dort Z-6.500-…, ein Standardprodukt. Bei Anlagen über 16 Jahre zusätzlich die Spannung des Netzgeräts prüfen lassen — liegt sie unter 18 V, wird es mitgetauscht.
Kann ich Hekatron-Melder an einer Zentrale eines anderen Herstellers betreiben?
Nur wenn die Kombination in deren Bauartgenehmigung steht. Für den ORS 142 gibt es solche Freigaben — er ist unter anderem an der dormakaba RMZ zugelassen. Das ist aber eine namentliche Freigabe im jeweiligen Nachweis und keine allgemeine Austauschbarkeit. Umgekehrt gilt: An Hekatron-Zentralen sind ausschließlich die oben aufgeführten Hekatron-Komponenten zulässig.
Brauche ich einen Signalgeber?
An Drehflügeltüren in der Regel nicht. Er wird dort gefordert, wo eine schließende Tür oder ein schließendes Tor Personen gefährden kann — für Tore gibt es dafür den Torsignalgeber TSG 100. Ob ein Signalgeber nötig ist, entscheidet die Anlagenplanung, nicht das Bauteil.
Was gehört an Prüfmitteln dauerhaft dazu?
Prüfaerosol für die wiederkehrende Funktionsprüfung, das Prüfbuch für die Dokumentation und — bei hoch montierten Meldern — eine Pflückerstange. Für die jährliche Fachprüfung kommt das Prüfgerät FDT 533 hinzu. Wer diese Dinge erst beim ersten Prüftermin bestellt, hat die Frist bereits versäumt.